COPD-Symptome: Die Anzeichen erkennen

Sie entwickelt sich oft schleichend – meistens treten Husten und Auswurf als erste Symptome auf, die nicht selten lange Zeit ignoriert werden. Doch spätestens wenn das dritte Symptom hinzu kommt, ist sie nicht mehr zu leugnen: Die COPD.
 | 23.11.2021

Habe ich eine COPD?“ – eine Frage, sie sich viele Betroffene wahrscheinlich schon recht früh im Krankheitsverlauf gestellt haben. Denn die Volkskrankheit ist heutzutage in aller Munde und extrem weit verbreitet. Doch woran erkenne ich nun, ob ich “nur einen Husten” habe oder ob es sich dabei bereits um eine COPD handelt?

In diesem Beitrag wollen wir vermitteln…

  • an welchen Anzeichen man eine COPD erkennen kann,
  • wie sich die Symptome im Krankheitsverlauf entwickeln und
  • wie die nächsten Schritte auf dem Weg zur Diagnose aussehen können.

AHA! An diesen Anzeichen erkennen Sie eine COPD

AHA – spätestens seit der Corona-Pandemie eine prominente Abkürzung. Doch im COPD-Kontext steht AHA für die drei häufigsten Symptome der chronischen Lungenerkrankung: Atemnot, Husten, Auswurf. Typisch ist dabei übrigens ein schleichender Verlauf: Die ersten milden, einzelnen Anzeichen steigern sich über Jahre hinweg zu ausgeprägten Beschwerden. Erst dann treten die drei Haupt-Symptome gemeinsam auf. Eine frühzeitige Diagnose kann jedoch dabei helfen, das Fortschreiten des Verlaufs zu verlangsamen oder gar zu stoppen.

Dieses Video erklärt die Symptome anschaulich – und ab wann es sich lohnt, mit seiner oder seinem Fachärzt:in zu sprechen:

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Das bedeutet AHA im Detail:

  1. Husten: Chronischer Husten – trocken oder feucht – ist in der Regel das erste Anzeichen einer COPD. Der Husten ist eine Folge der vermehrten Schleimbildung. Er wird zumeist morgens nach dem Erwachen am stärksten wahrgenommen.
  2. Auswurf: Der Husten ist meist von zähem Auswurf (im Fachjargon auch Sputum genannt) begleitet, der aus den Bronchien nach oben befördert wird. Bei der COPD ist das Sputum klar oder bräunlich. Übrigens: Wer nur an speziellen Orten, beispielsweise in geschlossenen Räumen, im Freien oder am Arbeitsplatz husten muss – noch dazu ohne Auswurf –, könnte auch an einer anderen Erkrankung leiden.
  3. Atemnot: Im fortgeschrittenen Stadium der COPD kommt in aller Regel als drittes Symptom zu Husten und Auswurf die Atemnot hinzu. Die Betroffenen beschreiben diese oft als ein Engegefühl in der Brust. Zunächst tritt sie nur unter Belastung auf, beispielsweise beim Treppensteigen. Sie kann im Verlauf der Erkrankung aber auch stärker werden und sogar im Ruhezustand auftreten.

Die Symptome im Verlauf der COPD

Leichte COPD: Bereits im Anfangsstadium der Erkrankung lassen sich erste Anzeichen erkennen, die auf eine COPD hinweisen: Bei den meisten Betroffenen hat sich im Vorfeld ein chronischer Husten entwickelt. Es handelt sich in der Regel um den typischen Raucherhusten, der vor allem morgens einsetzt und mit zähem Auswurf verbunden ist. Möglicherweise treten zudem häufiger Infektionen der unteren Atemwege (beispielsweise eine Bronchitis) mit starkem Husten auf.


Fortgeschrittene COPD: Das Fortschreiten der Lungenkrankheit erkennt man an einer zunehmenden Symptomatik: Es kommt meist zu einer vermehrten Produktion von immer zäher werdendem Bronchialschleim, der das Abhusten noch mehr erschwert. Viele bemerken jetzt auch, dass sie schneller erschöpft sind als früher – ganz besonders bei körperlicher Belastung, obwohl man diese vor der Erkrankung doch ganz selbstverständlich “weg gesteckt” hat.


Schwere COPD: Im Endstadium der COPD schränkt die Atemnot den Bewegungsspielraum der Patient:innen zusehends ein. Exazerbationen, also akute Verschlechterungen der Symptome, kommen bei vielen Betroffenen in regelmäßigen Abständen vor. Herz-Kreislauf-Probleme wie Schwindel, Herzklopfen oder “Herzstolpern” deuten darauf hin, dass auch andere Organe vom Sauerstoffmangel betroffen sind – Begleiterkrankungen treten nun also zusätzlich zur COPD auf. Der Gang zu einer oder einem Lungenfachärzt:in ist jetzt nicht mehr zu umgehen und stark zu empfehlen.

