Atemphysiotherapie

Richtig husten, leichter atmen!

In ihrem Blog zeigt uns Physiotherapeutin Anja Kornblum-Hautkappe wie eine Atemphysiotherapie Lungenpatienten zu mehr Luft verhilft.

Hustentechniken – Effektiv und schonend abhusten

Wer viel husten muss, kennt die unangenehmen Begleiterscheinungen. Dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Husten so gut wie möglich kontrollieren können.

Grundsätzlich ist Husten ein lebenswichtiger und sinnvoller Reflex - er schützt uns davor, Fremdkörper einzuatmen, und hilft uns dabei, Schleim aus der Lunge zu entfernen.

Im Rahmen einer chronischen Erkrankung wie Asthma und COPD kann Husten auf Dauer allerdings viele unerwünschte Nebenwirkungen haben:

  • Häufiger und unkontrollierter Husten schädigt die Flimmerhärchen (die eigentlich für die natürliche Reinigung der Lunge zuständig sind) und kann dem Lungengerüst auf Dauer die Stabilität nehmen.
  • Außerdem kann er zu Kopfschmerzen, Schwindel und muskulären Verspannungen führen.

Sicher kennen Sie auch Hustenattacken, nach denen Sie völlig erschöpft sind. Aus diesen Gründen ist es wichtig, immer wieder nach Strategien zu suchen, die den Husten so schonend und effektiv wie möglich machen. Leichter gesagt als getan werden Sie jetzt vielleicht denken…

Richtig Husten - Strategien und Techniken

Im Folgenden stelle ich Ihnen einige Strategien und Atemtechniken vor, die Ihren Husten und seine Nebenwirkungen positiv beeinflussen.


Hustenreizdämpfung bei Reizhusten

Wenn Sie von einem trockenen Reizhusten geplagt werden, der keinen Schleim transportiert, können Sie folgende Techniken ausprobieren:

  • Trinken Sie (am Besten lauwarmen Tee) in kleinen Schlücken – die warme Flüssigkeit beruhigt die gereizten Schleimhäute.
  • Versuchen Sie eine zeitlang nicht zu sprechen – der verstärkte Luftstrom beim Sprechen kann zusätzlichen Hustenreiz verursachen.
  • Atmen Sie möglichst langsam durch die Nase ein. Durch die Erwärmung und Verlangsamung des Luftstroms wird der Hustenreiz gedämpft.
  • Wenn das nicht ausreicht, können Sie die Einatmung durch den sogenannten Nasen-Gabel-Griff zusätzlich abbremsen. Üben Sie dafür einen vorsichtigen, seitlichen Druck auf beide Nasenlöcher mit Zeige- und Mittelfinger einer Hand aus (siehe Bild).
  • Versuchen Sie ebenso langsam und kontrolliert auszuatmen, z.B. mit der Lippenbremse.

Huffing bei produktivem Husten

Wenn Sie produktiven Husten haben, versuchen Sie den Schleim solange wie möglich zu sammeln und soweit wie möglich nach oben zu transportieren. Ziel ist es, möglichst viel Schleim mit möglichst wenig Husten loszuwerden.

Huffing:

  • Wenn der Schleim schon weit oben im Hals sitzt, atmen Sie langsam und vertieft ein.
  • Dann hauchen Sie bei geöffnetem Mund die Luft kräftig aus.
  • Wiederholen Sie dieses Manöver höchstens 2-3x.
  • Huffing ist für Ihre Atemwege deutlich schonender als z.B. häufiges Räuspern.

Hustenunterstützung - die richtige Körperhaltung

Hustenunterstützung

Wenn man von einer Hustenattacke überrascht wird, ist es schwer auf eine bestimmte Haltung oder Technik zu achten. Um effektiv zu husten, ist es jedoch wichtig, dass Ihre Hustenmuskulatur gut arbeiten kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist Ihre Körperhaltung.

  • Versuchen Sie möglichst aufrecht zu sitzen.
  • Sie können Ihre Hustenmuskulatur zusätzlich unterstützen, indem Sie während des Hustens zusätzlich dosierten Druck auf Bauch und Brustkorb mit der Hand und dem Unterarm geben.

Die hier vorgeschlagenen Techniken zeigen lediglich einen Auszug aus den Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Husten beeinflussen und besser kontrollieren können. Ein Physiotherapeut, der mit dem Thema Atemphysiotherapie vertraut ist, kann Ihnen helfen, die für Sie hilfreichsten Strategien zu finden und Sie damit vertraut zu machen.

