COPD-Therapie: Heute viel besser als vor 20 Jahren

In einem Interview mit der Ärzte-Zeitung blickt der Lungenfacharzt Prof. Claus Vogelmeier optimistisch auf Gegenwart und Zukunft der COPD-Therapie.

Medikamente bei Asthma und COPD

Im Interview beschreibt der renommierte Lungenfacharzt vom Universitätsklinikum Marburg den aktuellen Stufenplan für die Medikamentengabe bei COPD. Dabei hebt er die Entwicklung neuer langwirksamer Fixkombinationen (zwei Wirkstoffe in einem Medikament) positiv hervor, die ab dem Stadium II nach GOLD inhalativ verabreicht werden.

Neue Medikamente verbessern die Therapie

Zur Verfügung im Bereich der langwirksamen Wirkstoffe stehen Anticholinergika (LAMA) und Beta-2-Mimetika (LABA). Der Einsatz von Kombinationen dieser beiden Wirkstoffgruppen sei dann angezeigt, wenn die Patienten "deutliche Symptome zeigen oder eine signifikante Exazerbationshistorie aufweisen".

Für die Wahl des richtigen langwirksamen Medikaments im Einzelfall nennt Prof. Vogelmeier v.a. zwei Kriterien:

  1. Auftreten der Beschwerden: Patienten, die unter vermehrten Beschwerden am Abend leiden, profitieren von Medikamenten, die zweimal täglich (morgens und abends) inhaliert werden.
  2. Korrekte Anwendung des Inhalationssystems: Hier stehen verschiedene Systeme zur Verfügung. Für eine erfolgreiche Inhalationsstherapie ist es sehr wichtig, dass der Patient in der Lage ist, das System korrekt anwzuwenden.

Fazit: Die Möglichkeiten der medikamentösen COPD-Therapie sieht Prof. Vogelmeier heute viel besser, als vor 20 Jahren: "Jetzt haben wir die Fixkombination LABA/LAMA, die ersten Triplekombinationen werden im vierten Quartal 2017 in Deutschland verfügbar sein."

Verbesserungspotenziale bei der nicht-medikamentösen Therapie

Möglichkeiten der Verbesserung sieht Prof. Vogelmeier vor allem in zwei Bereichen:

"Erstens müssen wir die Patienten dazu bringen, dass sie ihre körperliche Aktivität steigern. Zu wenige Patienten kommen in adäquate Reha-Einrichtungen. Dazu brauchen wir mehr Lungensport, oder auch Apps für jüngere Patienten. Der zweite Punkt ist die Raucherentwöhnung: Die Raten sind nach wie vor schlecht, hier gibt es noch viel zu tun."

Hoffnung setzt er dabei auch auf die Behandlung durch die Hausärzte, die früh auf eine Veränderung des Lebensstils der Patienten hinwirken können: "Die Kombination von früher Diagnose, früher Prävention und Therapie und frühen Allgemeinmaßnahmen könnte sehr viel verbessern."

Quelle: Ärzte Zeitung, Interview mit Professor Claus Vogelmeier. Online-Veröffentlichung vom 27.01.2017.

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