Gesund bleiben – so kann ich im Winter besser auf mich achten

Grundsätzlich gibt es wahrscheinlich beim Thema Winter zwei Meinungen: Man mag ihn oder nicht. Doch die meisten haben eins gemeinsam: Im Winter folgt man oft ungesunden Gewohnheiten, sodass man sich tendenziell weniger wohl im eigenen Körper fühlt. Was tun?
 | 27.12.2022

Die einen denken beim Winter an einen gemütlichen Abend auf der Couch mit einem warmen Getränk und einem guten Film – während die andere Partei das Verkehrschaos und den Schneematsch vor Augen hat und in Gedanken frierend an der Bushaltestelle steht. Natürlich gibt es hier kein Richtig und kein Falsch. Doch je nachdem, welche Gewohnheiten man im Winter so an den Tag legt, kann die kalte Jahreszeit für unseren Körper Stress oder Erholung bedeuten. Das gilt besonders für COPD– und Asthma-Patient:innen, deren Organismus ständig noch mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Woher kommt der Mythos vom “Winterspeck”?

Was kann ich also tun, um im Winter besser auf mich zu achten? Die Weihnachtszeit – gerade direkt vor den Feiertagenartet manchmal in wahren Stress aus: Geschenke besorgen, Essen vorbereiten, Familienbesuch – das kann einem schon mal etwas viel werden. In der Regel neigen wir dazu, besonders in solch hektischen Phasen mehr Zucker und Fett zu uns zu nehmen. Das ist – in Maßen – nicht per se schlecht, denn beide sind hervorragende Energielieferanten. Jedoch bewegen wir uns im Winter auch weniger und verstoffwechseln diese zusätzliche Energie daher nicht. Die Folge ist ein Fettdepot, der klassische “Winterspeck”. Wer diesen Effekt gerne vermeiden möchte, sollte eher auf Vitamine, Spurenelemente, pflanzliches Eiweiß und gesunde, möglichst ungesättigte Fettsäuren zurückgreifen.

Darüber hinaus befeuert Zucker Entzündungsprozesse im Körper, was erst Recht für Patient:innen mit Asthma und COPD nicht ratsam ist. Schließlich bedeuten diese Erkrankungsbilder meist, dass der Organismus ohnehin schon mit chronischen Entzündungen umgehen muss.

Übrigens: In einer Studie mit über 3.000 Proband:innen hat man herausgefunden, dass es nicht unbedingt der Winter sein muss, der zu einer Gewichtszunahme führt. Stattdessen sind es eher die ungesunden Traditionen an den Feiertagen, die verursachen, dass die deutschen Teilnehmer:innen der Studie nach Weihnachten ein knappes Kilo mehr wogen. In anderen Kulturen, in denen wichtige Feiertage im Sommer lagen, beobachtete man zu dieser Zeit den gleichen Effekt. Es ist also nicht die Jahreszeit, die uns zunehmen lässt, sondern das gesellige Beisammensein mit überdurchschnittlich gehaltvollem Essen.

Ein weiterer möglicher Grund, warum unser Körper nach schneller Energiezufuhr verlangt und der stark mit dem Winter zusammenhängt: die Müdigkeit. Es lohnt sich in jedem Fall, ihr auf den Grund zu gehen – ist sie doch ein häufiges Merkmal für eine akute Verschlechterung der COPD oder bei Asthma. Jedoch ist es recht normal, im Winter weniger Energie zu haben als im Frühling oder Sommer. Eine Möglichkeit, mit einem simplen Trick die Ernährung dahingehend anzupassen, dass solche “Löcher” nicht mehr so häufig auftreten: Blutzuckerspitzen vermeiden. Denn obwohl Zucker ein wichtiger Energielieferant ist, bringt uns ein kurzes, schnelles Ansteigen des Zuckerspiegels wenig, wenn wir danach umso tiefer in die Müdigkeit fallen. Was bedeutet das konkret?

Diverse Formen von Süßigkeiten und Snacks sowie Produkte aus Weißmehl wie helle Brötchen oder Gebäck sollte man eher vermeiden. Das heißt jedoch nicht, dass man auf Leckereien verzichten muss – denn Vollkornprodukte, Nüsse und Samen sind dafür mehr als erwünscht auf dem Speiseplan. Wie viele weitere leckere Nahrungsmittel sorgen für einen langsameren Anstieg des Zuckerspiegels und ein ebenso langsames Abfallen – dadurch wird das typische “Tief” vermieden, das wir nach dem Genuss von Döner, Pizza und Schokoriegel kennen. Wer sich aufgrund einer chronischen Atemwegserkrankung eh insgesamt schlapp und matt fühlt, sollte sich diesen Aspekt vielleicht einmal genauer ansehen.

