Fit im Winter: Starkes Immunsystem trotz COPD oder Asthma

Wenn das Immunsystem mit uns bibbert: Zu Beginn des Jahres und in den letzten Wintermonaten wird es häufig noch einmal richtig kalt. Gerade für Lungenpatient:innen mit COPD oder Asthma kann das ein Risiko für Infekte bergen. Doch wie schafft man es trotzdem gut durch die kalte Jahreszeit?
 | 16.01.2024

Jetzt ist wieder die Zeit, in der sich so manch einer wünscht, einfach Winterschlaf betreiben zu können. Denn wenn die Temperaturen auch tagsüber kaum über Null klettern, würden viele sicherlich am liebsten im Zwiebel-Look auf der Couch bleiben und es sich dort mit Tee oder heißer Schokolade gemütlich machen. Klingt doch ganz entspannt, oder? Doch was, wenn man aufgrund einer Vorerkrankung ein schwächeres Immunsystem hat – oder Infekte nicht so gut wegsteckt wie andere? Dann kann der Winter eine echte Belastung werden.Glücklicherweise gibt es viele Wege, wie man nicht nur seinen Atemwegen, sondern dem ganzen Körper in der kalten Jahreszeit etwas Gutes tut – und damit die Abwehrkräfte des Immunsystems unterstützen und stärken kann.

Dazu sollte man zunächst verstanden haben, wie sich Erkältung, Grippe und Co. überhaupt auswirken. Dabei spricht man von Tröpfcheninfektionen, die über Niesen und Husten, aber auch über Händeschütteln verbreiten. Regelmäßiges Händewäschen und die Vermeidung von engem Kontakt zu erkrankten Personen kann daher schon helfen, das Krankheitsrisiko einzudämmen. Doch es gibt noch mehr:

  1. Für ein optimales Raumklima sorgen

    Im Winter verbringen wir automatisch mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Umso wichtiger ist es, dort ein möglichst optimales Klima herzustellen. Doch wie geht das? Hierfür ist es zentral zu wissen, dass Heizen die Luft eher austrocknet, was wiederum den Atemwegen Feuchtigkeit entzieht. Dadurch kann man anfälliger für Infekte werden, denn Erreger und Keime haben durch die Trockenheit ein leichtes Spiel. Doch wie umgeht man das? Ganz einfach: indem man die Luft befeuchtet – etwa dadurch, dass man eine Wasserschale auf die Heizung stellt. Denn durch die Verdunstung gelangt das Wasser in die Umgebungsluft. Auch ein Luftbefeuchter kann eine sinnvolle Anschaffung sein, doch hier sollte man genau hinsehen – denn je nach Funktionsweise ist ein solches Gerät eine pure Bakterienschleuder.
  2. Die Atemwege vor Austrocknung schützen

    Auch abgesehen von der Raumluft gilt es, die Atemwege gerade im Winter optimal zu versorgen und zu pflegen. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten – eine ist die Inhalation mit Kochsalzlösung, die über einen Vernebler zerstäubt und über ein Mundstück eingeatmet wird. Ein solches Gerät wird häufig von Krankenkassen erstattet – erst recht, wenn man bereits unter COPD oder Asthma leidet. Auch pflegende Sprays, etwa mit dem Wirkstoff Dexpanthenol, können dazu beitragen, gerade die Schleimhaut in Nase und Rachen vor Austrocknung zu schützen. Allgemein viel trinken – am besten Wasser, ungesüßter Tee oder Schorlen – bewahrt außerdem den ganzen Organismus vor einer Austrocknung und ist daher ein wertvoller Tipp, um Infekten vorzubeugen und das Immunsystem zu unterstützen.
  3. Infekten effektiv vorbeugen

    Ein Thema, das spätestens seit der Corona-Pandemie in aller Munde ist und dennoch nicht oft genug erwähnt werden kann – Impfen rettet Leben. Erst Recht für Lungenpatient:innen ist es daher zentral, sich mit Hilfe einer Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen. Empfohlen werden Lungenpatient:innen daher unter anderem eine Immunisierung gegen Pneumokokken, das saisonale Grippevirus und das Coronavirus – ob eine erneute Booster-Impfung hier empfohlen wird, sollten Patient:innen mit der behandelnden Lungenfachpraxis besprechen. Alle diese Erreger können bei einer Vorerkrankung der Lunge für eine Exazerbation – eine akute Verschlechterung – sorgen und somit ein Risiko darstellen, das durch die Impfung jedoch minimiert werden kann.
  4. Für ausreichend Bewegung sorgen

