Was ist COPD? Die 10 wichtigsten Fakten

Die folgenden Hintergründe zu Ursachen, Symptomen, Verlauf und Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD sollten Sie kennen.

Die menschliche Lunge

1. Die COPD ist eine chronische Erkrankung der Lunge

Für Raucher ist die Gefahr am größten: Eine COPD entsteht, wenn Schadstoffe in die unteren Atemwege eindringen und die feingliedrigen Strukturen der Lunge dauerhaft belasten. Diese Belastung setzt chronische Entzündungsprozesse in Gang, die zu einem Umbau der Schleimhaut in den Bronchien und einem Abbau von Lungengewebe führen. Wenn der Schaden so groß ist, dass er sich nicht mehr rückgängig machen lässt, lautet die Diagnose COPD.

COPD-Patienten leiden unter einer unheilbaren Störung der Atmung (Obstruktion). Die Ursache dieser Störung sind dauerhaft entzündete und verengte Bronchien und/oder eine krankhafte Überblähung der Lunge (Lungenemphysem).


COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease, zu Deutsch: die chronisch obstruktive Lungenkrankheit.

2. Nicht nur in Deutschland: Die COPD ist eine Volkskrankheit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO

  • gab es im Jahr 2016 weltweit etwa 251 Millionen COPD-Patienten.
  • gibt es in Deutschland etwa 6,8 Millionen Patienten.
  • wird die Lungenkrankheit im Jahr 2030 die weltweit dritthäufigste Todesursache sein.

Das Erkrankungsrisiko der Lungenkrankheit ist hierzulande vergleichbar mit dem von Asthma bronchiale und höher als das eines Herzinfarktes. Die COPD ist damit eine der häufigsten chronischen Erkrankungen überhaupt.

3. Vor allem Raucher sind gefährdet

Welches die Ursachen für eine COPD-Erkrankung sind, ist im Einzelfall oft schwer nachzuvollziehen. Den größten Anteil an der Entstehung einer COPD hat in den meisten Fällen aber eindeutig das Rauchen oder Passiv-Rauchen. 8 von 10 Patienten rauchen oder haben früher geraucht.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je länger und je mehr Zigaretten am Tag geraucht wurden, desto höher ist das Risiko an COPD zu erkranken.

Neben dem Rauchen gibt es weitere Risikofaktoren, welche die Entstehung einer COPD begünstigen:

  • Alter über 40
  • Feinstaub
  • Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz (z.B. bei Schweißarbeiten, im Bergbau und der Getreideverladung)
  • häufige Atemwegsinfekte
  • genetische Veranlagung

Anzeige

Im Video spricht Lungenfacharzt Prof. Ulrich Cegla über die Symptome, Ursachen und Behandlung der COPD:

4. Die Symptome entwickeln sich schleichend

Die Symptome der COPD werden oft als "AHA"-Symptome bezeichnet: Auswurf, Husten und Atemnot. Dabei entstehen die Beschwerden nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg. Gemeinsam treten sie erst im Verlauf der Erkrankung auf.

AHA-Symptome:

  • Stark verschleimte Bronchien sind das Hauptsymptom der Lungenkrankheit. Dabei entsteht Auswurf (Sputum) - ein zähflüssiger Schleim, der beim Husten nach oben befördert wird. Bei der COPD ist der Auswurf in der Regel leicht bräunlich.
  • Husten ist als Folge der verschleimten Bronchien meist chronisch ausgeprägt und nach dem Erwachen am stärksten. Die Patienten haben häufig starke Probleme beim Abhusten des Schleims.
  • Am Anfang der Erkrankung tritt Atemnot (wenn überhaupt) nur unter Belastung auf. Sie kann sich im Verlauf zu einer Einschränkung des Bewegungsradius der Patienten ausweiten.

5. Die Diagnose erfolgt beim Lungenfacharzt

Bei COPD und Lungenemphysem sollte die Behandlung grundsätzlich von einem Lungenfacharzt (Pneumologen) eingeleitet werden. Der Facharzt verfügt über die notwendigen Geräte, die für eine möglichst genaue Diagnose erforderlich sind. Er stellt somit die angemessene Behandlung von COPD und Lungenemphysem sicher.

Nach der Erstellung eines individuellen Therapieplans durch einen Lungenfacharzt übernimmt die weiterführende Betreuung wieder der Hausarzt. COPD-Patienten sollten jedoch ein- bis zweimal jährlich zur Kontrolluntersuchung ihren Lungenfacharzt aufsuchen.

