Medikamenteneinnahme bei stabiler COPD

Die regelmäßige Einnahme der Medikamente ist auch in beschwerdefreien Phasen wichtig – praktische Tipps für eine bessere Therapietreue.

Medikamente bei Asthma und COPD

Bei etwa der Hälfte der Patienten lässt die Disziplin im Hinblick auf die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente im Laufe einer COPD-Erkrankung stark nach. Mediziner sprechen hier von mangelnder Adhärenz oder auch Compliance ("Therapietreue").

Dafür gibt es viele verschiedene Gründe:

  • Viele Patienten vergessen ihre Medikamente einzunehmen, besonders in relativ beschwerdefreien Phasen bzw. wenn die COPD stabil ist.
  • Wenn keine akuten Beschwerden bestehen, Nebenwirkungen auftreten oder die Wirkung aus Sicht der Patienten ausbleibt, setzen viele die Medikamente entgegen der ärztlichen Empfehlung selbständig ab.
  • Anwendungsfehler bei der Inhalation und die damit verbundene Wirkungsminderung führen häufig zu einer nachlassenden Disziplin.
  • Auch Depressionen und Angststörungen sind ungünstig für die Therapietreue.

Medikamente wichtig für Behandlungserfolg

Die regelmäßige Einnahme verschriebener Medikamente ist neben der nicht-medikamentösen Therapie eine wichtige Voraussetzung für den Therapieerfolg. Besonders die Inhalation langwirksamer Präparate zur Bronchialerweiterung, die zur Standardtherapie ab dem Stadium COPD II gehören, ist für den langfristigen Verlauf der Erkrankung entscheidend.

In Studien konnte gezeigt werden, dass wer sich an die ärztlichen Therapieempfehlungen hält, mit deutlich weniger Krankenhausaufenthalten und einer erhöhten Lebenserwartung rechnen kann.

Tipps für bessere Therapietreue

Die folgenden Tipps können Ihnen helfen, die Einnahme Ihrer Medikamente zu organisieren:

  • Deponieren Sie Ihre Medikamente an einem Stammplatz (neben dem Bett, in der Küche, im Bad), so dass Sie täglich an die Einnahme erinnert werden.
  • Integrieren Sie die Einnahme Ihrer Medikamente in Ihre morgendliche und/oder abendliche Routine.
  • Wählen Sie einen festen Zeitpunkt, z.B. vor dem Schlafen gehen oder gleich nach dem Aufstehen.
  • Nutzen Sie Gedächtnisstützen wie einen Zettel (z.B. am Kühlschrank oder am Badezimmerspiegel) oder die Erinnerungsfunktion Ihres Smartphones, um sich täglich an die Einnahme zu erinnern.
  • Wer versteht, wie ein Medikament wirkt und warum die regelmäßige Einnahme so wichtig ist, hält sich eher an die Therapievorgaben - das haben Studien gezeigt. Vor diesem Hintergrund bieten alle gesetzlichen Krankenkassen spezielle Patientenschulungen für COPD-Patienten an. Inhalte solcher Schulungen sind z.B. die korrekte Anwendung verschiedener Inhalationssysteme oder die Wirkung der Präparate. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse!


Quellen:

Simmons (et al.): Trends in compliance with bronchodilator inhaler use between follow-up visits in a clinical trial. In: Chest 1996; 109:963-968.

J. Vestbo (et al.): Adherence to inhaled therapy, mortality and hospital admission in COPD. In: Thorax November 2009, 63: 939-43.

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