Lust statt Frust - COPD und Sex
Die Vorurteile halten sich hartnäckig: Viele glauben, dass ältere und kranke Menschen kein Sexualleben mehr haben.Wissenschaftliche Befragungen und Studien belegen das Gegenteil. Auch und gerade für COPD-Patienten gilt, dass allein aufgrund ihrer physischen Einschränkungen noch lange nicht Schluss sein muss mit der Lust.
Die körperliche Liebe ist in den meisten Partnerschaften ein wichtiges Element für gegenseitige Wertschätzung, für Vertrauen und Harmonie und allgemein für ein erfülltes Zusammenleben. Dies muss sich auch mit einer Krankheit wie der COPD nicht ändern. Sie führt nicht zu Erektionsstörungen, und sexuelle Aktivität ist nicht mehr und nicht weniger anstrengend als viele andere Alltagstätigkeiten auch.
Dennoch: Eine Krankheit wie COPD, bei der die allgemeine Leistungsfähigkeit aufgrund von Luftnot und Konditionsschwäche eingeschränkt wird, hat natürlich auch Auswirkungen auf die Sexualität. Die Diagnose COPD führt oft zu Depressionen, Angst und Reizbarkeit. Die Erkrankung vermindert das Selbstbewusstsein und belastet die Beziehung, nicht zuletzt in sexueller Hinsicht. Wenn sich das Sexualleben vor diesem Hintergrund verändert, liegt dies daher meist daran, dass der Betroffene aus Angst vor dem „Versagen“ dem Geschlechtsverkehr ausweicht oder sich eine psychisch bedingte Impotenz entwickelt.
Die Diagnose COPD kann aber durchaus auch eine Chance für die Beziehung sein. Einer Arbeit zufolge geben zwar 38 % der befragten Patienten an, dass Sie die zunehmende Abhängigkeit von Ihrem Partner als negativ empfinden aber 40 % der Befragten sagen, dass die eigene Krankheit einen positiven Einfluss auf die Beziehung hat. Oft nimmt man sich nun die nötige Zeit die Bedürfnisse des Partners zu erkennen und darauf einzugehen.
Wie also kann man verhindern, dass die Krankheit bestimmend über diesen wichtigen Lebensbereich wird?
• Am Allerwichtigsten: Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner. Nur, wenn beide wissen, wie die sexuellen Bedürfnisse des anderen aussehen, lassen sich Lösungen finden. Immerhin wird Sexualität oft überbewertet, mindestens ebenso wichtig sind Zärtlichkeit und Zeit füreinander. Vielleicht können Sie beide auch mit seltenerem und anders gestaltetem Geschlechtsverkehr glücklich sein? Nehmen Sie gegebenenfalls die Hilfe Ihres Arztes in Anspruch – eine Paarberatung ist nichts, wofür man sich schämen muss!
• Schluss mit dem Leistungsdenken: Sex soll Spaß machen, Sie müssen sich und Ihrem Partner nichts beweisen. Und je mehr Sie sich unter Druck setzen, umso weniger werden Sie sexuelle Erfüllung erleben können.
• Überlassen Sie Ihrem Partner den aktiveren Part, sodass Sie nicht so schnell außer Atem kommen. Finden Sie eine bequeme, entspannte Stellung, die den Brustraum nicht einengt. Atemtechniken wie die Lippenbremse können helfen, die Sauerstoffversorgung Ihres Körpers zu verbessern.
• Vermeiden Sie üppige Mahlzeiten und Alkohol vor dem Sex.
• Wenn Sie sauerstoffpflichtig sind: Setzen Sie die Therapie auch während des Geschlechtsverkehrs fort – Sie brauchen die Luft, die Atemarbeit wird deutlich erleichtert, und für Ihren Partner ist es viel angenehmer und beruhigender, wenn Sie gut durchatmen können.
• Bei weit fortgeschrittener COPD kann es hilfreich sein, mit bestimmten Medikamenten einer sexuellen Dysfunktion entgegenzuwirken – fragen Sie Ihren Arzt.
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COPD - Partnerschaft Übersicht
Sie als Betroffene haben wahrscheinlich schon bemerkt, dass sich in der Folge einer COPD-Erkrankung auch Veränderungen für Ihr Beziehungsleben ergeben. Damit diese Veränderungen nicht zur Zerreißprobe werden, bedarf es des guten Willens beider Seiten...
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