Weitere mögliche Symptome bei COPD

  • vermehrte Lungenentzündungen
  • pfeifende oder rasselnde Geräusche beim Atmen
  • Appetitmangel
  • Müdigkeit und Fatigue, also starker Erschöpfung
  • Ängste und Depressivität

Frühes Erkennen der Symptome wichtig

Wer die ersten Symptome der COPD früh genug erkennt, hat einen entscheidenden Vorteil und kann von nun an die Kontrolle über die Krankheit zurückgewinnen, statt umgekehrt. Im Anfangsstadium sind die Patient:innen zwar nach dem morgendlichen Abhusten oft beschwerdefrei, so dass sie die COPD-Erkrankung nicht zwangsläufig wahrnehmen. Doch spätestens, wenn im weiteren Verlauf Anzeichen wie Atemnot oder Exazerbationen auftreten, kann man die Krankheit nicht mehr ignorieren.

Habe ich COPD? – Erkennen Sie Ihr Erkrankungsrisiko

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die das Risiko einer COPD-Erkrankung erhöhen. Wer mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet, sollte mit einem oder einer Lungenfachärzt:in sprechen.

  • Sind Sie über 40 Jahre alt?
  • Rauchen Sie oder haben Sie früher geraucht?
  • Leiden Sie an chronischem Husten?
  • Sind Sie schnell außer Atem, wenn Sie sich körperlich belasten?
  • Sind bei Atemwegsinfekten Ihre Bronchien stark oder lange betroffen?

Der Selbsttest ist erfolgt – was nun? Die definitive Diagnose einer COPD setzt eine eingehende ärztliche Untersuchung voraus. Erster Schritt ist dabei ein Lungenfunktionstest – und hier insbesondere die Messung der Einsekundenluft (FEV1). Dieser Wert ist für die Diagnose einer COPD maßgeblich.

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Welche Behandlung hilft bei COPD?

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Behandlung der COPD-Symptome

Die Diagnose ist der erste Schritt – danach folgt die Behandlung. Wer hier einiges beachtet, kann seinen Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen. Wer es schafft, Beschwerden effektiv zu lindern, kann auch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar stoppen. Doch was sollte ich nun tun?

So lindern Sie Husten und Auswurf

Für COPD-Patient:innen ist es wichtig, sich regelmäßig vom Schleim in den Bronchien zu befreien – auch, wenn dieser sich teilweise nur schwer abhusten lässt. Ziel ist es daher, den Schleim in den Bronchien zu mobilisieren und damit das Abhusten zu erleichtern. Doch wie geht das?

Zum einen gibt es effektive Hustentechniken, die man jederzeit erlernen und anwenden kann. Zum anderen gibt es bestimmte Mittel, die den Schleim in den Bronchien lösen helfen können. Wie das geht? Mehr dazu findet sich im Artikel „Husten bei COPD – Was tun?“.

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Wie Sie Atemnot bekämpfen können

Atemnot ist ein Symptom, das sich auf die Lebensqualität der Betroffenen in mehrfacher Hinsicht ungünstig auswirkt. Das liegt auch daran, dass Atemnot schnelle starke Ängste auslösen können, weil sich der Zustand bedrohlich anfühlen kann. Der Umgang mit Atemnot und die Bewältigung von damit verbundenen Ängsten spielt mit zunehmendem Stadium deshalb eine immer größere Rolle. Glücklicherweise gibt es einiges, was man dagegen tun kann:

  • Notfallplan: Das Erstellen eines Notfallplans hilft, auftretende Atemnot schneller zu kontrollieren.
  • Notfall-Medikament: Der Ursache von Atemnot, also der Verengung der Atemwege, kann man mit bronchienerweiternden Medikamenten begegnen.
  • Bewegung: Bei einer COPD verlieren Betroffene ihre Lungenfunktion in einem schleichenden Prozess. Dagegen kann man mit einem angepassten Bewegungsprogramm vorgehen: Viele Patient:innen profitieren gerade in fortgeschrittenen Stadien von regelmäßigem Lungensport oder Physiotherapie.
  • Sauerstofftherapie: Durch ein mobiles Sauerstoffgerät für zu Hause und unterwegs erhöht man die Belastbarkeit von Patient:innen mit chronischem Sauerstoffmangel. Zusätzlich ermöglicht dies ihnen, mobil zu bleiben und aktiv am Alltag teilzunehmen.
  • Psychologische Strategien: Für die Bewältigung von Atemnot-Ängsten haben sich Strategien der Psychopneumologie als wirksam erwiesen. In einer Studie mit über 1.500 Teilnehmer:innen zeigte sich, dass verhaltenstherapeutische Ansätze dabei helfen könnten, depressive Symptome zu reduzieren.

Gerade die anfänglichen Symptome einer COPD werden oft übersehen oder verdrängt. Dabei ist es erst Recht dann besonders wichtig, so früh wie möglich zu reagieren und eine:n Lungenärzt:in zu Rate zu ziehen. Wer sich zudem noch an die verordnete Therapie hält, hat gute Chancen auf ein langes Leben mit hohem Grad an Wohlbefinden.

Quellen:
– Vogelmeier, C. (et al.): S2k – Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD).Pneumologie 2018; 72: 253–308.
– Pollok J, van Agteren JEM, Esterman AJ, Carson-Chahhoud KV. Psychological therapies for the treatment of depression in chronic obstructive pulmonary disease. Cochrane Database of Systematic Reviews 2019, Issue 3. Art. No.: CD012347. DOI: 10.1002/14651858.CD012347.pub2

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