Depressionen und Ängste bei COPD

Etwa 40 Prozent der COPD Patienten leiden unter Ängsten und depressiven Zuständen. Eine psychotherapeutische Behandlung sollte deshalb ein fester Bestandteil der COPD-Therapie sein!

Depression bei COPD

Zahlreiche Studien belegen, dass Symptome von Angststörungen und Depressivität bei COPD-Patienten gehäuft auftreten. Sie gehen einher mit einer geringeren Lebensqualität, längeren und häufigeren Krankenhausaufenthalten und mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Eine rechtzeitige Behandlung dieser Symptome birgt hingegen große Chancen für die Patienten.

Wie kommt es zu Ängsten und Depressionen bei COPD?

Eine unzureichend behandelte COPD-Erkrankung setzt eine körperliche Abwärtsspirale in Gang, die sich in vielen Fällen über Jahre entwickelt: Am Anfang kommt es aus Angst vor Atemnot oft zur schrittweisen Einstellung anstrengender Aktivitäten. Dadurch beschleunigt sich das Fortschreiten der Erkrankung und das Nachlassen der körperlichen Belastbarkeit. Im Alltag werden Freizeitaktivitäten und Hausarbeit zunehmend erschwert.

Zur körperlichen Abwärtsspirale kommen krankheitsspezifische Ängste bei COPD hinzu:

  • Angst vor Atemnot
  • Angst vor körperlicher Aktivität
  • Angst vor dem Fortschreiten der COPD
  • Angst bezogen auf die Partnerschaft
  • Angst vor sozialer Ausgrenzung

Die körperliche Abwärtsspirale und die damit verbundenden Einschränkungen im Alltagsleben bewirken einen schleichenden Verlust der Lebensqualität, der nicht selten in eine klinische Depression führt.

Wie erkenne ich eine Depression?

Die häufigsten Merkmale einer Depression:

  • das Unvermögen, Freude zu empfinden (z.B. an Dingen, die man früher gern gemacht hat)
  • Lust- und Antriebslosigkeit (das Aufstehen fällt schwer, man geht am liebsten gar nicht mehr vor die Tür)
  • verstärkte Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit (die Gefühle stumpfen ab, alles ist egal)

So begegnen Sie Ängsten und Sorgen bei COPD

Wissen schafft Zuversicht! Werden Sie zum Experten in eigener Sache und erkundigen Sie sich über die COPD und was Sie selbst tun können, um Ihre Gesundheit und Freude am Leben zu erhalten. Kurzum: Erlernen Sie den richtigen Umgang mit Ihrer Erkrankung und nehmen Sie weiter am Leben teil.

Wie die ersten Schritte aussehen könnten, weiß der Bundesverband der Pneumologen in Deutschland. Er rät jedem Patienten,

  • an einem Reha- und Schulungsprogramm teilzunehmen,
  • sich einer Lungensportgruppe und einer Selbsthilfegruppe anzuschließen
  • sich viel zu bewegen und aktiv zu bleiben,
  • viele Dinge zu unternehmen, die Freude bereiten,
  • und auch das Gespräch mit Ärzten und/oder Psychotherapeuten über die eigenen Sorgen und Nöte nicht zu scheuen.

Depressionen therapeutisch behandeln lassen

Eine ausgewachsene Depression ist hingegen kein vorübergehender Zustand, der sich mit ein bisschen Anstrengung überwinden ließe. Wer den Lebensmut mehr und mehr verliert, braucht daher therapeutische Unterstützung.

Hier liegen im Bereich der Verhaltenstherapie große Chancen für eine Besserung der allgemeinen Lebensqualität der Patienten. Ziel ist die Rückgewinnung des Lebensmutes durch die Erarbeitung einer neuen Perspektive. Die Kosten für eine solche Therapie übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Vertrauen Sie sich Ihrem Haus- oder Lungenfacharzt an und lassen Sie sich zusätzlich von einem Fachverband beraten. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet Angehörigen zum Beispiel viele Infos zum Umgang mit Betroffenen sowie eine telefonische Beratung an.

Quellen:

Zöckler, N., Rief, W., Kühl, K. & Kenn, K. (2012): Krankheitsbezogene Ängste und depressive Symptome bei COPD Patienten. In: Pneumologie, 66(5), 290-296.

Keil, D.C., Stenzel, N.M., Kühl, K., Vaske, I., Mewes, R., Rief, W., & Kenn, K. (2014): The impact of chronic obstructive pulmonary disease-related fears on disease-specific disability. In: Chronic Respiratory Disease, 11(1), 31-40.

Welche Behandlung hilft bei COPD?

In jedem COPD-Stadium stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um eine Besserung zu bewirken. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

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Häufige Begleiterkrankungen der COPD

Die COPD ist eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus belastet und weitere Erkrankungen nach sich ziehen kann.

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