Akute und chronische Atemwegsinfekte

Über die Atmung gelangt nicht nur Sauerstoff in unsere Atemwege, sondern verschiedenste Partikel, die in der Luft um uns herum enthalten sind. Dazu gehören auch Schadstoffe und Krankheitserreger, die Infektionen in den Atemwegen auslösen können.

Atemwegsinfekte

Unsere Atemwege sind im Alltag verschiedensten Belastungen ausgesetzt. Je nach Art, Intensität und Dauer der Belastung kommt es dabei schnell zu Atemwegserkrankungen. Atemwegsinfekte sind Erkrankungen der Atemwege, die von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Pilzsporen übertragen wurden. Besonders akute Atemwegsinfekte sind weit verbreitet.

Das Reinigungssystem der Atemwege

Ganz wehrlos ist das Atemwegssystem gegenüber äußeren Störfaktoren nicht. Das Immunsystem zum Beispiel kann Krankheitserreger abtöten. Zudem ist zum Schutz der Atemwegsorgane fast der ganze Atemtrakt von innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Sie erstreckt sich über den Nasen-Rachenraum und das gesamte Bronchialsystem.

Schleimhaut

Die Schleimhaut fungiert gewissermaßen als Reinigungskraft, die eindringende Partikel, Erreger und Schadstoffe wieder aus dem Atemwegssystem hinaustransportiert. Die Grafik rechts zeigt den Querschnitt eines Bronchus und den Aufbau der Schleimhaut:

Der wässrige Schleim wird dabei von sogenannten Becherzellen (in der Grafik in hellblau dargestellt) abgegeben und fließt die innere Bronchialwand entlang.

Für den Transport des Schleims, in dem eindringende Schadstoffe haften bleiben, ist das Flimmerepithel (in der Grafik lila eingefärbt) zuständig. Es überzieht die Schleimhaut mit einem teppichartigen Gebilde aus Millionen von beweglichen Flimmerhärchen, die den Schleimfilm wie auf einem Förderband in Richtung Rachen schieben.

Von hier aus wird der Schleim in den Magen hinuntergeschluckt oder über die Nase nach außen befördert.

Wie entstehen Atemwegsinfekte?

Wenn wir im Winter viel trockene Heizungsluft einatmen, leiden darunter unsere Schleimhäute: Sie trocknen schneller aus und werden damit anfälliger gegenüber schädlichen Einflüssen. Wenn zudem Kälte unser Immunsystem schwächt, haben virale oder bakterielle Erreger leichtes Spiel. Sie setzen sich in den Atemwegen fest und vermehren sich rasch.

Weitere Faktoren, die eine akute Infektion wahrscheinlicher machen:

  • häufige Atemwegsinfekte
  • körperliche Erschöpfung und Stress
  • allergische Reaktionen der Atemwege
  • Tabakkonsum
  • häufiger Kontakt mit atemwegsbelastenden Schadstoffen (z.B. am Arbeitsplatz)

Auf den Befall mit Krankheitserregern reagiert die Schleimhaut mit einer Schutzreaktion: Sie entzündet sich, schwillt an und produziert mehr Schleim, um die Erreger zu beseitigen. Auch ein solcher akuter Infekt gehört also gewissermaßen zu den Schutzmechanismen der Atemwege.

Letztlich kommt es bei einem Atemwegsinfekt aber zu einer Überlastung des Reinigungssystems, die akut oder chronisch verlaufen kann. Bei einem chronischen Infekt treten meist dauerhafte Belastungen wie z.B. allergische Reaktionen hinzu.

Akute Atemwegsinfektionen

Eine akute Infektion klingt in der Regel nach 1-2 Wochen von alleine wieder ab und kann die Schleimhaut verschiedener Bereiche betreffen. Je nach betroffenem Bereich lassen sich verschiedene Unterarten von Atemwegsinfektionen definieren:

Obere und untere Atemwege

Atemwegsinfekte der oberen Atemwege

  • Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis)
  • Nasennebenhöhlen-Entzündung (Sinusitis)
  • Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Atemwegsinfekte der unteren Atemwege

  • Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Luftröhrenentzündung (Tracheitis)
  • Entzündung der Bronchien (Bronchitis)
  • Entzündung der Lungenbläschen (Alveolitis)
  • Lungenentzündung (Entzündung des Lungengewebes = Pneumonie)

In der Regel betrifft ein Infekt der Atemwege jedoch mehrere Bereiche gleichzeitig. Die Bezeichnung wird dann nach dem maßgeblich betroffenen Bereich gewählt.

Chronische Atemwegsinfektionen

Ist eine Belastung der Atemwege konstant vorhanden, können Atemwegsinfekte auch chronisch verlaufen. Chronisch wird ein Atemwegsinfekt dann, wenn die Symptome immer wiederkehren oder kaum bzw. gar nicht mehr nachlassen.

Chronische Infekte der oberen Atemwege

In den oberen Atemwegen sind es vor allem verschiedene Formen der chronischen Sinusitis, die vielen Betroffenen zu schaffen machen. Sie leiden unter immer wiederkehrenden Atemwegsinfektionen in den Nebenhöhlen der Nase, haben häufig Kopfschmerzen und fühlen sich oft müde oder abgeschlagen.

allergische Infektionen der Atemwege

Die Ursachen sind häufig allergischer oder anatomischer Natur. Ein Heuschnupfen zum Beispiel kann chronische Infekte in den Nasennebenhöhlen verursachen und die Patienten permanent in Schach halten. Aber auch Engstellen im Bereich der Nebenhöhlen stören den Schleimfluss und führen schnell zur Ausbreitung von Erregern.

Bei chronischen Infekten der oberen Atemwege besteht grundsätzlich die Gefahr einer Ausweitung der Entzündung auf die unteren Atemwege. Wenn der Schleim nämlich nicht mehr über die Nase abfließen kann, führt das häufig zum sogenannten Postnasal-Drip-Syndrom. Bei diesem Phänomen fließt der Schleim den Rachen hinunter in die Bronchien und kann hier wiederum an der Entstehung einer chronischen Infektion der unteren Atemwege beteiligt sein.

Chronische Infekte der unteren Atemwege

In den unteren Atemwegen ist eine Bronchitis die häufigste Form der Erkrankung. Dabei entzündet sich die Schleimhaut in den Bronchien und es kommt zu einer vermehrten Schleimproduktion, die wiederum Husten verursacht. Chronisch wird eine Bronchitis vor allem dann, wenn zu der Infektion mit Krankheitserregern weitere Belastungen der Atemwege hinzutreten. Dabei kann es sich z.B. um eine Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz handeln.

Rauchen als Ursache von AtemwegsinfektionenIn den meisten Fällen tritt die chronische Bronchitis jedoch bei Rauchern auf. Die Giftstoffe, die beim Rauchen in die Atemwege gelangen, beschädigen das Flimmerepithel. Dadurch wird Krankheitserregern der dauerhafte Befall der Atemwege erleichtert, so dass die Symptome nicht mehr abklingen. Im Verlauf dieser Erkrankung wird zudem ein immer zäherer Schleim produziert, der das bekannte Phänomen des Raucherhustens verursacht.

Die chronische Form der Bronchitis birgt nicht zuletzt die Gefahr in eine COPD, also eine chronisch-obstruktive Bronchitis, überzugehen. Sie ist vor allem durch eine fortschreitende Verengung der Atemwege gekennzeichnet.

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