Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Jetzt erst recht! Reagieren statt resignieren bei COPD

Wer darauf vertraut, dass der Arzt alles Notwendige einleitet, ist schief gewickelt. Heute lautet deshalb mein Appell an euch: Seid neugierig, selbständig und nutzt alle vorhandenen Hilfsangebote!

Als Betroffene kennt ihr sicherlich die folgende Situation: Nach der Diagnose vom Arzt steht man da wie der Ochs vorm Berg und kann wenig anfangen mit diesen 4 Buchstaben: COPD.

Schon klar, eine Erkrankung wie die COPD lässt sich nicht mal eben so in zwei, drei Sätzen erklären. Dafür sind das Krankheitsbild, die Behandlungsoptionen und die (möglichen) Auswirkungen viel zu komplex – als Betroffener ist man da erstmal gründlich überfordert.

Umso wichtiger ist es, nach der Diagnose so schnell wie möglich seinen Kopf hochzuhalten – denn nur ein informierter Patient ist ein guter Patient!

Hat die Erkrankung mich im Griff oder ich die Erkrankung?

Wenn ich meine Lebensqualität erhalten will, ist es mit einem Rauchstopp nicht getan. Die COPD verlangt eine grundsätzliche Umstellung unseres Alltags.

Dazu gehören:

  • die regelmäßige und richtige Einnahme der Medikamente,
  • das Vermeiden von Schadstoffen und Infekten,
  • angemessene körperliche Belastung und die Teilnahme am Lungensport
  • eine gesunde Ernährung
  • das Haushalten mit den eigenen Kräften und das Vermeiden von Stress

Als COPD-Patient stehe ich hier selbst in der Verantwortung! Das heißt, dass ich mich selbst aktiv mit den hilfreichen Maßnahmen auseinandersetze und herausfinde: Was tut mir gut und was nicht?

Die eigene Initiative ist also von Anfang an entscheidend im Umgang mit der Erkrankung. Aber keine Sorge: Niemand ist ganz auf sich allein gestellt!

Der selbständige Patient weiß sich zu helfen

Es gibt viele Anlaufstellen für COPD-Patienten, die euch beratend zur Seite stehen. Mithilfe der vorhanden Angebote kann sich jeder Patient ein eigenes Netzwerk aufbauen, das euch in verschiedensten Situationen unterstützt.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Anlaufstellen:

  • Als Erstes wäre hier der Lungenfacharzt zu nennen. Schaut hier mindestens einmal im Jahr vorbei, um über die Wirkung der Medikamente zu sprechen und die Medikation ggf. anzupassen.
  • Fragt euren Arzt oder Apotheker nach der richtigen Anwendung der verschriebenen Medikamente. Diese wirken nämlich nur dann, wenn ihr das verschriebene Inhalationssystem richtig anwendet. Die wenigsten machen hier auf Anhieb alles richtig.
  • Auch die Krankenkasse ist einen Anruf wert. Fragt z.B. nach einem DMP-Programm in Eurer Nähe. Das sind spezielle Schulungsprogramme für COPD-Patienten, an dem jeder Patient teilnehmen sollte.
  • Bei der AG Lungensport erfahrt Ihr, wo Ihr euch einer Lungensportgruppe anschließen könnt. Unbedingt empfehlenswert!
  • Das Symposium Lunge (und vielen weiteren Infoveranstaltungen zur COPD) informiert euch Jahr für Jahr über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten. Das nächste Symposium findet übrigens am 01. September in Hattingen statt.
  • In vielen Selbsthilfegruppen für COPD-Patienten findet ein reger Austausch zwischen den Mitgliedern statt. Meist sind auch regelmäßige Infoabende Teil des Programms. Vielleicht gibt es schon eine Gruppe in eurer Nähe? Oder ihr gründet einfach selbst eine neue Gruppe!
  • Auch hier auf leichter-atmen.de könnt ihr euch immer mit den neuesten Infos versorgen und viel über die Erkrankung und den Umgang im Alltag erfahren. Mit dem leichter-atmen Newsletter bleibt ihr immer auf dem Laufenden!

Das wären nur einige Tipps für einen selbständigeren Umgang mit der COPD. Wichtig ist es, den Anfang zu machen – ich verspreche euch: Es lohnt sich!

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Kommentare:

Kommentar von Dieter |

@Bia,
wir haben dieses Jahr in einen Dyson Lüfter mit Befeuchterfunktion investiert. Läuft sehr leise, Luftfeuchtigkeit kann zwischen 30 bis 70% programmiert werden, Zeitabschaltung gibt es auch . Es ist eine Fernbedienung dabei.
Ich möchte das Gerät nicht mehr missen, hat mit im Sommer die Nächte erleichtert.
Leider nicht sehr preiswert, es waren etwas über 400 Euro.
Mein harter Husten war schlagartig weg, ich bekam besser Luft.
Ein reiner Befeuchter ist sicher günstiger zu haben, aber bei der Hitze dieses Jahr war die sehr leise zusätzliche Lpfzerfunktion sehr angenehm.

Kommentar von Jutta |

Hallo Hannelore,
warum solltest Du Deiner Arbeit nicht mehr nachgehen können? COPD ist nicht ansteckend und sofern die Arbeit Dir nicht zu viel ist, kannst Du ruhig alles so weiter machen.

