Sauerstoff-Langzeittherapie – warum die Therapietreue so wichtig ist
Frau Prof. Dr. med. Susanne Lang
SRH Wald-Klinikum Gera, 2. Medizinische Klinik
Während es unstrittig ist, dass der Mensch ohne Sauerstoff nicht leben kann, ist es dennoch für viele Patienten mit Erkrankungen der Atemwege und der Lunge schwierig zu akzeptieren, dass sie Sauerstoff als Therapie nicht nur zeitweise, sondern ständig benötigen und folglich auch ständig anwenden sollen. Die Langzeit-Sauerstofftherapie, dass heißt die Gabe von Sauerstoff über mindestens 16 Stunden am Tag (besser 24 Stunden) ist seit Jahren etabliert und zahlreiche Studien belegen den Nutzen. Mit Sauerstoff lässt sich Training wirksamer durchführen, das rechte Herz wird entlastet und so die Lebensdauer verlängert.
Neuere Studien aus Großbritannien, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden, zeigen dass bereits 2 Stunden Sauerstoffmangel eine Entzündungsreaktion und erhöhte Thromboseneigung bei Patienten mit COPD auslösen.
Leider schwankt die Therapietreue von Patienten mit COPD und Sauerstoff-Langzeittherapie zwischen 45 bis 70 Prozent. Manche Patienten befürchten, dass ihnen der Sauerstoff irgendwann nicht mehr hilft, wenn sie ihn zu oft anwenden. Tatsächlich kann man die Verschlechterung der Erkrankung nicht durch Weglassen der Therapie hinauszögern. Im Gegenteil, wenn man die Therapie konsequent durchführt, kann man länger verhindern, dass es schlechter wird.
Die Langzeit-Sauerstofftherapie (LOT) ist eine wirksame Therapie ohne wesentliche Nebenwirkungen, die häufig nicht ausreichend genutzt wird.
Selbsthilfegruppen spielen eine wesentliche Rolle für die Information und das Miteinander von Betroffenen, um dem Leben die Freude abzugewinnen, die auch jeder schwerkranke Patient erleben kann.