Asthma und COPD: Stadtluft für Sport & Bewegung ungeeignet

Körperliche Belastung – z.B. regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft - tut chronischen Lungenpatienten gut! Aber nicht überall sind die Bedingungen dafür günstig.

Stau in der Stadt

Die Luftqualität in deutschen Städten ist derzeit in aller Munde. Dazu trägt vor allem die aktuelle Diskussion um Fahrverbote für Dieselfahrzeuge bei. Zeitgleich hat das Umweltbundesamt in der letzten Woche eine Studie veröffentlicht, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Stickstoffdioxidbelastung in Deutschland befasst.

Saubere Stadtluft nicht überall gegeben

Bei aller Aufregung um schadstoffbedingte Krankheitslasten ist eines klar: Die Luftqualität in deutschen Städten genügt nicht überall den Ansprüchen an eine „saubere Stadtluft“. Im Fokus stehen besonders Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen im innerstädtischen Bereich.

Für die Atemwege stellt die damit verbundene Schadstoffexposition eine Belastung dar – besondere Vorsicht ist hier also für Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten wie Asthma und COPD geboten. Die vorgeschädigte Lunge ist gegenüber äußeren Reizen sehr empfindlich und kann eingeatmete Schadstoffe nur sehr schlecht rausfiltern.

Lungenärzte fordern Maßnahmen für bessere Luftqualität

In einer Pressemitteilung empfehlen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) Betroffenen, Orte mit hoher Feinstaubbelastung möglichst zu meiden. Gleichzeitig fordern sie die Kommunen auf, Maßnahmen wie Fahrverbote, die Ausweitung von Umweltzonen und eine bessere Verkehrsorganisation umzusetzen.

Die Lungenärzte berufen sich unter anderem auf das Ergebnis einer aktuellen Studie, die mit 120 Probanden in London durchgeführt wurde. Dabei wurden die gesundheitlichen Auswirkungen eines zweistündigen Spazierganges miteinander verglichen, den eine Gruppe im Londoner Hyde-Park und eine andere Gruppe an der Oxford-Street unternahm. Während sich die Lungenfunktion bei allen Probanden nach dem Spaziergang im Hyde Park verbesserte, nahmen die Symptome bei den Teilnehmern zu, die entlang der viel befahrenen Oxford Street unterwegs waren.

Schadstoffe heben positive Effekte von Bewegung auf

„Bei körperlicher Aktivität wird mehr und tiefer eingeatmet, so dass mehr ungefilterte Schadstoffe aufgenommen werden“, erklärt Dr. Joachim Heinrich von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unter Belastung ist die Lunge also empfänglicher für Schadstoffe – die positive Wirkung von Sport und Bewegung wird dadurch quasi wieder aufgehoben.

Als Ergebnis lässt sich also festhalten: Sportliche Aktivitäten sind bei Asthma und COPD ausdrücklich erwünscht! In der Umgebung von stark befahrenen Straßen sollten sie aber besser nicht stattfinden.

Quellen:

Schneider, V. (et al.): Quantifizierung von umweltbedingten Krankheitslasten aufgrund der Stickstoffdioxid-Exposition in Deutschland. Umweltbundesamt 2018.

Stadtluft zu schmutzig für Sport und Bewegung. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V., 21.02.2018.

Sinharay, R. (et al.): Respiratory and cardiovascular responses to walking down a traffic-polluted road compared with walking in a traffic-free area in participants aged 60 years and older with chronic lung or heart disease and age-matched healthy controls: a randomised, crossover study. Lancet 2018; 391: 339–49

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