Singen macht glücklich ... und hilft bei COPD!

Das Singen im Chor macht Spaß, fördert das persönliche Wohlbefinden und aktiviert die Atmung. Das nutzen auch die "singenden Krankenhäuser".

COPD-Patienten profitieren von professionell angeleitetem Gesangsunterricht im Gesangsverein oder Kirchenchor in mehrfacher Hinsicht:

  1. Beim Singen wird automatisch der Brustkorb geweitet, die Luft verstärkt ausgeatmet und nicht belüftete Lungenteile werden aktiviert: Man bekommt besser Luft. Zudem gehören zum Singen im Chor auch immer Stimm- und Atemübungen. Das hilft bei der Entwicklung einer besseren Atemkontrolle.
  2. Die Freude am gemeinsamen Singen verbessert die Lebensqualität und das persönliche Wohlbefinden. Das liegt daran, dass beim Singen - mehr als z.B. bei einem guten Gespräch - Glückshormone wie Dopamin und Serotonin und das Oxytocin ausgeschüttet werden. Oxytocin spielt z.B. eine Rolle beim Entstehen von Vertrauen und Zuneigung.
  3. Singen fördert das Immunsystem – das konnte durch einen eine Studie mit Chorsängern nachgewiesen werden. Nach dem Singen wurde bei ihnen ein deutlich erhöhter Wert von Immunglobulinen gemessen, die wichtig für die körpereigene Abwehr von Krankheitserregern sind.

Im Beitrag "Kann Singen gesund machen?" der ARD-Sendung "Wissen vor Acht" klärt Moderatorin Susanne Holst über gesundheitliche Wirkung des Singens auf:

Wo kann ich singen?

Die genannten Vorteile machen sich auch viele "singende Krankenhäuser" zunutze. Im Pius-Hospital Oldenburg zum Beispiel wird ein "offenes Singen für Menschen mit (und ohne) Lungenerkrankungen" angeboten. Unlängst berichtete auch die Wochenzeitung "DIE ZEIT" von einer COPD-Patientin, die regelmäßig am gemeinschaftlichen Singen im Pius-Hospital teilnimmt und die wohltuenden Efekte nur bestätigen kann.

Die Initiative „Singende Krankenhäuser e.V.“ wurde sogar eigens dafür gegründet, gesundheitsfördernde Singangebote in Gesundheitseinrichtungen zu verbreiten. Auf der Homepage des Vereins finden sich mehrere Listen mit "singenden Krankenhäusern", Singkreisen und Altersheimen.

Es muss übrigens nicht unbedingt ein Chor für Patienten sein, um die guten Effekten des Singens für die eigene Gesundheit zu nutzen. Jeder Gemeinde- oder Kirchenchor, der professionel angeleitet wird, eignet sich hervorragend. Übung im Singen wird dabei in der Regel nicht verlangt - im Vordergrund steht die Freude am Singen und das gemeinschaftliche Erlebnis. Probieren Sie es aus!

Quelle:

"Lieder für die Lunge" aus: DIE ZEIT Nr. 38/2016, 8. September 2016 (Online-Veröffentlichung vom 27. Oktober 2016)

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