Neue Rollen, neue Aufgaben
Eine COPD erfordert insbesondere in fortgeschrittenen Stadien eine neue Rollenverteilung innerhalb der Partnerschaft. Die Anpassung an die veränderten Umstände braucht aber vor allen Dingen Zeit!
Sie als Betroffene haben wahrscheinlich schon bemerkt, dass sich in der Folge einer COPD-Erkrankung auch Veränderungen für Ihr Beziehungsleben ergeben. Damit diese Veränderungen nicht zur Zerreißprobe werden, bedarf es des guten Willens beider Seiten - vor allem wenn es darum geht, die Rollenverteilung innerhalb einer Partnerschaft neu zu organisieren. Eine solche Neuorganisation ist dann notwendig, wenn durch die chronische Erkrankung die bisherige Rollenverteilung in Frage gestellt oder unmöglich gemacht wird. So z.B., wenn der vorher aktive, zupackende Partner nun bei alltäglichsten Handlungen auf Hilfe angewiesen ist oder wenn von einem eher passiven Charakter plötzlich Handlungs- und Entscheidungsstärke gefordert sind.
Diese Neuorganisation, die mit erheblichen Frustrationen auf beiden Seiten verbunden sein kann, braucht vor allen Dingen Zeit. Fast jeder muss zunächst lernen, mit den veränderten Umständen umzugehen. Die Erfahrung zeigt, dass es 2 bis 3 Jahre dauern kann, bis sich Betroffene innerlich auf die Krankheit und ihre Begleiterscheinungen eingestellt haben. Das bedeutet auch, dass, wer Schwierigkeiten im Umgang mit der neuen Situation hat, sich dies nicht vorzuwerfen braucht! Es ist wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen, die sie brauchen, und nicht zu schnell zu viel von sich oder Ihrem Partner fordern.
Trotz aller Schwierigkeiten sollten gegenseitiges Vertrauen und intensive Gespräche die Grundlage dafür bilden, die verschiedenen Aspekte des Zusammenlebens - von der Haushaltsorganisation über die Schaffung von individuellen Freiräumen bis hin zur Sexualität - zu überdenken und gemeinsam neu zu gestalten.
Was können – und sollten! – Sie tun, damit Sie zwar Rücksicht auf die Krankheit und alle damit zusammenhängenden Faktoren nehmen, die Diagnose COPD aber nicht zum Mittelpunkt Ihres Lebens wird:
• Sprechen Sie viel mit Ihrem Partner, sowohl über die Krankheit als auch über andere Dinge. Sie beide stehen gemeinsam vor einer großen Herausforderung, die von der neuen Rollenverteilung bis hin zu finanziellen Sachzwängen reicht. Nur gemeinsam werden Sie diese Herausforderung meistern.
• Bringen Sie Ihrem Partner viel Verständnis entgegen, reden Sie miteinander und loten Sie Ihre Beziehung neu aus. Was ist Ihnen beiden besonders wichtig? In welchen Bereichen brauchen Sie Freiräume? Welche Aktivitäten können und wollen Sie künftig gemeinsam erleben? Wie lassen sich die Aufgaben im Haushalt am besten verteilen?
• Machen Sie sich mit der Krankheit Ihres Partners vertraut. Welche Medikamente muss er wann einnehmen? Wie reagieren Sie in akuten Situationen? Was kann man tun, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern?
• Bei aller Sorge um Ihren Partner: Sorgen Sieauch für sich selbst! Pflegen Sie Hobbys und Freundschaften, gönnen Sie sich regelmäßig eine Massage, ein gutes Essen oder einen Theaterbesuch.
• Die Unterstützung Ihres Partners darf nicht so weit gehen, dass Sie selbst Ihre eigene Gesundheit gefährden. Sie sind keine Maschine, die von jetzt an immer reibungslos funktionieren muss! Gestehen Sie sich dies zu und machen Sie Ihrem Partner deutlich, dass auch Sie erst lernen müssen, mit der neuen Situation umzugehen.
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COPD - Partnerschaft Übersicht
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