    Wir alle kennen das: Im Winter gewinnt die Couch nochmal an Anziehungskraft. Dennoch sollte man seinen inneren Schweinehund regelmäßig überwinden und sich bewegen – bevorzugt an der frischen Luft. Denn Bewegung tut dem Körper insgesamt gut, stärkt die Abwehrkräfte und hilft dabei, eine gewisse Grundfitness zu erhalten. Allerdings gelten andere Voraussetzungen, wenn es draußen neblig ist. Denn die nass-kalte Luft hat das Potential, gerade bei Asthma- und COPD-Patient:innen die Beschwerden zu verstärken und sogar eine akute Atemnot zu verursachen. Wer jedoch einige Tipps beachtet, kann trotz Nebel eine schöne Herbst- und Winterzeit erleben.
  5. Den Körper warmhalten und vor Auskühlung schützen

    Gerade nach einem Spaziergang oder längerem Aufenthalt im Freien ist es wichtig, sich wieder aufzuwärmen. Hier kann zum Beispiel ungesüßter Tee helfen – auch, um den zähen Bronchialschleim zu verflüssigen, damit er leichter abgehustet wird. Eine gute Möglichkeit, die für etwas Entspannung sorgt und dem Körper gleichzeitig etwas Wärme gönnt, ist das Saunieren. Bei einem Saunagang erhöht sich die Körpertemperatur nicht selten um bis zu zehn Grad; gleichzeitig kann regelmäßiges Saunieren dabei helfen, die eigene Thermoregulation zu trainieren, indem es Blutgefäße anpassungsfähiger werden lässt. Es kann sogar einen erhöhten Blutdruck ausgleichen. Einer finnischen Studie unter mehr als 2300 Männern zufolge senken zwei bis drei Saunagänge pro Woche das Herzinfarktrisiko. Der Saunagang sorgt außerdem dafür, dass das Immunsystem weniger anfällig für Lungenentzündungen und andere Erkrankungen wird, denn der Nasen-Rachen-Raum wird durch die warme Luft besser durchblutet. Das stärkt die Infektabwehr – und zusätzlich werden Entzündungsprozesse ausgebremst. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass man keinesfalls mit akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Infekten in die Sauna gehen sollte. Denn anders als oft behauptet, lässt sich eine Krankheit nicht „ausschwitzen“. Wem schnell schwindelig wird, der sollte zuerst weiter unten in der Sauna sitzen bleiben und bei ersten Schwindel-Symptomen zügig, aber nicht übereilt die Sauna verlassen. Eine der wichtigsten Grundregeln lautet außerdem: Trinken, trinken, trinken! Denn wer viel schwitzt, verliert auch viel Flüssigkeit.
  6. Auf eine nährstoffreiche Ernährung achten

    Eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, das Immunsystem bei seiner Funktion zu unterstützen. Der übliche Vitaminbedarf kann dabei bereits mit reichlich Obst und Gemüse gedeckt werden. Als Snacks für zwischendurch empfehlen sich Nüsse – besonders, wenn sie reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Denn die können sogar dazu beitragen, dass Entzündungen vorgebeugt wird – gerade für Atemwegspatient:innen ist das extrem wichtig. Eine weitere hilfreiche Waffe im Kampf gegen Erkältungen: Zink. Laut Studien können Zink-Präparate unter Umständen sogar dafür sorgen, dass die Krankheitsdauer um bis zu zwei Tage verkürzt wird. Auf große Mengen an Alkohol und Nikotin sollte selbstverständlich verzichtet werden – auch außerhalb der Erkältungszeit.

Nicht jeder mag die kalte Jahreszeit und für viele Atemwegspatient:innen ist es eine herausfordernde Zeit – doch wer ein paar Tipps beachtet, kann sich und seinem Immunsystem etwas Gutes tun und wird belohnt – mit mehr Wohlbefinden, trotz Winterwetter.

Quellen:
– Spektrum Gesundheit, 2022. Schwitzen in der Sauna – So kommen Sie gut durch den Herbst. Ausgabe 06/22. Springer Nature.
– Boehringer Ingelheim Deutschland, 2022. COPD – achten Sie auf Ihre Abwehrkräfte. Abgerufen bei https://patient.boehringer-ingelheim.com/de/copd-aktuell/mit-copd-leben/abwehrkraefte-staerken am 8. Januar 2024
– Universität für Weiterbildung Krems, 2023. Erkältung verkürzen: vielleicht mit Zink. Abgerufen bei https://medizin-transparent.at/zink-erkaeltung/ am 8. Januar 2024
– Foto: SeventyFour / istock.com

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