COPD 2 – Die mittelschwere COPD

Das COPD Stadium 2 wird nach GOLD als „mittelschwere COPD“ klassifiziert. Im Vergleich zum Anfangsstadium ist dieses schon eher wahrnehmbar für die Betroffenen, bedeutet aber in vielen Fällen noch keine große Einschränkung. Ein positiver Aspekt: Patienten dieses Stadiums können ihre Beschwerden mithilfe der Therapie meist gut behandeln.
 | 22.03.2021

Das bedeutet COPD GOLD Stadium 2

Der schleichende Verlauf der Symptome ist schuld: Viele Patienten erfahren erst in diesem, häufig als „mittelschwer“ bezeichneten Stadium von ihrer Erkrankung. Doch auch mit einer COPD im GOLD Stadium 2 lässt sich eine gute Lebensqualität erhalten, wenn man einige Hinweise beachtet und umsetzt.

Symptome der mittelschweren COPD

In diesem Stadium ist die COPD schon deutlicher wahrnehmbar als im Anfangsstadium 1. Chronischer Husten und Auswurf sind hier die typischen Symptome – in einigen Fällen können sie aber auch gänzlich fehlen. Atemnot tritt dagegen im COPD Stadium 2 meist nur unter Belastung auf. Patienten, die nicht sportlich aktiv sind und insgesamt bewegungsarm leben, bemerken den schleichenden Verlust der Lungenfunktion daher erst spät.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD GOLD Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

Zusätzlich zum Stadium gibt es noch einen anderen Faktor, der die Therapie wesentlich mitbestimmt: Die Patientengruppe. Hier sind vor allem zwei Kriterien entscheidend: Die Häufigkeit von Krankheitsschüben (Exazerbationen) in den vergangenen 12 Monaten und die vom Patienten selbst eingeschätzte Ausprägung der Symptome.

Zu welcher Patientengruppe gehöre ich?

Die mittelschwere COPD erfolgreich behandeln

Auch gegen eine mittelschwere COPD ist man als Patient nicht machtlos. Wenn Sie die folgenden Schritte beachten, beeinflussen Sie neben dem Krankheitsverlauf das Wohlbefinden und die Lebensqualität – und können diese aufrecht erhalten.

Denken Sie an Ihre Medikamente

Ab dem COPD GOLD Stadium 2 kommen bronchialerweiternde Medikamente zum Einsatz, die eine langwirksame Verbesserung der Lungenfunktion bewirken. Nehmen Sie diese Medikamente stets wie von Ihrem Arzt verschrieben ein – selbst wenn Sie keine Beschwerden verspüren.

Geben Sie das Rauchen auf

Noch vor dem Einsatz von Medikamenten sollte man diesen zentralen Schritt machen. Denn die medizinische Therapie alleine reicht bei einer COPD nicht aus: So schwer es auch fallen mag – Voraussetzung ist, dass Sie das Rauchen aufgeben.

Vermeiden Sie Krankheitsschübe

Die COPD schreitet in Krankheitsschüben (Exazerbationen) voran, die sich als plötzliche Verschlechterung der Symptome bemerkbar machen. Um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, sind deshalb die folgenden Maßnahmen wichtig:

  • Beugen Sie Infektionen der Atemwege vor, die meist am Anfang von Exazerbationen stehen.
  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.
  • Vermeiden Sie das Einatmen lungenbelastender Schadstoffe wie Feinstaub, Feuerrauch oder Zigarettenqualm.

04.04.2020

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Das sollten Sie tun bei mittelschwerer COPD

Die COPD ist eine systemische Erkrankung, die sich mit fortschreitenden Verlauf auf Ihren gesamten Organismus auswirkt. Beginnen Sie also so früh wie möglich damit, sich mit diesen Symptomen und wirksamen Gegenmaßnahmen auseinanderzusetzen.

Bleiben Sie in Bewegung!

Regelmäßige Bewegung tut Ihrer Gesundheit gut – auch und gerade, wenn Sie Atemnot bei körperlicher Anstrengung verspüren. Mithilfe von Sport und körperlicher Aktivität können Sie die Symptome verringern und den Verlust der Lungenfunktion aufhalten, was sich letztendlich auf die Lebenserwartung auswirken kann. Halten Sie Rücksprache mit einem Lungenfacharzt, welche Art der Bewegungstherapie für Sie geeignet ist.

Welche Sportarten sind bei COPD geeignet?

Ängsten und Sorgen aktiv begegnen

Wenn Atembeschwerden zunehmen und der eigene Körper nicht mehr jede Belastung mitmacht, reagieren viele Betroffene mit einem Rückzug aus dem sozialen Leben. Ängste und Sorgen sind deshalb häufig unerwünschte Begleiter einer COPD.

Begegnen Sie daher solchen Rückzugstendenzen aktiv und erhalten Sie sich die Lebensfreude, indem Sie weiter am Leben teilnehmen. Hilfreich ist dabei ein offener Umgang mit der eigenen Erkrankung gegenüber Freunden und Familie sowie ein Austausch mit anderen Betroffenen.

So begegnen Sie Ängsten und Sorgen bei COPD

Patientenschulungen bei COPD

Studien belegen, dass sogenannte Disease-Management-Programme (DMP), in den Patienten einen besseren Umgang mit der Krankheit erlernen, viel positives bewirken können. Es zeigte sich, dass sie die Eigenverantwortlichkeit der Patienten stärken, wodurch Lebensqualität steigern und Krankenhausaufenthalte pro Jahr deutlich senken.

Diese strukturierten Schulungsprogramme werden von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Sprechen Sie dazu einfach Ihren Haus- oder Lungenarzt an.

Diese Krankenkassen bieten COPD-Patientenprogramme an

Quellen:
– Vogelmeier, C. (et al.): S2k – Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD).Pneumologie 2018; 72: 253–308.
– Foto: Fotolia.com

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