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Kommentare:

Kommentar von Michael Fischer |

Hallo Peter,
das Du bei schlechten Wetter auch schlechter Luft bekommst, wundert mich nicht und ich denke das geht allen COPD Patienten so. Da es bei mir ebenso war (COPD Gold IV und Emphysem) habe ich übe einen gewissen Zeitraum Wetterbeobachtungen dokumentiert. Hier hat sich gezeigt, dass wenn der Luftdruck hoch war, es mir besser ging als bei niedrigem Luftdruck. Wenn der Luftdruck über 1005 hPa war gings mir gut darunter schlecht. Heutze haben wir 1020hPa. Wir wohnen auf 365 m Höhe und ich merke auch, das ich mich auf Meereshöhe besser fühle, da dort i.d R der Luftdruck etwas höher ist (0 Meter)
Ob das wissenschaftlich Belegt ist weiß ich natürlich nicht.
Liebe Grüße
Michael

Kommentar von MünchenFan |

Zum Kommentar von Jutta | 23.10.2017
Hallo Jutta, du hast aufgrund deines Krankheitsbildes und der Beeinträchtigungen auf jeden Fall Anspruch auf Prüfung Pflegestufe. Tipp: Antrag bei der Kasse stellen und gut vorbereiten, in einem gesonderten Beiblatt genau auflisten was du für Beschwerde hast und was du alles nicht mehr allein bewältigen kannst. Viel Glück

Kommentar von Jutta |

Hallo, heute habe ich eine ganz andere Frage: Ich (72 weiblich) habe COPD Gold III und bekomme z.Z. Prednisolon 20 mg, 1,5 Tabletten morgens sowie Inuvair und ultibro. Bei jeder Anstregung bekomme ich Luftnot, d. h. dass ich meinen Haushalt kaum noch machen kann. Staubsaugen geht 2 Minuten, dann ist bei mir die "Luft raus". Ich möchte nicht, dass allmählich meine Wohnung verkommt. Ich mache Lungensport und gehe zur Physiotherapie zu Dehnungsübungen und habe einen Schwerbehindertenausweis 50 G.
Ich hatte gehofft, eine Haushaltshilfe für 3 Std. im Monat zu bekommen. Mir wurde von der Dame vom Pflegestützpunkt gesagt, dass es ihr sehr leid täte, dass ich keine Luft bekomme (ich konnte vor Luftnot kaum sprechen, weilich eine Treppe hochgehen musste), aber da könne sie mir nicht helfen. Ich habe keine Pflegestufe und werde wohl auch keine bekommen, weil ich "nur" keine Luft bekomme. Gibt es Möglichkeiten, mir zu helfen?
Vielen Dank im voraus und besonders für dieses tolle Forum, Jutta

Kommentar von Lutter Peter |

Seit Tagen bekomme ich schlechter Luft (COPD III). Ist das evtl Jahreszeit bedingt?
Die immer feuchte Luft (hohe Luftfeuchtigkeit) ist bestimmt nicht zuträglich.

Kommentar von Lutter |

Ich habe COPD Stufe III Seit einigen Tagen bekomme ich viel schwerer Luft als sonst. Kann das an dem feuchten Wetter liegen, also Jahreszeit bedingt? ( Oder hat sich meine Krankheit verschlimmert, was nur der Arzt feststellen könnte.)

Kommentar von Renate Rygielski |

hallo an alle !

ich war so geschockt über meine diagnose, das ich tagelang nur geweint habe, da ich schon mehrere Familienmitglieder an dieser Krankheit verloren habe. Ich habe nur noch 1,2 Liter Lungenvolumen.
Trotzdem gebe ich nicht auf !!!! Ich arbeite noch an vier tagen bis zu 3 Stunden und laufe noch sehr viel. Das macht vieles leichter...auch wenn ich weiss, das ich daran sterben werde....ich werde bis zum bitteren Ende kämpfen. Bitte...macht das auch....gebt euch nicht auf!!!

Kommentar von Peter |

Moin, habe COPD 3

habe manchmal Hustenanfall und irgendwie wird mir schummrig bzw habe ich das gefühl das ich kurz vor einer ohnmacht bin. kann mir jemand erklären was das ist bzw ob es EUCH auch passiert.

Danke Euch

Kommentar von leichter-atmen Team |

Lieber Uwe,

Schmerzen im Brustkorb können viele Ursachen haben. Es kann sich um eine direkte Folge der COPD-Symptome handeln, aber z.B. auch um ein Anzeichen für eine Herzerkrankung, die bei COPD nicht selten ist.

Aus der Ferne lässt es sich schwer beurteilen, welche Ursachen bei dir vorliegen. Wir empfehlen dir daher, die hausärztliche Diagnose durch einen Lungenfacharzt und/oder einen Kardiologen absichern zu lassen - vor allem, wenn dich die Schmerzen sehr beunruhigen. Du solltest beobachten, wann genau die Schmerzen auftreten (z.B. bei Belastung, bestimmten Bewegungen oder auch in Ruhe), damit du im Anamnesegespräch möglichst genaue Angaben mach kannst.

