Pneumologische Rehabilitation:
Was leistet die Medizin, was muss der Patient bereit sein zu leisten?
Herr Dr. med. Klaus Kenn
Schön Klinik Berchtesgadener Land; Schönau am Königssee
Herausragendes Ziel der pneumologischen Rehabilitation ist es, dem Patienten so viel Wissen und Aufmerksamkeit für Warnsymptome zu vermitteln, dass er zum eigenen „Infektmanager“ ausgebildet wird. Dies schließt neben dem Versuch der Infektvermeidung die frühzeitige Erkennung und dann eine konsequente Behandlung solcher Exazerbationen mit ein. Hier kann eine Phase der pneumologischen Rehabilitation mit dem Angebot spezieller Entwöhnungsprogramme wesentliche Hilfestellungen bieten. Aufgabe der Reha kann es auch sein, herauszuarbeiten, unter welchen Bedingungen (Ruhe, Belastung, nachts) ein COPD-Patient wie viel Liter an Sauerstoff-Versorgung benötigt.
In Deutschland findet pneumologische Rehabilitation bislang weitgehend nur im stationären Rahmen statt. Erste ambulante Versorgungsstrukturen entstehen zwar, sind jedoch noch bei weitem nicht flächendeckend vorhanden. Die Zukunft lässt aber erwarten, dass sich nach und nach wohnortnahe Rehabilitationstrukturen etablieren werden, so dass das Angebot größer werden wird.
Erste Studien zeigen, dass sogar die Lebenszeit durch Rehabilitation verlängert werden kann. Dies ist außer für die Sauerstoff-Therapie für noch keine medikamentöse Behandlung der COPD nachgewiesen worden. Pneumologische Rehabilitation bei COPD sollte also das „abwartende Nichtstun“ verhindern, und als Hilfe zur Selbsthilfe, als Aufruf zur Eigenverantwortung und Anstoß zu stetigem und dauerhaftem Selbsttun verstanden werden.