Inhalationstherapie bei Asthma und COPD

Die Inhalation von Medikamenten ist die bedeutendste Therapieform zur Behandlung der COPD und des Asthma bronchiale. Welche Inhalationssysteme stehen zur Verfügung?

Inhalationstherapie

Auswahl des passenden Inhalationssystems

Für Patienten mit Asthma und COPD stehen unterschiedliche Inhalationssysteme zur Verfügung. Die Wahl des passenden Inhalationssystems hängt von individuellen Faktoren wie z.B. dem Schweregrad der Erkrankung ab. Beim beratenden Arzt sind deshalb spezielle Kenntnisse der Vor- und Nachteile einzelner Inhalationssysteme vorausgesetzt.

Die größte Bedeutung für die Inhalationstherapie obstruktiver Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD haben treibgasbetriebene Dosieraerosole, Trockenpulverinhalatoren und Druckluft- bzw. Ultraschallvernebler. Daneben gibt es ein neueres System, den Respimat®, der genau genommen der einzige Vertreter einer neuen Art ist.

Inhalationssysteme bei Asthma und COPD

Trockenpulverinhalatoren

In Trockenpulverinhalatoren liegt das Medikament in der Regel als ein Gemisch aus Wirkstoff und Laktose vor. Die Laktose erhöht die Fließeigenschaften des Gemischs und die Dosiergenauigkeit. Außerdem sind die Dosierung und die Entstehung sogannter respirabler Partikel (Wirkstoffteilchen, die effektiv eingeatmet werden können) abhängig von der Stärke des Inspirationsflusses, d.h. der Stärke, mit der das Medikament eingeatmet wird.

Der Inspirationsfluss des Patienten durch das Inhalationssystem ist die entscheidende Kraft und damit auch die entscheidende mögliche Fehlerquelle bei der Benutzung. Für Patienten mit einem geringen Atemfluss zum Beispiel sind Pulverinhalatoren nicht die richtige Wahl. Zudem ist unbedingt darauf zu achten, nicht in das Gerät auszuatmen. Denn jeglicher Eintrag von Feuchtigkeit führt zu einer Verklumpung des Pulvers, so dass nicht mehr die vorgesehene Dosis eingeatmet werden kann.

Dosieraerosole

Bei treibgasbetriebenen Dosieraerosolen ist die Situation ganz anders als bei Trockenpulverinhalatoren. Die Wirkstoffteilchen liegen entweder in Form einer Suspension (in Form einer Mischung von festen und flüssigen Teilen) oder gelöst im Treibgas vor. Ausgebracht wird der Wirkstoff durch ein Treibgas. Dosierung und Teilchengrößenverteilung sind dabei unabhängig vom Inspirationsfluss des Patienten.

Die Schwierigkeit bei der Anwendung von treibgasbetriebenen Dosieraerosolen liegt vor allem in der exakten Koordination zwischen einem Sprühstoß und der Einatmung. Diese Koordination kann erheblich durch die Benutzung einer Inhalierhilfe vereinfacht werden. Dabei wird deutlich mehr Medikament in das Bronchialsystem eingebracht.

Inhalierhilfe

Inhalierhilfen

Inhalierhilfen erleichtern die Anwendung und verringern Nebenwirkungen im Mund- und Rachenraum wie Pilzinfektionen (Mundsoor) und Heiserkeit.

Ultraschall- und Druckluftvernebler

Die Benutzung von Ultraschall- oder Druckluftverneblern kann sehr hilfreich sein, wenn Patienten mit keinem der anderen Inhalationssysteme wirklich gut zurechtkommen. Die Inhalation dauert mit ca. 15 Min. relativ lang - mit Dosieraerosolen und Trockenpulverinhalatoren können die Patienten die erforderliche Menge des Wirkstoffs wesentlich schneller in das Bronchialsystem einbringen.

Ein Vorteil ist, dass wer einen Ultraschall- oder Druckluftvernebler besitzt, damit auch isotonische Kochsalzlösung inhalieren kann. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel „Salzinhalation: Richtig inhalieren bei Asthma und COPD“.

Respimat®

Der Respimat® arbeitet mit einer Kartusche, die eine Medikamentenlösung enthält. Er ist besonders für Patienten mit einer schweren Atemwegsverengung und Koordinationsproblemen empfehlenswert.

Fazit

Im Rahmen der Inhalationstherapie kann heute jeder Patient mit einem individuell geeigneten Inhalationssystem versorgt werden. Bei der Verordnung müssen nicht nur die Erkrankung, sondern auch deren Schweregrade sowie die Gesamtsituation des Patienten mit seinen individuellen Fähigkeiten bedacht werden.

Stets muss eine intensive Einübung der korrekten Handhabung des Inhalationssystems erfolgen. Beim ersten Arztbesuch nach der Verordnung und bei Bedarf sollte das korrekte Inhalationsmanöver erneut überprüft werden. Ein Austausch des verordneten Inhalationsgerätes durch den Apotheker ohne Rücksprache mit dem Arzt und ohne erneute Einübung des Inhalationsvorganges darf nicht toleriert werden!

Quelle: Dr. med Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Med. Klinik III mit Schwerpunkt Pneumologie, Allergologie, Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin im Interdisziplinären Lungenzentrum am Krankenhaus Bethanien in Moers. Vortrag auf dem Symposium Lunge am 7.5.2011 in Hattingen.

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