Methoden zur endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR)

Pressemitteilung der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland vom 10.08.2018

Verschiedene Maßnahmen zur Verringerung einer Lungenüberblähung (Lungenemphysem) wird PD Dr. med. Daniela Gompelmann, Oberärztin Pneumologie und Beatmungsmedizin Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, in ihrem Vortrag auf dem Symposium 2018 vorstellen.

Das Ziel der so genannten endoskopischen Lungenvolumenreduktion (ELVR) ist eine Verringerung der Lungenüberblähung, die bei Patienten mit Lungenemphysem pathophysiologisch wesentlich zur Atemnot bei Belastung (Belastungsdyspnoe) beiträgt. Im Vergleich zur chirurgischen Lungenvolumenreduktion ist die ELVR mit einer geringeren Morbidität und Mortalität verbunden.

So stellt die ELVR bei ausgewählten Patienten, eine zusätzliche Therapieoption dar - insbesondere für Patienten mit einem schwergradigen Lungenemphysem, die trotz Ausschöpfens der leitliniengerechten konservativen Behandlung Symptome und eine erhebliche lungenfunktionelle Einschränkung aufweisen (FEV1 < 50%, RV >175%, Emphysemnachweis in der Multidetektor-Computertomographie). Seit 2017/2018 sind diese endoskopischen Interventionen als Therapie des Lungenemphysems in den GOLD-Empfehlungen und in der nationalen Leitlinie verankert.

Mittlerweile stehen diverse ELVR-Techniken zur Verfügung, die sich in ihrer Indikation, ihrem Wirkmechanismus, ihrer Reversibilität (Umkehrbarkeit) sowie dem Komplikationsspektrum unterscheiden. Die bekannteste ELVR-Methode ist die blockierende Ventiltherapie, die zugleich die einzige wieder umkehrbare (reversible) Methode darstellt. Daneben stehen die Coil-Therapie, die bronchoskopische Thermoablation sowie die polymerische Lungenvolumenreduktion zur Verfügung, die allesamt nicht-blockierende Verfahren darstellen und im Gegensatz zur Ventiltherapie nicht umkehrbar (irreversibel) sind.

Ein weiterer wesentlicher Unterscheid zwischen der blockierenden Ventilimplantation und den alternativen nicht-blockierenden Techniken ist ihre Abhängigkeit von der sog. interlobären Kollateralventilation. Diese erfolgt über Lungenlappen, die miteinander durch Parenchymbrücken verbunden sind. Während Ventile nur bei Patienten ohne interlobäre kollaterale Ventilation effektiv eingesetzt werden können, können die anderen ELVR-Techniken auch bei Patienten mit Kollateralventilation wirksam sein. Daher ist vor einer geplanten bronchoskopischen Intervention eine Überprüfung der Kollateralventilation unabdingbar.

Die Wirkungsweise und Effektivität der einzelnen Verfahren sowie mögliche Komplikationen wird Frau Dr. Gompelmann in Ihrem Vortrag näher erläutern.

Passend zu diesem Thema hat der COPD-Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland einen Patientenratgeber mit dem Titel: Bronchoskopische Lungenvolumenreduktion herausgegeben, den Sie im Ausstellungszelt 3 am Stand 1 kostenlos erhalten.

Quelle: Vortrag von PD Dr. med. Daniela Gompelmann, Oberärztin Pneumologie und Beatmungsmedizin Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, auf dem 11. Symposium Lunge am Samstag, den 1. September 2018 von 9:00-17:00 Uhr in Hattingen (NRW).

 

Sämtliche Informationen zum 11. Symposium-Lunge entnehmen Sie bitte der Homepage des Veranstalters bzw. des Mitveranstalters. Dort finden Sie auch Informationen, Zusammenfassungen, Fotostrecken, Filmbeiträge und DVD-Mitschnitte der zehn bisher durchgeführten Symposien.

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:

Organisationsbüro Symposium-Lunge
Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2018

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