Cortison bei COPD neu bewertet

Cortison ist für seine Wirksamkeit, aber auch für seine möglichen Nebenwirkungen bekannt. Für COPD-Patienten überwiegen jedoch die Vorteile wie eine neue Bewertung bestätigt.
| 18.04.2016

Cortison hemmt Entzündungen bei verschiedensten Erkrankungen. Bei chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD wird Cortison effektiv gegen entzündliche Prozesse in der Lunge eingesetzt:

Beim Asthma bronchiale verringern cortisonhaltige Medikamente das Risiko von Asthmaanfällen. Dank Cortison ist Asthma heutzutage gut behandelbar und endet nur in Ausnahmefällen tödlich.

Bei COPD kommen cortisonhaltige Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung von akuten Krankheitsschüben (Exazerbationen) zum Einsatz – in der Regel ab dem 3. Stadium nach GOLD. Sie reduzieren das Risiko erneuter Krankheitsschübe vor allem in der direkten Nachbehandlung eines Schubs.

Cortison – Nebenwirkungen

Demgegenüber sind jedoch auch die Nebenwirkungen von Cortison hinreichend bekannt: So erhöht eine hochdosierte Cortisontherapie z.B. das Risiko für Bluthochdruck oder die Entstehung von Osteoporose und Diabetes.

Die Möglichkeit der inhalativen Anwendung bei Asthma und COPD schützt die Patienten jedoch vor den schweren Nebenwirkungen der systemischen Verabreichung: Im Unterschied zu Spritzen und Tabletten wirken Cortisonsprays ausschließlich lokal und können deshalb wesentlich niedriger dosiert werden.

Um leichtere Nebenwirkungen wie einen Pilzbefall im Mund- und Rachenraum und Heiserkeit zu reduzieren, empfehlen Fachgesellschaften die Verwendung einer Inhalierhilfe.

11.01.2020

Inhalierhilfe (Spacer)

Inhalierhilfen, auch Spacer genannt, werden im Rahmen der Inhalationstherapie mit Dosieraerosolen bei Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD eingesetzt. Sie reduzieren Nebenwirkungen der Medikamente und optimieren ihre therapeutische Wirkung. Weiterlesen

Neubewertung von Cortison bei COPD: Nutzen überwiegt

In einer neueren Studie wurden allerdings auch vermehrte Lungenentzündungen bei COPD-Patienten, die mit inhalativem Cortison behandelt wurden, festgestellt. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) nun die Cortisongabe neu bewertet.

Das Ergebnis: Trotz des erhöhten Risikos sieht die EMA keinen Grund, die Empfehlungen für die Gabe von inhalativen Cortikosteroiden bei fortgeschrittener COPD mit hohem Exazerbationsrisiko zu ändern. Die Vorteile, so die Agentur, überwiegen nach wie vor die Nachteile der Behandlung.

Quellen:
– European Medicines Agency: “PRAC reviews known risk of pneumonia with inhaled corticosteroids for chronic obstructive pulmonary disease.” (Pressemitteilung vom 18.03.2016)
– Foto: Fotolia.com

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