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Bewegung an der frischen Luft lohnt sich mehrfach

Es ist jedoch nicht nur die Ernährung, auf die man einen Blick werfen sollte, wenn man mehr Selbstfürsorge im Winter betreiben will. Denn was ist nahezu unweigerlich damit verbunden, viel Zeit in Innenräumen zu verbringen? Korrekt – wenig Bewegung. Auch wenn das typische nasskalte Winterwetter kaum einen Hund vor dem Ofen hervorlockt, lohnt es sich aber, nach draußen zu gehen. Das regt nämlich Kreislauf und Stoffwechsel an, wir sind insgesamt zufriedener, haben mehr Energie und eine bessere Stimmung. Außerdem werden unsere Atemwege dabei belüftet, sodass Asthma- und COPD-Patient:innen gleich mehrfach profitieren. Dabei muss es nicht unbedingt ein schweißtreibendes Ausdauertraining sein – leidenschaftliche Spaziergänger:innen können einfach weiter ihrem Hobby frönen. Ein zügiger Schritt verbrennt nebenbei Kalorien und hält sogar an den Feiertagen schlank.

Doch da gibt es noch einen weiteren Faktor, den wir oft unterschätzen: die Lichtstrahlen, die Tag für Tag auf uns einwirken. Im Sommer bekommen wir deutlich mehr Sonnenlicht ab, was die Vitamin-D-Produktion anstößt und für Frische und Wachheit sorgt. Übrigens: Zwischen Vitamin D und der Häufigkeit von Exazerbationen bei COPD und Asthma vermutet man schon eine Weile einen Zusammenhang.

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Im Winter verbringen wir also automatisch mehr Zeit vor Smartphone und Fernseher. Das kann nicht nur irgendwann zu einer Reizüberflutung führen, sondern auch zur Kurzsichtigkeit, denn auf diese Bildschirme schauen wir in der Regel aus kurzer Distanz. Außerdem kann gerade das abendliche Filmprogramm dafür sorgen, dass die Produktion des Schlafhormons Melatonin verzögert oder sogar unterdrückt wird. Eine bewusste Limitierung von künstlichen Lichtquellen ist also in vielerlei Hinsicht eine sinnvolle Idee.

Was am meisten stresst, ist mangelnder Stressabbau – klingt fast schon zu simpel, um wahr zu sein. Doch es ist kein Zufall, dass in unserem immer schneller werdenden Lebensstil Angebote wie Yoga, Pilates oder autogenes Training boomen – denn sie sorgen für eine engere Verbindung von Körper und Geist, entschleunigen und geben uns innere Ruhe. Außerdem schulen sie uns in einer tieferen, langsameren Atmung, wovon insbesondere Patient:innen mit chronischen Atemwegserkrankungen profitieren. Sei es ein langer, zügiger Spaziergang im Wald oder eine Meditationssitzung vor dem Schlafen – was Spaß macht, ist erlaubt.

Im Winter neigen wir dazu, weniger auf uns selbst zu achten und lassen ungesunden Gewohnheiten tendenziell mehr Raum. Doch wer ein paar Hinweise beachtet, kann auch fit und gesund durch die kalte Jahreszeit kommen. So steht einem gemütlichen Winter mit viel Wohlbefinden nichts entgegen.

Quellen:
– Rieber, 2022: Müdigkeit adé: Das hilft gegen das winterliche Tief. LaVita (1.9.1). Mobile App. Abgerufen am 17.11.2022
– Pfaffenzeller: Die Wahrheit über den Winterspeck: Gibt es ihn wirklich? Abgerufen über https://www.geo.de/magazine/geo-wissen-ernaehrung/17317-rtkl-gesundheit-die-wahrheit-ueber-den-winterspeck am 17.11.2022
– Weichselbaumer & von Liebe, 2021: Wie schädlich ist das blaue Licht von LED-Displays wirklich? Abgerufen über https://www.br.de/nachrichten/wissen/wie-schaedlich-ist-das-blaue-licht-von-led-displays-wirklich,SkraZTp am 18.11.2022
– Foto: SeventyFour / Shutterstock.com

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