Was hilft gegen die Wintermüdigkeit?

Der Winter ist die Jahreszeit, in der wir uns am liebsten dick eingewickelt auf der Couch einkuscheln und uns ausruhen möchten. Doch für viele liegt das nicht nur am nasskalten Wetter, sondern vor allem daran, dass ihnen für alles andere die Energie fehlt. Woher kommt diese extreme Schlappheit und was kann man dagegen tun?
 | 29.11.2022

An manchen Tagen in der kalten Jahreszeit hat man den Eindruck, die Sonne würde gar nicht richtig aufgehen – eine dicke Nebeldecke hängt dann über den Dächern und die Luft ist feucht und kalt. Als Atemwegspatient:in hat man möglicherweise auch noch Atemprobleme, denn viele Atemwege kommen mit der feuchten Luft nicht gut klar. Wir beneiden plötzlich Tiere, die einen Winterschlaf halten und würden uns am liebsten den ganzen Tag nicht aus dem Bett bewegen. Aber der Alltag hält nicht an – was also tun?

Wintermüdigkeit kann viele Ursachen haben

Am wichtigsten ist, den Grund dafür zu finden, warum man sich so matt und abgeschlagen fühlt. Dann kann man in aller Regel auch etwas dagegen tun. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn es gibt zahlreiche potenzielle Ursachen.

Schlechter Schlaf ist natürlich die naheliegendste Erklärung – besonders, weil viele COPD- und Asthma-Patient:innen auch an Schlafstörungen leiden, wenn ihre Atmung nachts beeinträchtigt ist. Sieben bis acht Stunden brauchen Erwachsene in der Regel, um auf Dauer leistungsfähig zu bleiben. Doch viele Betroffene von Wintermüdigkeit berichten, dass sie sich selbst dann nicht fitter fühlen, wenn sie mehr schlafen. Meistens fühlen sie sich eher allgemein erschöpft. Woran liegt das?

Ganz einfach: Das winterliche Wetter sorgt leicht für ein hormonelles Ungleichgewicht. Schließlich ist es morgens spät hell und abends früh dunkel. Das verursacht wiederum, dass unser Körper einen Überschuss an Melatonin – dem Schlafhormon – produziert, während es ihm an Serotonin – dem „Gute-Laune-Hormon“ mangelt. Doch dagegen ist man alles andere als machtlos. Denn die Produktion von Melatonin kann man bremsen – und zwar, indem man Sonnenstrahlen ins Auge hineinlässt. Selbst bei Nebel oder Bewölkung ist es daher besser, täglich wenigstens einen kurzen Spaziergang zu machen, als drinnen zu bleiben. Bewegung an der frischen Luft bringt sogar noch andere Vorteile mit sich: Denn sie bringt den Kreislauf in Schwung und sorgt dafür, dass man sich durch die Kälte erfrischt fühlt.

Daran mangelt es oft im Winter

Allerdings werden auch noch andere physiologische Prozesse durch Sonnenstrahlung in Gang gesetzt – zum Beispiel die Vitamin-D-Produktion. Gerade ab Beginn eines neuen Jahres blicken wir auf mehrere Wochen Winter zurück, die bereits hinter uns liegen. Das Ergebnis: Die Vitamin-D-Speicher gehen zur Neige. Noch dazu zehren einige chronische (Atemwegs-)Erkrankungen zusätzlich an den Vitamin-Reserven des Körpers. Leider lässt sich das Sonnenvitamin aber nicht so einfach nachproduzieren, denn dafür benötigt es größere, der Sonne direkt ausgesetzt Hautflächen. Da man den akuten Mangel an Vitamin D allerdings nur sehr schwer über die Ernährung kompensieren kann, empfiehlt es sich hier, auf Ersatzpräparate zuzugreifen, am besten aus der Apotheke.

