Exazerbierte COPD

Eine exazerbierte COPD ist der medizinische Notfall der Lungenkrankheit. Lesen Sie hier, wie Sie eine exazerbierte COPD erkennen, was Sie im Notfall tun können und wie Sie Exazerbationen vermeiden.

Wie erkennt man eine exazerbierte COPD?

Bei vielen Patienten der COPD schreitet die Krankheit in Schüben - sogenannten Exazerbationen - voran. Im Fall einer exazerbierten COPD kann man in kurzer Zeit ein schnelles Fortschreiten der COPD-Symptome Husten, Auswurf und Atemnot  sowie eine drastische Abnahme der Lungenfunktion beobachten.

Weitere mögliche Merkmale:

  • rapide Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • eitriger Auswurf (gelb-grüne Verfärbung)
  • schneller Herzschlag
  • ein hörbares Pfeifen beim Atmen
  • vermehrter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur

Exazerbierte COPD - Was tun?

Tritt eine Exazerbation auf, hängt die angemessene Reaktion vom Schweregrad der gesundheitlichen Verschlechterung ab.

Leichte Exazerbationen bei geringem COPD Schweregrad (I oder II) können von geschulten Patienten gut selbst gemanagt werden. Es wird geraten, den Einsatz bronchialerweiternder Medikamente etwas zu intensivieren und körperliche Anstrengung zu vermeiden. Zudem können Atemgymnastik (Lippenbremse) und atmungserleichternde Körperhaltungen (Kutschersitz) helfen, die Beschwerden zu lindern.

Bei mittelschweren Exazerbationen sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden, der über weitere Maßnahmen wie die Gabe von Kortison oder Antibiotika entscheiden kann. Auch eine zusätzliche Sauerstofftherapie kann bei schwerer COPD (III und IV) angezeigt sein.

Bei schweren Exazerbationen mit massiver Atemnot sollte der Patient möglichst rasch ins nächste Krankenhaus gebracht werden. Hier kann entschieden werden, ob eine stationäre oder gar eine intensivmedizinische Behandlung notwendig ist oder die Behandlung auch ambulant fortgesetzt werden kann.

Intensivmedizinische Betreuung der exazerbierten COPD

Je nach Schweregrad der Exazerbation kann eine Betreuung des betroffenen Patienten auf der Intensivstation notwendig werden. Mögliche Gründe für eine intensivmedizinische Behandlung sind schwere Atemnot (respiratoische Insuffizienz), ein fehlendes Ansprechen auf die Notfall-Therapie und eine drastisch abfallende Lungenfunktion.

Die intensivmedizinische Betreuung eines Patienten mit exazerbierter COPD umfasst den Einsatz von

  • Bronchodilatatoren
  • Kortikosteroiden
  • evtl. Antibiotika
  • einer invasiven oder nicht-invasiven Beatmung
  • Sauerstoff
  • physiotherapeutischen Maßnahmen

Wie vermeide ich Exazerbationen?

Die häufigste Ursache einer exazerbierten COPD sind Atemwegsinfekte, gegen die Sie sich am besten mit einer jährlichen Grippeschutzimpfung und einer einmaligen Pneumokokken-Impfung schützen können.

Schlechte Luft in stickigen und verrauchten Räumen oder Smog im Innenstadtbereich können ebenfalls eine Exazerbation auslösen. Meiden Sie daher solche Orte, an denen eine ausreichende Frischluftzufuhr nicht gewährleistet ist!

Auch eine spezielle Patientenschulung hilft Exazerbationen zu vermeiden. Studien haben ergeben, das geschulte Patienten ca. 50% der Exazerbationen vermeiden können, indem Sie frühzeitig die richtigen Maßnahmen einleiten. Dazu gehört z.B. die Erhöhung der Medikation in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung.

Natürlich helfen auch die grundsätzlichen Empfehlungen der COPD-Behandlung, um Exazerbationen zu vermeiden.

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