Behandlung der COPD

Welche Behandlung hilft bei COPD? Jeder Patient hat mithilfe der Therapie gute Chancen, seine Lebensqualität entscheidend zu verbessern. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

COPD Behandlung

Der selbständige Patient: Ihre Mitarbeit ist gefragt!

Die wichtigste Nachricht vorweg: Die COPD ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Mithilfe verschiedener therapeutischer Ansätze haben es die Patienten selbst in der Hand, ihre Lebensqualität entscheidend zu beeinflussen.

In erster Linie sind also Sie selbst gefragt! Denn die besten Chancen auf einen stabilen Verlauf haben Sie, wenn Sie einen möglichst selbständigen Umgang mit der Erkrankung erlernen.

Dazu gehört das Wissen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten der COPD. Dieser Beitrag bietet Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Therapie-Bausteine mit vielen Links zu weiterführenden Informationen.


Im Video spricht der Hamburger Arzt Dr. Johannes Wimmer über Ziele und Möglichkeiten der COPD-Therapie:


Die drei Bausteine der COPD-Behandlung

Nach der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) von 2018 setzt sich die erfolgreiche Therapie der Lungenkrankheit aus drei Bausteinen zusammen:


1. Prävention: Vermeiden Sie Risikofaktoren!

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung vor akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  1. An erster Stelle steht für Raucher ein Rauch-Stopp auf dem Therapieplan. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5-10 Jahre länger!
  2. Grundsätzlich ist es für COPD-Patienten ratsam, alle lungenbelastenden Schadstoffe zu meiden. Dabei kann es sich z. B. um Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz handeln.
  3. Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

Diese Risikofaktoren für Ihre Lungengesundheit sollten Sie kennen


2. Verschaffen Sie sich Luft: Medikamente bei COPD

In den verschiedenen COPD-Stadien helfen Ihnen unterschiedliche Medikamente die Symptome zu lindern:

  • Die Basis der COPD-Therapie bilden bronchialerweiternde Medikamente, die so genannten Bronchodilatatoren. Sie erweitern die Atemwege und verbessern die Luftzufuhr. Zum Einsatz kommen kurz- und langwirksame Präparate.
  • Inhalative Corticosteroide (ICS) sind antientzündliche Medikamente, die helfen, akute Verschlechterungen der COPD zu reduzieren. In der aktuellen Leitlinie wird der dauerhafte Einsatz von kortisonhaltigen Wirkstoffen bei COPD jedoch nur dann empfohlen, wenn die Behandlung mit einer Kombination zweier langwirksamer Bronchodilatatoren nicht zum Erfolg führt.
  • Zur Behandlung akuter Atemwegsinfekte können schleimlösende Medikamente (Mukopharmaka) mit den Wirkstoffen N-Acetylcystein, Ambroxol oder Myrtol helfen, festsitzendes Sekret zu verflüssigen. In der Leitlinie wird der Einsatz dieser Medikamente jedoch nicht allgemein empfohlen.

Die Entscheidung für die in Ihrem Fall passenden Medikamente und ihre Anwendung sollten Sie in Absprache mit Ihrem Lungenfacharzt treffen.

Welche Medikamente helfen bei COPD?


3. Nutzen Sie die Chancen der nicht-medikamentösen Behandlung

Für eine erfolgreiche Behandlung der COPD sind weitere Maßnahmen enorm wirkungsvoll. Hier sind vor allem die Betroffenen gefragt, selbst aktiv zu werden!

Körperliche Aktivität: Bewegung tut Ihnen gut!

Mehrere Studien belegen, dass ein angemessenes Kraft- und Ausdauertraining bei COPD Ihnen hilft, Ihre körperliche Belastbarkeit zu steigern und das Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verhindern. Daher sind Bewegung und körperliche Aktivität grundsätzlich ein wichtiger Teil der Therapie. Bei der Frage, welche Aktivität für Sie angemessen ist, ist Ihr Lungenfacharzt der richtige Ansprechpartner.

Auch wenn Sie im fortgeschrittenen Stadium unter stärkeren Symptomen wie Husten und Atemnot leiden, gibt es Möglichkeiten, aktiv zu bleiben und Ihre Belastbarkeit wieder zu steigern. Schließen Sie sich z. B. einer der zahlreichen Lungensportgruppen an, die ein für Atemwegspatienten spezialisiertes Training anbieten.

