Richtige Ernährung bei COPD

Die richtige Ernährung bei COPD versorgt Ihren Körper mit reichlich Energie und Nährstoffen und bringt Sie Ihrem Idealgewicht näher. Orientierung bietet dabei die Ernährungspyramide.
| 22.02.2019

Für COPD-Patienten gilt grundsätzlich eine fettarme, eiweißhaltige und nährstoffreiche Ernährung als empfehlenswert. Die richtige Ernährung ist aber auch stark von der Situation des Einzelnen abhängig. Für Patienten mit starkem Untergewicht zum Beispiel gelten eigene Empfehlungen: Hier finden Sie Ernährungstipps bei Untergewicht.

Eine gesunde Ernährung bei COPD bedeutet nicht den Verzicht auf Genuss! Es geht vielmehr darum, die konsumierten Lebensmittel in ein richtiges Verhältnis untereinander zu setzen, z.B. mithilfe der Ernährungspyramide. Diese zeigt, wie ausgewogenes Essen am Tag aussehen kann:

Ernährungspyramide

Die Basis: Kohlenhydratreiche Lebensmittel

Ganz unten in der Pyramide sehen Sie Lebensmittel mit viel Kohlenhydraten. Sie lassen sich schnell in Energie umwandeln und davon brauchen Sie bei einer COPD besonders viel!

Zu den kohlenhydratreichen Lebensmitteln gehören verschiedene Getreidesorten (z.B. enthalten in Brot, Müsli, Pasta), Reis, Hirse und Kartoffeln. Diese Lebensmittel sollten das Fundament Ihrer Ernährung bilden und mit jeder Mahlzeit eingenommen werden. Vollwertige Produkte sind hier vorzuziehen, weil sie mehr wertvolle Nährstoffe enthalten.

Vitamine und Nährstoffe: Gemüse und Obst

In den nächsthöheren Ebenen finden sich alle Gemüse- und Obstsorten. Eine Gemüsebeilage sollte mit jeder Mahlzeit eingenommen werden. Obst eignet sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Greifen Sie hier unbedingt auf frische, unbehandelte Produkte zurück. Konserven enthalten viel weniger Vitamine und sind zudem oft mit Zucker angereichert.

Eiweiß satt: Tierische Produkte

Eine eiweißhaltige Ernährung stellt die Grundlage für Muskelaufbau dar. Vor allem tierische Produkte wie Fisch, Fleisch, Eier, Käse und Milch sind als Eiweißlieferanten bekannt. Allerdings sind besonders viele Fleisch- und Wurstsorten auch sehr fett! Vorzuziehen ist deshalb eher fettarmes Fleisch wie Puten- und Hühnerfleisch.

Aber auch ohne Fleisch können Sie Ihren Körper mit genug Eiweißen versorgen, um den Muskelaufbau zu unterstützen. Dafür eignen sich neben Fisch auch Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen sowie Milchprodukte wie Joghurt- oder Quarkspeisen und Nüsse.

Weniger ist mehr: Fettreiche Lebensmittel

Die Spitze der Pyramide bilden Fette wie Butter und Öle und schließlich Süßigkeiten und andere zuckerhaltige Lebensmittel wie Kuchen, Gebäck etc. Auch bei Untergewicht sollten Sie diese Lebensmittel nur in geringen Maßen zu sich nehmen, weil es beim Zunehmen vor allem um Muskelmasse und nicht um Fettmasse geht. 

Bei den Ölen empfiehlt es sich auf Produkte mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückzugreifen, wie Sie beispielsweise in Oliven- oder Rapsöl enthalten sind. Unter den mehrfach ungesättigten Fetten sind die Omega 3-Fettsäuren besonders wichtig. Sie sind auch in fetten Fischen wie z.B. Makrelen, Hering, Lachs oder Forellen enthalten.

Viel trinken!

Mindestens ebenso wichtig wie die feste ist die flüssige Nahrung. Gerade bei einer COPD braucht Ihr Körper viel Flüssigkeit: Sie sorgt für eine Verflüssigung des Bronchialschleims, der vielen COPD-Patienten zu schaffen macht.

Trinken Sie deshalb 1-2 Liter pro Tag (z.B. stilles Wasser, Kräuter- und Früchtetees, Saftschorlen), damit sich der in Ihren Bronchien festsitzende Schleim besser lösen kann. Nur in Maßen sollten Sie hingegen zuckerhaltige Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte sowie alkoholische Getränke zu sich nehmen.

Weitere Ernährungstipps bei COPD:

  • Lungenärzte raten, vor dem Essen Schleim abzuhusten, damit keine Atemnot entsteht und der Hunger nicht nachlässt.
  • Ein voller Magen überlastet das Verdauungssystem und erhöht den Druck auf Lunge und Zwerchfell. Nehmen Sie über den Tag verteilt lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich.
  • Essen Sie in Ruhe und nicht überhastet. Nehmen Sie sich Zeit und essen Sie bewusst, d.h. wenn Sie essen, lassen Sie sich nicht anderweitig ablenken.
  • Zuviel Salz im Essen kann die Atmung erschweren – kochen Sie deshalb salzarm.
  • Verzehren Sie Schweinefleisch nur in Maßen! Insbesondere gepökelte Fleischwaren wie Schinken, Würstchen und Salami bilden im Körper toxische Stickstoffverbindungen, die das Lungengewebe schädigen.
  • Einige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Zwiebeln und Knoblauch, Kuhmilch und kohlensäurehaltige Getränke können bei manchen Menschen zu vermehrter Gasbildung im Körper führen und erhöhen so den Druck auf Zwerchfell und Lunge. Beobachten Sie, wie Sie auf bestimmte Lebensmittel reagieren und passen Sie Ihre Ernährung entsprechend an.
  • Essen Sie abends generell weniger als tagsüber und geben Sie Ihrem Körper die Chance gründlich zu verdauen, bevor Sie sich schlafen legen.

Quellen:
– Wouters, Schols (et al.): Nutritional depletion in COPD. Eur Respir Rev 1997; 7: 60-65.
– Schols, Slangen, Volorris (et al.): Weigth loss is a reversible factor in the prognosis of COPD. Am J Respir Crit Care Med 1998; 157: 1791-1797.
– Foto: NDAB Creativity / Shutterstock.com

Abonnieren Sie unseren LEICHTER ATMEN Newsletter

und erhalten Sie monatlich neue Tipps für gesunde Atemwege in Ihrem Posteingang!

Informationen zur Anmeldung und dem Versand erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Teilen Sie diesen Beitrag