Neue Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga zu Sport und körperlichem Training bei Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten
Herr Prof. Dr. med. Heinrich Worth
Medizinische Klinik I; Klinikum Fürth
Bei Patienten mit Lungenkrankheiten tritt unter körperlicher Belastung rascher Atemnot auf als bei Gesunden. Folge der Luftnot unter Belastung ist eine körperliche Schonung, die zur Abnahme der Kondition und der Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf und Muskulatur führt. Der betroffene Lungenkranke wird hierdurch immer weniger mobil. Seine Lebensqualität sinkt. Dies kann zu Depressionen führen und zu einer Verschlechterung seiner Leistungsfähigkeit wie auch der zugrunde liegenden Lungenerkrankung.
Die Ziele des Lungensports bestehen in der Verbesserung und Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Mittels Lungensport und körperlichem Training kann die Leistungsfähigkeit der Muskulatur so verbessert werden, dass eine höhere Belastung mit weniger Atemaufwand durchgeführt werden kann. Am besten sind die Effekte von Sport und körperlichem Training bei der COPD untersucht. Hier führt körperliches Training zu einer Linderung der Beschwerden, einer Besserung der Belastbarkeit, einer Steigerung der Lebensqualität und einer Abnahme akuter Verschlechterungen.
Herr Prof. Worth berichtete, dass die neuen Empfehlungen zum Lungensport voraussichtlich im Oktober 2011 erscheinen werden. In sie werden auch Patienten mit interstitiellen Lungenkrankheiten (Lungenfibrosen), Mukoviszidose und Hochdruck im Lungenkreislauf aufgenommen werden.
Im Anschluss an seinen Vortrag überreichte der Vorsitzende des COPD-Deutschland e.V., Herr Jens Lingemann, Herrn Prof. Worth als Vorsitzenden der AG Lungensport in Deutschland e.V., einen symbolischen Scheck über 15.000,- € als Spende für die Arbeitsgemeinschaft Lungensport. Damit soll ihre wichtige Aufbauarbeit, die von 200 Lungensportgruppen in Deutschland im Jahre 2001 auf derzeit über 700 Lungensportgruppen geführt hat, auch finanziell gefördert werden.