Pflege bei COPD - Das müssen Sie wissen

Ambulante Pflegedienste unterstützen Patienten bei der alltäglichen Routine. Wie man die gesetzliche Pflegestufe beantragt und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Pflege bei COPD


Pflegebedürftige Menschen, die ihre Grundbedürfnisse wie Ernährung, Körperpflege und Mobilität nicht mehr selbstständig erfüllen können, haben die Möglichkeit, eine gesetzliche Pflegestufe zu beantragen. Damit soll gewährleistet werden, dass sie so lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden leben können.

Wie beantragt man eine gesetzliche Pflegestufe?

Um einen Pflegeanspruch geltend zu machen, müssen Sie eine gesetzliche Pflegestufe bei Ihrer Pflegekasse beantragen. Wenn Sie als pflegebedürftig eingestuft werden, übernimmt die Pflegeversicherung je nach Pflegestufe die Kosten für bestimmte Leistungen.

Für den Antrag gibt es keine vorgefertigten Formulare – es genügt ein formloser Antrag in Briefform. Dann wird der medizinische Dienst der Krankenversicherung ein Gutachten erstellen, um die Pflegebedürftigkeit und den Pflegeaufwand festzustellen. Mit dem Gutachten sind in der Regel eine ärztliche Untersuchung und ein Besuch beim Antragsteller verbunden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Pflegebedürftig sind nach dem Sozialgesetzbuch Personen, die wegen einer körperlichen oder seelischen Krankheit für die alltäglichen Verrichtungen auf Dauer in erheblichem Maße der Hilfe bedürfen.

Pflegestufe I

Der Betroffene ist pro Tag auf mindestens 90 Minuten Hilfe angewiesen. Davon müssen mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen. In dieser Pflegestufe ist keine stationäre Pflege enthalten.

Pflegestufe II

Der Betroffene ist pro Tag auf mindestens 3 Stunden Hilfe angewiesen. Davon müssen mindestens 2 Stunden auf die Grundpflege entfallen.

Pflegestufe III

Der Betroffene ist pro Tag auf mindestens 5 Stunden Hilfe angewiesen. Davon müssen mindestens 4 Stunden auf die Grundpflege entfallen.

Sonderregelungen

  • Eine ausgedehnte dritte Pflegestufe ist die „Härtefallregelung“, wobei von einer Pflegebedürftigkeit in der Nacht ausgegangen wird.
  • Eine außerklinische Intensivpflege wird notwendig, wenn die Patienten die Atemversorgung selbständig nicht mehr sicherstellen können.
  • Auch die Option einer stationären Pflege sollte bei der Pflegestufe III in Betracht gezogen werden.

Welche Aufgaben übernehmen die Pflegedienste für COPD-Patienten?

Wenn die Pflegebedürftigkeit eines Patienten festgestellt wurde, kann er den Pflegedienst frei auswählen. Die Pflegedienste passen die Leistungen auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten an. Grundsätzlich steht dabei die Grundpflege im Vordergrund. Dazu gehören die körperliche Hygiene, die Nahrungsaufnahme und die alltägliche Mobilität wie Aufstehen, Anziehen, Treppensteigen etc.

Aber auch speziellere Leistungen werden erbracht. Dazu kann z.B. die Unterstützung bei der Einnahme von Medikamenten oder der Anwendung von Hilfsmitteln gehören. Auch eine vom Arzt empfohlene Bewegungstherapie oder Hilfestellungen beim Abhusten und der Atemgymnastik können Teil der Hilfeleistungen sein.

Als Alternative zu den ambulanten Pflegediensten bietet sich auch die Möglichkeit einer selbst gewählten Pflegeperson an. Dafür erhalten Pflegebedürftige ein Pflegegeld, über dessen Verwendung sie frei verfügen können.

Für Sauerstoffpatienten und beatmete Patienten gibt es zudem spezielle Versorger, die sich um die korrekte Durchführung der Sauerstofftherapie kümmern bzw. die Atemversorgung sicherstellen und die Patienten mit der notwendigen Ausrüstung beliefern.

Weiterführende Information zur Intensivpflege:

www.leben-mit-intensivpflege.de

Leben mit Intensivpflege

Der Behindertenausweis für COPD-Patienten

Wer aufgrund einer COPD in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann einen Behindertenausweis beantragen.

mehr

Rehabilitation bei COPD

Während einer pneumologischen Rehabilitation lernen COPD-Patienten, das Leben mit der Lungenkrankheit eigenständig zu gestalten. Werden Sie selbst aktiv!

mehr

copd-deutschland.de