Lungensport: Teilnahme, Kostenerstattung, Gruppe finden

Leichter atmen mit einer Atemtherapie

Eine Atemtherapie können Sie sich wie eine auf Atemwegspatienten abgestimmte Physiotherapie vorstellen. Ziel ist es, den Teilnehmern bestimmte Übungen und Techniken zu vermitteln, die ihnen das Atmen und das Abhusten erleichtern.

Die COPD-Leitlinie empfiehlt zudem die Anwendung von bestimmten Atemtherapiegeräten. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet®, Flutter VRP1®) löst zähen Schleim in den Bronchien, reduziert Atemnot und erleichtert das Abhusten.

Atemtherapie: Was passiert? Wo machen? Wer zahlt?

Richtig ernähren bei COPD

Eine ausgewogene Ernährung versorgt Ihren Körper mit reichlich Energie und Nährstoffen und trägt damit zu einer erfolgreichen Behandlung bei. Dabei ist die spezielle Situation von vielen COPD-Patienten zu beachten: Aufgrund vermehrter Anstrengung bei der Atemarbeit haben sie einen grundsätzlich erhöhten Energiebedarf.

Zudem ist die richtige Ernährung stark von Ihrer individuellen Ausgangssituation abhängig: Wenn Sie z. B. stark über- oder untergewichtig sind, hat das verständlicherweise Auswirkungen auf Ihren optimalen Ernährungsplan.

Ernährungstherapie: Richtig ernähren bei COPD

Sauerstofftherapie: Effektiv Atemnot reduzieren

Viele Patienten mit COPD und Lungenemphysem leiden an einer mangelnden Sauerstoffversorgung. Sinkt dabei der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen gewissen Wert, kann diesen Patienten eine Sauerstofftherapie helfen, wieder leichter zu atmen.

Wer profitiert von einer Sauerstofftherapie?

Patientenschulung: Manager in eigener Sache

Zu einer erfolgreichen Behandlung der COPD gehört auch ein mitdenkender und selbständig handelnder Patient! Hier helfen Ihnen spezielle strukturierte Schulungsprogramme, Kompetenz in Sachen COPD zu erwerben, Ihre Lebensqualität zu steigern und das Exazerbationsrisiko deutlich zu senken.

Wenn Sie Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, können Sie mithilfe Ihres Hausarztes eine Teilnahme an einem sogenannten Disease-Management-Programm (DMP) beantragen. Die Links zu den Programmen einiger Kassen finden Sie im folgenden Beitrag:

Patientenschulung bei COPD


Im Video spricht der Berliner Lungenfacharzt Dr. Thomas Hering über die 3 wichtigsten Therapieschritte bei COPD:


Operative Eingriffe

Für einen kleinen Teil der Patienten mit Lungenemphysem stellen operative Eingriffe eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar:

  • Bei einer Bullektomie werden Blasen in der Lunge, die sich im Laufe eines Emphysems bilden können, chirurgisch entfernt.
  • Bei einer Lungenvolumenreduktion wird mithilfe verschiedener Verfahren das Lungenvolumen verkleinert. Dies ermöglicht eine bessere Sauerstoffversorgung.
  • Für Patienten mit schwerem Lungenemphysem bleibt eine Lungentransplantation als letzte Behandlungsmöglichkeit. Allerdings ist dieser schwere Eingriff nur in seltenen Fällen möglich.

Exazerbationen und Begleiterkrankungen richtig behandeln

Exazerbationen sind akute Verschlechterungen, die den Verlauf einer COPD stark beschleunigen können. Die Vorbeugung und Behandlung vor solchen Krankheitsschüben ist deshalb ein entscheidender Faktor, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Auch die Begleiterkrankungen der COPD rücken immer mehr in den Fokus der Therapie. Die COPD ist eine systemische Krankheit, die das Risiko weiterer Erkrankungen stark erhöht. Häufig sind Herzerkrankungen, Lungenkrebs, Diabetes und Osteoporose. Der Vorbeugung und Früherkennung solcher Erkrankungen kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Quelle: Vogelmeier, C. (et al.): S2k - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018; 72: 253–308.

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