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Was Nahrung mit Müdigkeit zu tun hat

Ganz abgesehen von den typischen Umständen im Winter kann es auch gesundheitliche Faktoren geben, die eine ausgeprägte Müdigkeit und allgemeine Schlappheit verursachen können. Verdächtiger Nummer Eins: die Entzündung – davon können gerade Patient:innen mit Asthma und COPD ein Lied singen. In ihren Körpern spielen sich häufig chronische Entzündungsprozesse ab, die in der Folge Energie „saugen“.

Dabei denken die meisten eher an große, im Blut eindeutig feststellbare Infektionen – doch nicht zu vernachlässigen sind die sogenannten „stillen“ Entzündungen, die oft lange nicht erkannt werden. Der Grund: Sie sind im Blut kaum nachweisbar – beziehungsweise erst, wenn sie sich schon weit verbreitet haben. Doch warum sind sie so belastend? Bei stillen Entzündungen beschäftigen sogenannte freie Radikale unser Immunsystem – und zwar permanent. Was hier hilft, ist eine antioxidantienreiche Ernährung, das bedeutet viel Vitamin C, E, A, Selen und Zink. Diese kommen vor allem in Gemüse, Obst, Kräutern oder Nüssen vor. Mit einer solch ausgewogenen Ernährung unterstützt man seinen Körper bei den täglichen Herausforderungen mit einer Atemwegserkrankung wie Asthma oder COPD zusätzlich.

Übrigens: Viele Kaffeeliebhaber greifen bei Müdigkeit gerne zum beliebten Wachmacher Koffein. Und tatsächlich hält das Heißgetränk auch gut wach – allerdings hat es eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen. So kann zu viel Koffein zu Stresszuständen für den ganzen Körper führen, die sich durch Herzrasen oder Krämpfe äußern.

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Gerade bei Menschen, die sich vegetarisch oder sehr fleischarm ernähren, lohnt es sich im Falle von Wintermüdigkeit zudem, sich auf einen eventuellen Eisenmangel testen zu lassen. Denn Eisen kommt vor allem in Innereien und (rotem) Fleisch vor. Wer kein Fleisch isst, kann stattdessen beispielsweise auf Sesam, Nüsse oder Haferflocken setzen. Doch was tut Eisen eigentlich im Körper? Ganz einfach: Unser Organismus verwendet Eisen, um unter anderem den Blutfarbstoff Hämoglobin herzustellen. Dieser wiederum ist für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Das bedeutet: Kein Eisen = mangelnde Sauerstoffversorgung der Organe. Die Konsequenz: Ein Leistungsabfall droht, erst recht, wenn es um den Sauerstoffgehalt im Blut eh schon schlecht bestellt ist, wie es oft bei COPD der Fall ist.

Übrigens: Spinat ist – entgegen einem alten Mythos – nicht besonders eisenhaltig. Dieses Gerücht hält sich zwar seit Jahren wacker, konnte aber als Rechenfehler identifiziert werden.

Zu guter Letzt kann es noch einen weiteren, ganz simplen Grund geben, warum wir im Winter schneller müde werden – und zwar die Dehydrierung. Schon eine leichte Ausprägung davon kann zu Störungen des Nährstofftransports führen, wodurch unsere Zellen unterversorgt sind. Zudem dickt unser Blut eher an, wenn wir nicht auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Daher gilt: Trinken, trinken, trinken!

Wintermüdigkeit betrifft viele von uns, auch wenn die Ursachen sehr verschieden aussehen können. Doch glücklicherweise kann man viele ganz einfach beseitigen, indem man zum Beispiel den inneren Schweinehund überwindet oder die Ernährung zum Positiven umstellt. Dann steht einem aktiven und fitten Winter mit viel Wohlbefinden nichts mehr im Wege.

Quellen:
– AOK, 2022: Das sind die besten Lebensmittel bei Eisenmangel. Abgerufen über https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/lebensmittel/ernaehrung-bei-eisenmangel/ am 11.11.2022
– Rieber, 2022: Müdigkeit adé: Das hilft gegen das winterliche Tief. LaVita (1.9.1). Mobile App. Abgerufen am 14.11.2022
– Foto: Antonio Guillem / Shutterstock.com

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