COPD 3 – Die schwere COPD

Eine COPD 3 wird nach GOLD als „schwere" COPD klassifiziert. Welche Behandlungsmaßnahmen verbessern die Lebensqualität der Patienten in diesem Stadium?

COPD Stufe 3

Symptome im Stadium COPD 3

Im Stadium COPD GOLD 3 weicht die Lungenfunktion um mehr als 50 % vom Normalwert ab.

  • Die Betroffenen haben in der Regel bereits bei geringer Anstrengung, z.B. beim Treppensteigen, mit Atembeschwerden zu kämpfen.
  • Husten und Auswurf treten bei den meisten Patienten auf. Vielen bereitet vor allem das morgendliche Abhusten Probleme.
  • Herz-Kreislaufprobleme deuten darauf hin, dass auch andere Organe vom Sauerstoffmangel betroffen sind und sollten unbedingt ärztlich untersucht werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium FEV1 (Sollwert = 100%) FEV1/FVC        
I (leicht) ≥ 80% Soll < 70%
II (mittel) 50% - 80% Soll < 70%
III (schwer) 30% Soll - 50% Soll < 70%
IV (sehr schwer)

≤ 30% Soll oder
< 50% Soll plus chronische respiratorische
Insuffizienz


< 70%

Prävention von Krankheitsschüben

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung von Krankheitsschüben wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • An erster Stelle steht das Ausschalten der Erkrankungsursache, also in den meisten Fällen ein Rauch-Stopp. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!
  • Grundsätzlich gilt es für COPD-Patienten aber, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z.B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.
  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

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Medikamentöse Therapie

Patienten mit einer COPD im Stadium 3 werden in der Regel mit einem langwirksamen Bronchodilatator behandelt, der die Bronchien für 24 Stunden weitet. Am häufigsten wird hier der Wirkstoff Tiotropium (Handelsname: Spiriva®) verordnet.

Insofern eine erhöhte Exazerbationsrate vorliegt, werden zusätzlich zu bronchialerweiternden Mitteln kortisonhaltige Medikamente verabreicht. Wegen der zahlreichen Nebenwirkungen von Kortison sind dabei Medikamente zum Inhalieren der Tablettenform vorzuziehen.

Inhalationstherapie

Medikamente bei COPD werden meist als Dosieraerosole zur Inhalation verschrieben. Inhalierhilfen erleichtern die Anwendung und verringern Nebenwirkungen im Mund und Rachenraum.

Für Patienten mit starker Verschleimung ist besonders das physiotherapeutische Training mit sogenannten PEP-Systemen empfehlenswert. Diese Atemtherapiegeräte helfen, zähen Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.

Weitere Therapieempfehlungen

Aus Furcht vor Atemnot, die sich besonders bei Belastung einstellt, vermeiden viele Patienten mit schwerer COPD jegliche Anstrengung. Der resultierende Bewegungsmangel führt jedoch zu einem beschleunigten Fortschreiten der Lungenkrankheit. Sport und Bewegung sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um die Lungenfunktion zu verbessern und die Symptome zu lindern.

Jedoch sollten Patienten im Stadium COPD 3 das Training nicht auf eigene Faust beginnen. In Lungensportgruppen, die sich auf das Training mit Lungenpatienten in ganz Deutschland spezialisiert haben, wird Sport unter fachlicher Anleitung betrieben.

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