COPD: Frauen gefährdeter als Männer

Die chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) ist längst keine Männerkrankheit mehr. Eine stark steigende Raucherquote unter den Frauen hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Erkrankungsrate auch beim weiblichen Teil der Bevölkerung deutlich zunimmt. Zudem sind Frauen offenbar stärker gefährdet, an einer COPD zu erkranken.

 
Übersicht:

 

Mehr Raucherinnen als Raucher

Ursache der steigenden COPD Erkrankungen  unter Frauen ist der Zuwachs an Raucherinnen in den letzten 20-30 Jahren. Griffen zuvor deutlich weniger Frauen als Männer regelmäßig zur Zigarette, so ist die Raucherquote im Jugendalter bei  Frauen heute sogar höher als die ihrer männlichen Altersgenossen.

Die Folge ist, dass Frauen auch unter Patienten der COPD langsam aber sicher die Mehrheit übernehmen. Besonders im höheren Alter steigt die Gefahr einer Erkrankung. So ist die Zahl der jährlichen Erkrankungen ab einem Alter von 70 Jahren unter den Frauen deutlich höher als bei Männern.  Auch wenn die absolute Zahl an männlichen Patienten der COPD noch die der Frauen übertrifft, ist ein deutlicher Gegentrend absehbar. Bei den 40-49jährigen etwa überwiegt bereits die Zahl der weiblichen Patienten

 


Frauen gefährdeter, an COPD zu erkranken

Das Risiko für Frauen, an einer COPD zu erkranken, ist zudem deutlich höher als das für Männer. Es wird angenommen, dass dies mit engeren Atemwegen zusammenhängt, die Frauen empfindlicher auf die Schadstoffe reagieren lässt, welche beim Rauchen in die Lunge gelangen. Dies würde auch den größeren Verlust an Lungenfunktion pro Rauchjahr bei Frauen erklären. Ein weiterer Fakt, nämlich dass ein Großteil der COPD Patienten, die selbst niemals geraucht haben, Frauen sind, unterstützt diese Theorie.

 

Schlechtere Lebensqualität, bessere Prognose

In punkto der subjektiven Größe “Lebensqualität“ zeigen Studien, dass Frauen unter einer COPD Erkrankung mehr leiden als Männer mit gleichem COPD Schweregrad: sie entwickeln häufiger Depressionen und  klagen mehr über Niedergeschlagenheit und Atemnot. Obwohl sie sich auch schwerer mit der Raucherentwöhnung tun, ist ihre Prognose aber eine bessere.

Wissenschaftliche Begründungen dieser Studienergebnisse fehlen bislang. Es wird jedoch angenommen, dass die spezifische Ausprägung der COPD eine Rolle spielen könnte: so leiden Frauen häufiger unter den Folgen einer Verengung der Atemwege, während bei Männern die Emphysem-Variante der COPD, also die Zerstörung der Lungenbläschen überwiegt.

 

Keine frauenspezifische Therapie

Eine Therapie speziell für Frauen gibt es derzeit noch nicht, auch wenn die COPD Forschung sich aktuell immer häufiger geschlechtsspezifischer Fragestellungen annimmt. Grundsätzlich sind jedoch die gleichen Therapiemaßnahmen angezeigt wie bei Männern: Tabakentwöhnung, Bewegungstherapie und medikamentöse Therapie. 

 

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