6. Unbehandelt schreitet die COPD voran

Die COPD ist durch einen fortschreitenden Verlust des Lungengewebes und damit der Lungenfunktion gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund hat das Expertengremium der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) die COPD in 4 Stadien eingeteilt. Die Stadien richten sich vor allem nach der Einsekundenluft bzw. dem FEV1-Wert:

Verlust der Lungenfunktion in den COPD-Stadien

7. In allen Stadien gibt es wirksame Behandlungsoptionen

Die COPD ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar. Der fortschreitende Verlauf einer COPD ist daher alles andere als zwangsläufig. In allen Krankheitsstadien stehen den Patienten Möglichkeiten der Behandlung zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung effektiv verhindern. Jeder Patient hat also mithilfe der Therapie gute Chancen, seine Lebensqualität entscheidend zu verbessern.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist ein Rauch-Stopp und die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente. Ebenso wichtig sind aber Maßnahmen der nicht-medikamentösen Therapie:

  • körperliche Aktivität bzw. Lungensport
  • Atemtherapie
  • Ernährungstherapie
  • Sauerstofftherapie

Welche Behandlung hilft bei COPD?

Atemtherapiegerät

Atemtherapiegeräte erleichtern das Abhusten

Fachverbände empfehlen die Anwendung bestimmter Atemtherapiegeräte bei COPD. Das Training mit diesen Geräten (RC-Cornet® PLUS, Flutter VRP1®) erweitert die Bronchien und erleichtert das Abhusten.

8. Die COPD kann weitere Erkrankungen nach sich ziehen

Die COPD ist eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus belastet und Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. In Deutschland haben rund 55 % der COPD-Patienten im höheren Alter mindestens drei weitere behandlungsbedürftige Krankheiten.

Statistisch gesehen sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Stoffwechsels, des Knochenbaus und der Psyche häufig. Maßnahmen zur Vorbeugung sind deshalb Teil der Therapie.

Häufige Begleiterkrankungen der COPD

9. Ein Rauch-Stopp verbessert die Lebenserwartung

Verschiedene Faktoren wirken sich ungünstig auf die Lebenserwartung der Patienten aus. Dazu zählen häufige Infekte, weitere Erkrankungen und vor allem fortgesetztes Rauchen.

Ob und wie schnell eine COPD fortschreitet, ist deshalb stark vom Verhalten des einzelnen Patienten abhängig. Wer mit dem Rauchen aufhört, sich viel bewegt und an die Therapie hält, schafft die besten Voraussetzungen für eine verbesserte Lebenserwartung. Patienten, die der Zigarette entsagen, leben im Schnitt 5–10 Jahre länger!

Die Lebenserwartung bei COPD

10. Die Eigeninitiative der Patienten ist entscheidend

Mit einem Rauchstopp allein ist es allerdings nicht getan. Die besten Chancen auf einen stabilen Verlauf haben die Patienten, wenn sie einen möglichst selbständigen Umgang mit der COPD erlernen.

Dazu gehört:

  • die regelmäßige und richtige Anwendung der Medikamente
  • das Vermeiden von Schadstoffen und Infekten
  • eine angemessene körperliche Belastung und die Teilnahme am Lungensport
  • das Erlernen von atemtherapeutischen Hustentechniken
  • eine gesunde Ernährung

Die eigene Initiative ist also von Anfang an entscheidend im Umgang mit der Erkrankung. Dabei ist niemand auf sich allein gestellt!

Selbsthilfegruppen sind z. B. wichtige Anlaufspunkte, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Patientenschulungen an, die Ihnen den Umgang mit einer COPD näher bringen. Und natürlich finden Sie hier auf leichter-atmen.de immer die aktuellsten Informationen und Hilfestellungen rund um die Erkrankung.

Bleiben Sie also immer auf dem Laufenden und abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter.

Welche Behandlung hilft bei COPD?

In jedem COPD-Stadium stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um eine Besserung zu bewirken. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

mehr

Die Stadien und Schweregrade der COPD nach GOLD

Die globale Initiative für COPD „GOLD“ teilt die Lungenkrankheit in 4 Stadien und Schweregrade ein. Alle Infos zum Verlauf der Erkrankung im Überblick.

mehr