Alles Gute!

Kommentar von Uwe Sellmann |

Ich habe COPD Stufe 4 und habe mich wegen der Schmerzen in der Brust von meinem Hausarzt untersuchen lassen. Dort wurde mir gesagt das die Ursache nur
die COPD sein kann. Kann schweres Atmen denn Schmerzen verursachen?

Kommentar von leichter-atmen Team |

Hallo Reinhard,

diese Frage solltest du auf jeden Fall mit einem Lungenfacharzt besprechen. Die Dosierung von Medikamenten im Allgemeinen und von Kortison im Besonderen bedarf einer genauen (ärztlichen) Diagnosestellung und sollte nicht von den Patienten selbst angepasst werden.

Kommentar von leichter-atmen Team |

Hallo Ingeborg,

die regelmäßige Inhalation mit Kochsalzlösung ist (gerade für chronisch Lungenkranke) eine gute Möglichkeit, die unteren Atemwege zu befeuchten und Infektionen der Atemwege vorzubeugen. Wichig ist die Verwendung eines Verneblers, wie z.B. der Pari Boy einer ist. In der Frage, welches Gerät am besten passt, wäre z.B. dein Apotheker oder Hausarzt der richtige Ansprechpartner.

Um die Verschleimung in den Bronchien zu lösen und das Abhusten zu erleichtern, sei dir auch die regelmäßige Anwendung von Atemtherapiegeräten wie dem RC-Cornet oder der VRP1-Flutter empfohlen. Diese Geräte übertragen positive Druckschwankungen in die Bronchien und lösen dort hartnäckiges Sekret.

Alles Gute!

Kommentar von Lössl Reinhard |

Sehr geehrte Damen und Herren, ich hab Cold 3 und werde mit Sauerstoff rund um die Uhr versorgt. Wie oft kann und darf man die Kortison- Stoßtherapie anwenden. ( 5 X 40 mg.) Zur Zeit habe ich sehr häufig Panik-Attacken und werde dementsprechend kurzatmig. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Therapie gut anschlägt und die Anspannung im Körper relativ schnell nachlässt.
Würde mich über eine Nachricht freuen.
Besten Dank und freundliche Grüße

Kommentar von Ingeborg |

Guten Abend,
ich habe Copd 3 mit Lungenemphysem und kann leider gar nicht abhusten.
Im letzten Jahr war ich einige Tage in der Klinik und bekam dort Inhalationen mit Atrovent und Salbutamol(Vernebler).
Das half sehr gut und der feste Schleim lockerte sich.
Was halten Sie von einem Pari Inhalierboy für zu Hause und welches Modell wäre geeignet?
Vielen Dank und freundliche Grüße von Ingeborg

Kommentar von Uwe Sellmann |

Ich habe COPD Stufe 4 und beim atmen bekomme ich Schmerzen in der Brust.
Kann das auch andere Ursachen haben?

Kommentar von leichter-atmen Team |

Sehr geehrte/r Frau/Herr Rauer,

ein Sauerstoffgerät ist eine gute Maßnahme, um mehr Luft zu bekommen - für Ihre Schleimproblematik wird es aber vergleichsweise wenig bringen. Hier helfen die im Beitrag beschriebenen Hustentechniken und weitere Maßnahmen, die Sie im Artikel "Richtig Abhusten" nachlesen können.

Vielleicht ist es für Sie auch möglich, eine Atemphysiotherapeutin direkt aufzusuchen. Diese finden Sie oftmals in Kliniken mit Fachbereich Pneumologie oder als niedergelassene Physiotherapeuten mit der Zusatzausbildung "Atemphysiotherapie" bestimmt auch in Ihrer Nähe. Eine Übersicht bietet die Atemwegsliga unter https://www.atemwegsliga.de/physiotherapeuten.html

Viel Erfolg!

Kommentar von Peter SKOPEK |

Ich war bereits in der Reha in Enns, es wurde eine Besserung durch die mir zur Verfügung gestellten Physiotherapeutin erreicht. Bei einer vorgeschriebenen Untersuchung meiner Lungenfachärztin teilte mir diese mit, ich habe bereits eine chronische COPD 4 und nur eine neue Lunge kann mir helfen !!!

Kommentar von Rauer |

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 8 Wochen habe ich ein Sauerstoffgerät. Ich habe soviel Schleim in der Lunge und muß so heftig oft Husten, das es bald nicht mehr auszuhalten ist.
Bitte helfen Sie mir.

Mit freundlichen Grüßen

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