Bei COPD zum Hausarzt oder Lungenfacharzt?

Viele COPD-Patienten lassen sich ausschließlich vom Hausarzt behandeln – ein jährlicher Besuch beim Pneumologen ist aber aus ganz bestimmten Gründen unverzichtbar.

Patientin spricht mit Arzt

„[…] manche COPD-Patienten haben noch nie einen Pneumologen gesehen" sagt Lungenfacharzt Prof. Dr. Felix Herth in einem aktuellen Interview mit der Fachzeitschrift Medical Tribune.

Neben Hausärzten sind Fachärzte jedoch wichtige Ansprechpartner für COPD-Patienten - besonders wenn es um die medikamentöse Therapie geht.

3 Gründe für einen jährlichen Besuch beim Pneumologen

  1. Zur Behandlung der individuellen Symptomatik eines Patienten steht eine Vielzahl verschiedener Medikamente zur Verfügung. Die Wirkung eines Medikaments ist von Patient zu Patient teilweise sehr unterschiedlich. Bleibt der Behandlungserfolg aus oder treten starke Nebenwirkungen auf, kann es sinnvoll sein, mit einem Facharzt über vorhandene Alternativen nachzudenken.
  2. Damit das Medikament möglichst tief in die Atemwege gelangt, ist die richtige Anwendung des verwendeten Inhalationssystems wichtig. Die verschiedenen zur Verfügungen stehenden Systeme, die im Rahmen der Inhalationstherapie bei COPD eingesetzt werden, unterscheiden sich hinsichtlich Schwierigkeits- und Wirkungsgrad teilweise erheblich. Bei der Auswahl sind also körperliche und koordinative Fähigkeiten des Patienten zu beachten.
  3. Kortison – ja oder nein? Die Verabreichung von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) ist nach neueren Erkenntnissen bei vielen COPD-Patienten überflüssig, bei anderen Patienten wiederum unverzichtbar (z.B. bei einer asthmatischen Komponente). Die Frage, ob eine Verabreichung von ICS angezeigt ist, kann nur eine genaue Diagnostik und die Beobachtung des Krankheitsverlaufs durch einen Facharzt beantworten.

Vor diesem Hintergrund fordert Prof. Dr. Herth, "dass ein Patient mit Asthma oder COPD einmal im Jahr vom Pneumologen gesehen wird. Der muss über die aktuelle Einteilung informiert sein und die Therapieempfehlung abgeben, die der Hausarzt dann gerne umsetzen kann."

Quelle:

"Professor Dr. Felix Herth im Interview: Ein Patient mit Asthma oder COPD sollte jährlich zum Pneumologen". Interview mit Prof. Dr. Felix Herth, Medical Tribune (Online-Veröffentlichung vom 10.01.2017).

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