So schützen Sie Ihre Atemwege vor trockener Heizungsluft

Winterzeit ist Heizungszeit – und damit stellt sie eine Belastung für unsere Atemwege dar. Doch wie schaffen wir es, trotz Heizung ein gutes Raumklima herzustellen?
 | 11.01.2022

Der Winter ist da – und dank nass-kalter, dunkler Tage verbringen wir nun automatisch mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Doch das bedeutet auch: Trockene Heizungsluft gerät in unsere Lungen, was ungünstige Folgen für unsere Bronchien haben kann. Der Grund: Die künstlich erwärmte Luft trocknet die Schleimhaut der oberen und unteren Atemwege aus. Langfristig kann das zu Reizungen der Schleimhäute führen, was sich wiederum in Husten und zähem Auswurf äußert.

Eine besondere Belastung bedeutet das für die Lungen von COPD– und Asthma-Patient:innen – und zusätzlich erhöht die trockene Luft noch das Risiko, an einer Infektion zu erkranken. Glücklicherweise gibt es schnelle Abhilfe durch einige simple Tricks. So kann man die natürliche Schutzfunktion der Bronchial- und Nasenschleimhaut unterstützen.

Befeuchten Sie regelmäßig Ihre Atemwege

Das Befeuchten der Atemwege ist das A und O in der Winterzeit – nur so kann man die Schleimhäute vor dem Austrocknen schützen. Auch, wenn es kurios klingen mag: Besonders für Atemwegspatient:innen ist es ratsam, den natürlichen Schleimfluss zu unterstützen. Das geht ganz einfach:

  • Eine hilfreiche Maßnahme, um die Selbstreinigung der Bronchien anzukurbeln, ist regelmäßige Inhalation. Hier empfiehlt sich sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke, die mithilfe von Vernebler Systemen inhaliert werden kann. Das löst festsitzenden Schleim und erleichtert das Abhusten.
  • Pflegende Nasensprays und Nasenspülungen halten die Nasenschleimhaut feucht und schützen sie vor dem Austrocknen. Abschwellende Nasensprays sollten dagegen eher gemieden werden, da sie die trockene Schleimhaut zusätzlich schädigen.

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Befeuchten Sie die Atemluft in Ihrer Wohnung

Aber natürlich gibt es noch andere Wege gegen trockene Heizungsluft vorzugehen und sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Hierfür bieten sich mehrere Möglichkeiten:

  • Mehrmals pro Tag Stoßlüften: Zahlreiche Studien belegen, dass kurzes, kräftiges Lüften mehr bewirkt, als viele Stunden das Fenster zu kippen. Daher gilt: Lieber drei bis fünf Mal am Tag kurzes Lüften – das senkt nicht nur den Energiekosten, sondern tut auch der Lunge gut.
  • Eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen: Die Verdunstung erhöht die Luftfeuchtigkeit im Raum und gibt den Atemwegen wertvolle Feuchtigkeit zurück.
  • Ein Wäscheständer mit feuchten Tüchern im Wohnzimmer oder ein nasses Handtuch auf der Heizung bewirken denselben Effekt.
  • Zimmerpflanzen, speziell pflanzliche Hydrokulturen, wirken ebenfalls trockener Heizungsluft entgegen. Besonders empfehlenswert: Papyrus-Pflanzen. Denn weil ihre Wurzeln ständig im Wasser stehen müssen, spenden sie der Umgebungsluft extra viel Feuchtigkeit: schätzungsweise ganze ein bis zwei Liter bei einer durchschnittlichen Größe von 1,5 Metern. Doch Achtung: Für Allergiker:innen kann eine Hydrokultur problematisch werden, da sich darin gerne Pilze bilden. Die richtige Pflege ist hier zentral.
  • Um die Raumluft zu befeuchten, kann man auch zu elektrischen Luftbefeuchtern greifen. Wichtig ist hierbei, beim Kauf auf die genaue Bezeichnung zu achten: Von Verneblern ist nämlich eher abzuraten, besonders im Fall von Lungenpatient:innen. Sie verteilen eine immens große Menge an Bakterien im Raum, die den Atemwegen eher schaden als nützen. Verdunster und Verdampfer dagegen erwärmen das Wasser erst, bevor sie es gleichmäßig verteilen – und so gelangen weniger Bakterien in die Luft. Übrigens: Es gibt nicht nur Geräte, die die Luft befeuchten. Einige können sie sogar gleichzeitig filtern. Spätestens seit der Corona-Pandemie sind diese Luftreiniger in vielen öffentlichen Gebäuden zu sehen.
  • Letztlich gilt auch für Nicht-Allergiker:innen: Reizungen der Atemwege sollten konsequent vermieden werden. Dazu gehören beispielsweise zu intensive Geruchsstoffe, Staub oder offenes Feuer. Selbst die Wahl der Hobbys spielt hier eine Rolle: Holzverarbeitende Aktivitäten sollte man lieber nach draußen verlegen.

Nicht ohne Grund steigen im Winter die Krankenzahlen an – denn während draußen die Temperaturen sinken, wird die Raumluft immer trockener: Eine Belastung für die Atemwege. Doch dagegen lässt sich mit simplen, aber effektiven Tricks etwas tun. Dann steht einem Winter voller Gemütlichkeit und Wohlbefinden nichts mehr im Wege.

Quellen:
– Lunge-zuerich.ch (2021): Gesunde Raumluft. Abgerufen bei https://www.lunge-zuerich.ch/lunge-luft/luft/innenraumluft/gesunde-raumluft am 21.12.2021
– Zimmerpflanzenlexikon.info (2021): Pflanzen zur Raumluftverbesserung. Abgerufen bei https://www.zimmerpflanzenlexikon.info/artikel/pflanzen-zur-raumluftverbesserung am 21.12.2021
– Foto: fizkes / Shutterstock.com

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