Dein Gesundheitszustand sollte so gut sein, dass Du keine großen Einschränkungen hast und natürlich solltest Du unbedingt mit entsprechenden Maßnahmen (Medikamententreue, Arztuntersuchungen, evtl. Rauchstopp, Lungensport usw.) beginnen, um einer Verschlechterung vorzubeugen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Umsetzung!

Kommentar von Hannelore |

Guten Tag,
War beim Lungenfacharzt, der hat die COPD mit Lungenenphysen Stadium 1-2 bestätigt. Muß 1 x tägl. Braltus inhalieren und für den Notfall Salbuhexal N. Bin Haushaltshilfe beim Pflegedienst. Nun meine Frage: ich kann doch weiter als Haushaltshilfe arbeiten, oder? Und auf was muß ich jetzt achten?

Kommentar von leichter-atmen Team |

Hallo Christel,

du kannst dir vor allem selbst helfen: Neben der regelmäßigen Einnahme deiner Medikamente ist es für dich wichtig, körperlich aktiv zu sein. Am besten suchst du dir eine Lungensportgruppe in deiner Nähe. Unter www.lungensport.org findest du alle Gruppen in Deutschland. Sollte keine Gruppe in deiner Nähe sein, kannst du auch z.B. mit der Unterstützung eines Atemtherapeuten ein Training in Eigenregie durchführen. Anregungen dazu findest du in den "Atemübungen mit Michaela Frisch".

Du schreibst von Angst in Verbindung mit Atemnot - das eine kann manchmal das andere bedingen bzw. verstärken. Im Beitrag "Das Atemnot-Monster zähmen" von Monika Tempel findest du Tipps, wie du mit solchen Situationen umgehen kannst.

Wir wünschen dir alles Gute!

Kommentar von Pahl Christel |

Ich habe Asthma bronchiale und COPD 1 laut meines Pneumologen. Ich habe jetzt eine ganz gewöhnliche Erkältung, bekomme Antibiotika und Predniloson 20mg. Meine Erkältung ist lose und gut. Kann auschnupfen und abhusten (morgen Auswurf leicht grünlich , gelb nachmittags fast ok) Kriege aber trotz Atemtechnik, nach kleinen Wegen bleibt mir die Luft weg. Habe Berodual, Foster und Spiriva und komme sehr gut damit zurecht. Ich rauche seit 31 Jahren nicht mehr. z.ZT. morgens:40mg Prednisolon, Abends 20mg und kriege im sitzen Luft aber der Weg bedeutet luftnot und angst. Kann man mir helfen?

Kommentar von leichter-atmen Team |

Hallo Hannelore,

dass du etwas neben dir stehst, ist verständlich. Die Diagnose einer chronischen Erkrankung wie der COPD verarbeitet man nicht mal eben so. Aber lass dir gesagt sein: Die Erkrankung wurde bei dir sehr früh erkannt, was für deine Aussichten sehr positiv ist.

Wer hat denn eigentlich die Diagnose gestellt? Falls es der Hausarzt war, solltest du dir als Nächstes auf jeden Fall einen Lungenfacharzt suchen und eine genauere Diagnose vornehmen lassen.

Wenn du jetzt die richtigen Maßnahmen einleitest, hast du vieles selbst in der Hand. Hier auf leichter-atmen.de findest du dazu viele Informationen. Zum Einstieg sei dir der folgende Beitrag empfohlen: Diagnose COPD - Was nun?

Alles Gute und melde dich gerne, wenn du weitere Fragen hast!

Kommentar von Hannelore |

Guten Abend,
Habe heute die Diagnose COPD 1-2 erhalten und jetzt steh ich irgendwie neben mir.
Wie geht es weiter?
Arbeite als Haushaltshilfe bei einem Pflegedienst und hab noch nen 15 jährige zu Hause.

Kommentar von Ursel |

Hallo liebe Mitstreiter, ich habe COPD Entstufe, möchte mir die Türen in der Wohnung streichen lassen. Hier habe ich unterschiedliche Aussagen von 2 Ärzten bekommen.Der Arzt im Krankenhaus sagt , kein Problem erst die Tür im Schlafzimmer streichen und ich könnte darin dann schlafen.Mein Lungenfacharzt meint, auf alle Fälle 14 Tage lang die Wohnung verlassen.Gibt es eine Farbe die für uns geschützter ist?
Der einfache Mundschutz ist für uns COPD ler nicht geeignet.
Ich würde mich auf eine Antwort freuen.
Danke Ursel

Kommentar von Susanne |

Hallo an Alle! Ich bin 69, Copd 3-4 und Lungenemphysem, sauerstoffpflichtig. Mich erstaunt immer wieder, dass manche (z.B. Winfried) trotz gleicher Diagnose so fit sind und sogar arbeiten. Für mich ist schon die geringste Anstrengung eine Plage sondergleichen (trotz aller Therapien und Reha). Klingt neidisch ist es aber nicht!
Würde mich über andere Erfahrung freuen.
Liebe Grüsse, Susanne

Kommentar von Winfried Friedrich |

Guten Morgen Jutta Danke für deine Antwort im Dezember hab ich Termin bei meinem LUFA den werde ich dann fragen eine Verschlechterung hab ich nicht gemerkt es ist auch nicht jeden Tag

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