COPD 4 – Das Endstadium der COPD

Eine COPD 4 wird nach GOLD als "sehr schwere" COPD klassifiziert – es handelt sich um das Endstadium der Lungenkrankheit. Lesen Sie hier, welche Behandlungsmöglichkeiten in diesem Stadium die Lebensqualität verbessern.

COPD Stufe 4

Symptome im Stadium COPD 4

Im Stadium COPD GOLD 4 liegt die Lungenfunktion um mehr als 70 % unter dem Normalwert.

  • Patienten in diesem Stadium sind chronisch mit Sauerstoff unterversorgt. Sie leiden unter teilweise schwerer Atemnot auch im Ruhezustand. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt.
  • Husten und Auswurf treten bei den meisten Patienten auf. Vielen bereitet vor allem das morgendliche Abhusten Probleme.
  • Herz-Kreislaufprobleme deuten darauf hin, dass auch andere Organe vom Sauerstoffmangel betroffen sind und sollten unbedingt ärztlich untersucht werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Einteilung der 4 COPD-GOLD-Stadien im Verhältnis zu den Sollwerten, die abhängig von Geschlecht, Größe und Alter des Patienten sind.

COPD-Stadium FEV1 (Sollwert = 100%) FEV1/FVC       
I (leicht) FEV 1 ≥ 80% des Sollwertes < 70%
II (mittel) FEV1 < 80% und ≥ 50% des Sollwertes < 70%
III (schwer) FEV1 < 50% und ≥ 30% des Sollwertes < 70%
IV (sehr schwer)         

FEV1 < 30% des Sollwertes oder
FEV1 < 50% des Sollwertes plus chronische respiratorische Insuffizienz


< 70%

Nach der neuesten GOLD-Klassifikation wird neben dem Stadium (I–IV) auch der COPD-Schweregrad (A–D) bestimmt. Für die Einteilung des Schweregrades sind die Anzahl der Krankheitsschübe (Exazerbationen) und die Schwere der Symptome entscheidend.

Patienten mit mehr als 2 Exazerbationen im Jahr und schweren Symptomen haben den Schweregrad D. Sie leiden in der Regel auch unter stark verschleimten Bronchien und chronischem Husten mit Auswurf. Krankheitsschübe können für Patienten im Endstadium lebensgefährlich sein.

Auch die Behandlung von Folgeerkrankungen der COPD wie z.B. Herzschwäche, Diabetes oder Osteoporose spielt für Patienten im Stadium COPD 4 eine große Rolle.

Behandlung von COPD-Patienten im Endstadium

1. Medikamentöse Therapie

Patienten mit einer COPD im Stadium 4C oder D, die trotz der medikamentösen Basistherapie unter vermehrten Krankheitsschüben leiden, kommen sogenannte Glukokortikoide zum Einsatz. Diese kortisonhaltigen Medikamente sollen die Häufigkeit der Krankheitsschübe reduzieren.

Grundsätzlich werden kortisonhaltige Medikamente genau wie Bronchodilatatoren inhaliert. Durch das Inhalieren wirkt das Medikament direkt in der Lunge und mögliche Nebenwirkungen können so reduziert werden. Kortison in Tablettenform wird nur vorübergehend bei schweren Exazerbationen verabreicht.

2. Atemphysiotherapie

Viele Patienten im Endstadium der COPD leiden unter festsitzendem zähen Schleim in den Bronchien. Mithilfe atemtherapeutischer Methoden sollen die Betroffenen in die Lage versetzen, den Schleim zu lösen und abzuhusten. Dazu zählen bestimmte Hustentechniken, Atemübungen und der Einsatz von Atemtherapiegeräten.

Atemtherapie Ratgeber

3. Sauerstofftherapie

Im Rahmen einer Sauerstofftherapie (LOT) wird COPD-Patienten mit respiratorischer Insuffizienz Sauerstoff über eine Nasenbrille zugeführt. Dadurch erhöht sich nicht nur der Bewegungsspielraum, sondern auch die Lebenserwartung der Betroffenen.

4. Nicht-invasive Beatmungstherapie (Heimbeatmung)

Die nicht-invasive Beatmungstherapie (NIV = Non-Invasive Ventilation) wird Patienten mit einem chronisch erhöhten Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut (Hyperkapnie) verschrieben. Sie entlastet die Atemmuskeln, verbessert den Gasaustausch und vermindert die Exazerbationsrate.

Im Rahmen der NIV wird den Patienten mithilfe eines Beatmungsgeräts Atemluft durch einen mechanisch erzeugten Über- oder Unterdruck zugeführt. Diese Druckbeatmung erfolgt über eine abnehmbare Atemmaske idealerweise für mehrere Stunden in der Nacht und kann zu Hause durchgeführt werden.

5. Operative Methoden bei sehr schwerer COPD

Für einige Patienten besteht auch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs. Es muss jedoch betont werden, dass die folgenden Maßnahmen nur für bestimmte Patientengruppen in Frage kommen:

  • Verschiedene Verfahren der Lungenvolumenreduktion (z. B. der Einsatz von Ventilen in die Lunge) wirken der bei COPD mit Emphysem üblichen Lungenüberblähung entgegen.
  • Bei einer Lungentransplantation werden Teile der beschädigten Lunge oder das ganze Organ durch eine Spenderlunge ausgetauscht.

Quelle: Vogelmeier, C. (et al.): S2k - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018; 72: 253–308.

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