COPD: Heilung durch Lungentransplantation?

Das prominente Beispiel Roland Kaiser zeigt: Eine Lungentransplantation kann bei COPD eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bewirken. Jedoch kommt eine so komplizierte Operation wie eine Lungentransplantation nicht für alle Patienten in Frage.

Lungentransplantation bei COPD

 

Eine Lungentransplantation ist im Bereich der Organverpflanzung eine noch relativ junge Methode. In Deutschland wird die Operation nur in wenigen Zentren durchgeführt und zwar derzeit ca. 300-mal im Jahr. Das liegt zum einen an der geringen Zahl an Spenderlungen sowie an den hohen Anforderungen, die eine Lungentransplantation an Patienten und die Spenderlunge stellt - es handelt sich schließlich um eine hochkomplexe Operation an schwerkranken Patienten.

Wer kommt für eine Lungentransplantation in Frage?

Für Patienten, bei denen alle sonstigen Behandlungsmöglichkeiten der COPD ausgeschöpft sind, kommt eine Lungentransplantation in Frage. Jedoch ist eine Reihe von Voruntersuchungen notwendig, um die tatsächliche Eignung eines COPD Patienten festzustellen. Schwere Begleiterkrankungen zum Beispiel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von lebensbedrohlichen Komplikationen, so dass in vielen Fällen von der Durchführung einer Lungentransplantation abgeraten wird.

Hinzu kommt, dass die vorhandene Zahl an Spenderlungen etwa die Hälfte des Bedarfs deckt, so dass die Suche nur bei jedem 2. Patienten erfolgreich verläuft. Über die Vergabe der Spenderlungen entschied bislang die Wartezeit sowie die Dringlichkeit einer Operation. Seit Dezember 2011 ist jedoch neben der Dringlichkeit ausschließlich die Erfolgssaussicht einer Operation ausschlaggebend.

Was passiert nach der Eignungsfeststellung?

Bei Eignung für eine Lungentransplantation wird der Patient bei der Eurotransplant-Zentrale in Leiden, Holland gemeldet. Nun beginnt die Suche nach einer geeigneten Spenderlunge, die einige Monate, aber auch einige Jahre dauern kann. Eine möglichst große Übereinstimmung bestimmter medizinischer Werte ist wünschenswert, damit die natürlichen Abstoßungsreaktionen des Körpers im Anschluss an die Lungentransplantation nicht zu stark ausfallen.

Kann eine Lungentransplantation die COPD heilen?

Ist die geeignete Lunge gefunden und erfolgreich transplantiert, führt das im optimalen Fall zur Heilung der COPD, also zu einem Verschwinden der Symptome und zu einer stark erhöhten körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Nach einer Rehabilitationsphase ist ein weitaus aktiveres Leben als vorher möglich.

Im Einzelfall ist ein erfolgreicher Ausgang jedoch nicht vorhersagbar – nur etwa 80% der COPD Patienten überleben das 1. Jahr nach der Lungentransplantation; nach dem 2. Jahr sind es nur noch 70%. Abhängig ist die mögliche Heilung der COPD davon, wie der Körper die neue Lunge annimmt und wie der Patient die Medikamente verträgt, die er nun lebenslang einnehmen muss.

Wie sieht das Leben mit der neuen Lunge aus?

Auch wenn die COPD nach einer erfolgreichen Lungentransplantation aus dem Körper verschwunden ist, bleiben die Patienten aufgrund erhöhter Infektanfälligkeit lebenslang auf medizinische Kontrolluntersuchungen, Medikamente und große hygienische Vorsicht angewiesen. Wer sein Leben jedoch an die neue Situation anpasst, der kann mit der neuen Lunge wieder aktiver am Leben teilnehmen und z.B. seinen Beruf ausüben, Sport treiben und in den Urlaub fliegen.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Deutsche Lungenstiftung e.V.

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