Sport in Zeiten von Corona: Fit trotz Ausgangsbeschränkung

Warum gerade jetzt ein angemessenes Bewegungsprogramm für Patienten mit Asthma und COPD so wichtig ist.

Frau trainiert mit Hanteln

Wir bleiben zu Hause! Das Motto der letzten Wochen wird uns wohl noch einige Zeit begleiten. Das gilt besonders für Menschen mit Vorerkrankungen, die bei einer Infektion mit dem Coronavirus gefährdet sind.

Die Beschränkung auf das häusliche Umfeld bringt aber ein anderes Risiko mit sich. Denn wer zu Hause bleibt, bewegt sich weniger: Der Lungensport fällt aus, wer noch arbeitet, bleibt im Home-Office und aus Angst vor einer Ansteckung scheuen viele sogar den täglichen Spaziergang.

Bewegung stärkt die Immunabwehr Ihres Körpers

Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Davon können gerade viele Menschen mit Asthma oder COPD berichten – denn ein Mangel an Bewegung ist auf Dauer mit einer abnehmenden Belastbarkeit und zunehmenden Atembeschwerden verbunden.

Das Gegenrezept ist schnell gefunden: Auch in der aktuellen Situation ist es wichtig, dass Sie ein angemessenes Bewegungsprogramm in Ihren Tagesablauf integrieren. Das führt zu einer verbesserten Belüftung der Lunge, einer besseren Durchblutung der Schleimhaut in den Atemwegen und zu einer Stärkung der Immunabwehr.

Wie könnte ein solches Programm aussehen und was sollten Sie dabei beachten?

So bleiben Sie trotz Ausgangsbeschränkung fit

Um sich fit zu halten, eignet sich ein Training, das die drei Komponenten Kraft, Ausdauer und Atemmuskulatur berücksichtigt.

Ausdauer

Ein Training der Ausdauer ist vor allem wegen der besseren Luftfeuchtigkeit an der frischen Luft empfehlenswert. Zudem laden die angenehmen Temperaturen zu Spaziergängen ins Grüne ein. Wenn Sie ausreichend Abstand zu anderen Menschen wahren, müssen Sie darauf auch jetzt nicht verzichten.

Gehen Sie allein oder mit Ihrem Partner (für mindestens 20 Minuten) und wahren Sie Abstand (mindestens 2 Meter) zu anderen Menschen. Wählen Sie dazu am besten eine Strecke aus, die weniger stark frequentiert ist, oder gehen Sie dann raus, wenn wenige Menschen unterwegs sind, z.B. früh am Morgen.

Auch das Tragen eines Mundschutzes ist sinnvoll. Dabei kann es sich um ein Tuch oder einen Schal handeln, den Sie sich um Mund und Nase binden. Zwar schützen diese nicht sicher vor einer Ansteckung, aber jeder Schutz ist besser als gar keiner. Zudem signalisieren Sie so entgegenkommenden Menschen: Bitte Abstand wahren!

Das Tragen von Atemschutzmasken wird Lungenpatienten hingegen nicht empfohlen, weil diese Masken Atemnot verstärken können.

Kraft- und Atemübungen

Aber auch in Ihrer Wohnung gibt es viele Möglichkeiten, sich in Schwung zu halten. Besonders Kraft- und Atemübungen lassen sich leicht in den eigenen vier Wänden durchführen. Dafür brauchen Sie in der Regel nur einen Stuhl oder eine Matte, auf die Sie sich legen können, und weitere haushaltsübliche Gegenstände.

Anregungen für ein tägliches Trainingsprogramm bieten Ihnen unsere Atemübungen mit Michaela Frisch.

Im Video zeigt Ihnen Michaela Frisch von der AG Lungensport eine einfache Atemübung im Sitzen:

Wie häufig trainieren?

Ganz grundsätzlich ist es eine gute Idee, Ihren Kreislauf mehrmals am Tag in Schwung zu bringen. Trainieren Sie z.B. morgens Ihre Ausdauer, mittags die Kraft in Armen und Beinen und abends Ihre Atemmuskeln.

Dabei geht es wohlgemerkt nicht um sportliche Höchstleistungen. Ganz allgemein gesprochen gibt es für jeden Menschen eine Grenze, ab der gesunde körperliche Aktivität in eine Überbelastung umschlägt. Wie Sie ein Übermaß an Bewegung vermeiden können, lesen Sie im Artikel „Wie viel Belastung ist gesund für mich?



Doppelt effektiv zur Stärkung der Atemwege!

Sie leiden unter zähem Schleimfluss in den Atemwegen? Dann nutzen Sie die kombinierte Kraft der Atemtherapie und der Feuchtinhalation – doppelt stark bei Erkrankungen der Atemwege!

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Quellen:

  1. Bayrischer Rundfunk: Immunsystem ankurbeln mit Ausdauer- und Atemmuskel-Training. (21.03.2020)
  2. Süddeutsche Zeitung: Die Lunge muss belüftet werden. (20.03.2020)

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