Lungenemphysem – Was ist ein Emphysem?

Ein Emphysem ist eine chronische Erkrankung der Lunge, die eine gestörte Sauerstoffversorgung der Patienten zur Folge hat.

Lungenbläschen


Das Wort Emphysem leitet sich aus dem Griechischen en physao ab, das „Blase“ bedeutet. Gemeint ist die für das Lungenemphysem typische Überblähung der Lungenbläschen. Wie kommt es dazu?

Was passiert in der Lunge?

Ein Lungenemphysem ist durch eine fortschreitende Beschädigung von feinen Strukturen des Lungengewebes gekennzeichnet. Im gesunden Zustand besteht im Lungengewebe ein Gleichgewicht von abbauenden (Proteasen) und schützenden Eiweißen (Antiproteasen) auf. Wird dieses Gleichgewicht durch eintretende Schadstoffe oder einen Eiweißmangel gestört, kann dies zu einer Beschädigung der Lungenbläschen führen.

Diese feingliedrigen Gebilde umgeben rebenartig unsere kleinsten Atemwege und transportieren den Sauerstoff in unsere Blutbahnen. Beim Lungenemphysem werden die dünnen Trennwände der Lungenbläschen zerstört und es bilden sich größere Emphysemblasen (bullöses Lungenemphysem).

Die aufgeblähten Emphysemblasen drücken Teile des Bronchialsystems zusammen und führen eine Obstruktion, also eine Verengung der Bronchien, herbei. Die eingeatmete Luft kann nun nicht mehr vollständig abgeatmet werden und sammelt sich in den Lungenbläschen. Es kommt zu einer Überblähung der Lunge.

Die Folgen: Das Lungenvolumen nimmt zu, das für den Gasaustausch verfügbare gesunde Lungengewebe nimmt jedoch ab. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt.

3 Formen des Lungenemphysems

Grundsätzlich kann man 3 Formen des Lungenemphysems unterscheiden:

1. Lungenemphysem bei COPD

Der häufigste Typ ist das Lungenemphysem bei COPD. Es tritt als Folge einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) auf und betrifft in der Regel eher den oberen Bereich der Lunge (zentrilobuläres Lungenemphysem).

Ursache einer COPD ist eine dauerhafte Belastung mit Schadstoffen, wie sie vor allem beim Rauchen in die Atemwege gelangen. In neun von zehn Fällen ist das Rauchen an der Entstehung einer COPD beteiligt. Etwa jeder dritte Patient bildet im Verlauf einer COPD ein Lungenemphysem aus.

2. Lungenemphysem bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

In einem von 100 Fällen geht ein Lungenemphysem auf einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zurück. Diese Form des Emphysems entsteht als Folgeerkrankung eines angeborenen Eiweißmangels.

Den Betroffenen mangelt es am Protein Alpha-1-Antitrypsin, das entzündetes Lungengewebe schützt. Es betrifft in der Regel eher den unteren Bereich der Lunge (panlobuläres Lungenemphysem).

Meist wird der Eiweißmangel jedoch erst zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr diagnostiziert, wenn die durch das Emphysem verursachte Atemnot auftritt.

3. Altersemphysem

Das Altersemphysem ist eine natürliche Alterserscheinung, bei der die Lunge an Elastizität verliert. Es wird nicht als Krankheit eingestuft, bildet keine Symptome aus und muss daher nicht behandelt werden.

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