Antibiotika bei COPD: Das sagen die Leitlinien

Antibiotika kommen bei COPD nur bei bestimmten Patientengruppen zum Einsatz. Lesen Sie hier wann und wie lange die Mittel verabreicht werden sollten.

Antibiotika verschreibt der Arzt

Bevor Ärzte Medikamente verschreiben, wägen sie gut ab, ob die Gabe eines Präparats wirklich angezeigt ist. Das gilt besonders für die Behandlung mit Antibiotika: Die Risiken und Nebenwirkungen sind nicht unbeträchtlich und in vielen Fällen bleiben antibiotische Mittel ganz einfach wirkungslos.

Besonders aus einem bestimmten Grund sollten Antibiotika sparsam verwendet werden: Die häufige Einnahme führt dazu, dass sich bestimmte Krankheitserreger weiterentwickeln und Resistenzen ausbilden. Antibiotika bleiben dann gegen diese Erreger wirkungslos. Um solchen Resistenzbildungen vorzubeugen, sollte man Antibiotika also mit Bedacht anwenden.

COPD: Wer profitiert von Antibiotika?

Bei COPD profitieren nur bestimmte Patientengruppen von der Einnahme von Antibiotika. In Einzelfällen kann auch eine Dauertherapie sinnvoll sein.

In der aktuellen Leitlinie sind folgende Behandlungsempfehlungen enthalten:

1. Antibiotikagabe bei akut exazerbierter COPD

Patienten mit fortgeschrittener COPD und einer akuten Exazerbation sollten über einen Zeitraum von 5-7 Tagen Antibiotika einnehmen, wenn ein klinischer Hinweis auf eine bakterielle Infektion vorliegt. Ein solcher Hinweis ist eitriger, gelb-grünlicher Auswurf (Sputum), der z. B. anhand einer Farbskala durch den behandelnden Arzt identifiziert werden kann.

Bei einer sehr schweren Exazerbation kommt die Einnahme von Antibiotika auch bei Patienten im Anfangsstadium oder bei Fehlen eines bakteriellen Infekts in Betracht.

2. Dauertherapie bei Patienten mit häufigen Krankheitsschüben

Zwar kann eine langfristige Antibiotika-Einnahme die Anzahl von Exazerbationen senken – das Risiko einer Resistenzbildung sowie von nicht erwünschten Wirkungen spricht jedoch gegen eine dauerhafte Gabe. In der aktuellen Leitlinie wird eine generelle Dauertherapie mit Antibiotika bei COPD deshalb ausdrücklich nicht empfohlen.

Ausnahme: Patienten mit mehr als 2 Exazerbationen pro Jahr und dem klinischen Nachweis eines bakteriellen Infekts profitieren von einer Langzeitantibiose mit sogenannten Makroliden.

Hinweis: Bitte benutzen Sie die Informationen auf dieser Webseite daher nicht als alleinige Entscheidungsbasis für die Behandlung Ihrer Beschwerden. Sie sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und sollen auf keinen Fall einen Arztbesuch ersetzen. Bei Fragen bezüglich der individuellen Therapie ist Ihr behandelnder Lungenfacharzt der richtige Ansprechpartner!

Quelle: Vogelmeier, C. (et al.): S2k - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018; 72: 253–308.

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