GOLD-Report 2019: Neues zur COPD-Therapie

In den neuesten Empfehlungen zur COPD-Behandlung der GOLD-Initiative gewinnen Biomarker und Triple-Therapie an Bedeutung. Worum geht es?

Dosieraerosole

Im jährlichen Report der GOLD-Initiative (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) empfehlen führende Lungenexperten Richtlinien für eine optimale COPD-Therapie. Neueste Studienergebnisse, die für die Behandlung der COPD bedeutsam sind, finden stets Eingang in den Report.

Im Fokus des neuesten Reports stehen vor allem 2 Änderungen:

Eosinophile und Nutzen der Kortisongabe

Neue Studien legen nahe, dass die Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen im Blut eines Patienten - die sogenannten Eosinophile - mit der Wirksamkeit von inhalativen Cortikosteroiden (ICS) zusammenhängt.

ICS – also kortisonhaltige Medikamentensprays zum Inhalieren - kommen bei COPD-Patienten mit erhöhtem Exazerbationsrisiko zum Einsatz. Für diese Patienten ist nach den neuesten Erkenntnissen eine ICS-Gabe dann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wirksam, wenn der Wert bei 300 Eosinophilen pro Mikroliter im Blut liegt. Patienten mit einer Eosinophilen von weniger als 100/µl profitieren hingegen eher nicht.

Wenn ein Patient also häufig exazerbiert und hohe Eosinophilenzahlen aufweist, desto wahrscheinlicher wird er von einem ICS profitieren.

Basis- und Folgetherapie

Die Basis der COPD-Therapie bilden bronchialerweiternde Medikamente, die sogenannten Bronchodilatatoren. Sie reduzieren Atemnot und Husten, indem sie eine Weitung der Atemwege bewirken. In dieser Medikamentengruppe stehen Einzel- oder Kombipräparate zur Wahl.

Was aber tun, wenn die Basistherapie nicht oder nicht mehr den erwünschten Behandlungserfolg bringt?

In dieser Frage empfiehlt der neueste GOLD-Report die folgende Vorgehensweise:

1. Im ersten Schritt ist die Frage zu klären, ob bei einem Patienten die Atemnot oder Exazerbationen im Vordergrund der COPD stehen. Ist letzteres der Fall, sollte der behandelnde Arzt die Eosinophile messen und die Gabe von inhalativem Kortison in Betracht ziehen.

2. Im zweiten Schritt kommen folgende Faktoren auf den Prüfstand:

  • Inhalationstechnik: Wendet der Patient das verschriebene Inhalationssystem richtig an?
  • Adhärenz: Befolgt der Patient die Therapievorgaben? Nimmt er die Medikamente regelmäßig ein?
  • Nicht-medikamentöse Therapieoptionen: Gibt es die Möglichkeit durch eine Reha oder eine Patientenschulung eine Verbesserung zu erreichen?
  • Ursachenforschung: Gibt es womöglich andere Auslöser für vermehrte Atembeschwerden?

3. Im dritten Schritt steht die medikamentöse Therapie im Fokus: Besteht die Notwendigkeit die Dosis zu erhöhen und zu reduzieren? Wie verträgt der Patient das verschriebene Medikament? Kommt ein anderer oder ein weiterer Wirkstoff in Frage?

Mit diesem Modell haben behandelnde Ärzte die häufigsten Ursachen für einen ausbleibenden Behandlungserfolg im Blick und können im Einzelfall die individuell richtigen Maßnahmen treffen.

Quelle:

Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease: Global Stragegy for the diagnosis, Management And Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Lung Disease, 2019 Report, 91-93.

Hinweis: Bitte benutzen Sie die Informationen auf dieser Webseite daher nicht als alleinige Entscheidungsbasis für die Behandlung Ihrer Beschwerden. Sie sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und sollen auf keinen Fall einen Arztbesuch ersetzen. Bei Fragen bezüglich der individuellen Therapie ist Ihr behandelnder Lungenfacharzt der richtige Ansprechpartner!

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