Rauch-Stopp! – Nichtraucher:in werden

Neues Jahr, neues Ich? Viele nutzen den Jahreswechsel, um sich von alten Gewohnheiten loszureißen und ein gesünderes Leben zu führen. Sehr beliebt: Der Rauch-Stopp! Doch wie geht das am besten?
 | 04.01.2022

Eins ist klar: Es gibt viele Wege, die zum Rauch-Stopp führen. Doch egal, für welchen man sich letztlich entscheidet – eine Rauchentwöhnung durchzuziehen, ist immer eine richtige Entscheidung, erst Recht für COPD-Patient:innen. Die Gesundheit wird es einem danken, in den allermeisten Fällen sogar schon relativ zügig: In der Regel verspürt man innerhalb von wenigen Tagen eine Veränderung – sei es durch die Menge des Auswurfs, die zurückgeht, oder durch eine spürbar bessere Lungenfunktion. Und das beste: Langfristig erhöhen sich durch eine Rauchentwöhnung die Lebenserwartung und die Lebensqualität.

Rauchentwöhnung – Methoden und Hilfsmittel

Das Warum ist also geklärt. Die nächste Frage, die sich einem nun stellt, ist die nach dem Wie: So viele gute Gründe es gibt, mit dem Rauchen aufzuhören, so viele unterschiedliche Methoden und Ansätze stehen Raucher:innen zur Verfügung. Wichtig zu wissen: Rauchen ist nicht nur eine körperliche Abhängigkeit. Oft ist es auch die Gewohnheit, also das Verhalten, das kombiniert mit dem Tabak selbst zur Sucht wird. Wie man nun aber davon loskommt? Den einen Königsweg für alle gibt es leider nicht, doch es gibt klare Empfehlungen, die die Chance auf Erfolg erhöhen. Dazu gehören einerseits die Anwendung spezieller Hilfsmittel und andererseits verhaltenstherapeutische Angebote. Doch was bedeutet das konkret?

Nikotinersatzpräparate

Nikotinersatzpräparate wie Nikotinpflaster, -kaugummis oder Nasensprays erleichtern den Weg aus der Sucht. Ihre Funktionsweise ist recht simpel: Über eine zeitlich begrenzte Dauer wird dem Körper von außen Nikotin zugeführt, ohne dabei den Organismus mit den zahlreichen im Zigarettenrauch enthaltenen Giftstoffen zu belasten.

Medikamente

Neben Ersatzpräparaten gibt es auch Medikamente, die die Entzugssymptome und das Rauchverlangen nach einem Rauchstopp abmildern. Da diese jedoch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben könnten, sollte eine Einnahme gerade bei COPD-Patient:innen auf jeden Fall mit dem oder der behandelnden Fachärzt:in abgesprochen werden.

Ob es wirklich Medikamente braucht, um den Entzug zu schaffen, ist nicht zuletzt auch abhängig vom persönlichen Rauchverhalten. Denn zwischen dem Rauchen aus Genuss, aus Stress oder aus der Sucht heraus bestehen große Unterschiede. Insbesondere im Falle einer Abhängigkeit ist eine verhaltenstherapeutische Betreuung sinnvoll. Was bedeutet das genau? Eine solche Maßnahme kann ganz unterschiedlich aussehen – beispielsweise gibt es Einzel- oder Gruppenkurse, Kurse per Smartphone-App oder ganze Bücher, die den Betroffenen helfen sollen, ihr Verhalten zu ändern. Die Komponente der mentalen Unterstützung ist in jedem Fall nicht zu vernachlässigen.

Interessanterweise konnten Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Entwöhnung deutlich steigt, wenn Raucher:innen die therapeutischen Angebote in Kombination mit medikamentöser Unterstützung wahrnehmen.

E-Zigaretten

Rauchentwöhnung über die E-Zigarette – klingt kurios? Tatsächlich weisen neuere Studien darauf hin, dass sich die elektrischen “Glimmstengel” zur Rauchentwöhnung eignen könnten. Zwar sind die Langzeiteffekte des Dampfens derzeit noch unerforscht, jedoch scheint der Umstieg auf die gesundheitlich weniger belastenden E-Zigaretten vielen Rauchern den Ausstieg insgesamt zu erleichtern.

E-Zigaretten: Ist Dampfen besser als Rauchen?

Suchttherapie

„Man muss es nur wollen“ – so lautet der häufigste Rat, den Entzugswillige zu hören bekommen. Sicher ist der Wille zum Rauch-Stopp eine wichtige Voraussetzung, jedoch führt die reine Absicht in den meisten Fällen zum Scheitern der Rauchentwöhnung: Im Schnitt bleiben lediglich unter 5 Prozent auf diesem Weg dauerhaft rauchfrei.

Statistisch mehr Erfolg versprechen die oben erwähnten strukturierten Entwöhnungsprogramme, die eine Verhaltenstherapie mit medikamentöser Unterstützung kombinieren. Sie werden von vielen Therapeut:innen und Kliniken beispielsweise im Rahmen einer Reha angeboten. Hier geht es vor allem darum, das eigene Verhalten analysieren zu lernen – und somit der Versuchung im entscheidenden Moment widerstehen zu können.

12.06.2019

Die pneumologische Rehabilitation bei COPD

Während einer pneumologischen Rehabilitation lernen COPD-Patienten, das Leben mit der Lungenkrankheit eigenständig zu gestalten. Weiterlesen

Entspannung, Yoga und Akupunktur

Alternativ oder ergänzend sind auch Entspannungstechniken ein wirksames Mittel gegen Stress. Methoden wie das autogene Training, Yoga, Qi Gong, Hypnose und viele weitere können dabei helfen, Nervosität und dem Gefühl der Unausgeglichenheit wirksam zu entgegnen. Auch alternative Ansätze wie die Akupunktur werden vielerorts zur Rauchentwöhnung angeboten, wobei es keine aussagekräftigen Statistiken zur Wirksamkeit dieser Methoden gibt.

Jetzt rauchfrei werden!

Egal für welche Methode(n) man sich letztendlich entscheidet: Niemand sollte diesen Wege alleine gehen müssen. Es ist extrem empfehlenswert, den oder die Partner:in mit ins Boot zu holen, die behandelnde Praxis nach Unterstützung zu fragen und sich generell Menschen in seinem Umfeld anzuvertrauen. Einer Studie zufolge ist es vor allem der persönliche Kontakt, der den Betroffenen hilft – selbst über Telefon. Die Unterstützung durch Freund:innen und Familie ist damit weitaus effektiver als jede Aufklärungsbroschüre.

Weitere Informationen und Unterstützung bei der Rauchentwöhnung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA):

  • Kostenlose telefonische Beratung bietet die BzgA unter der Nummer 0800 831 31 31
  • Das Portal www.rauchfrei-info.de bietet viele hilfreiche Tipps bei der Rauchentwöhnung
  • Anbieter von Entwöhnungskursen in der Nähe findet man zudem hier: www.rauchfrei-programm.de

Egal, für welchen Weg man sich entscheidet – eine Rauchentwöhnung ist ein großer und bedeutender Schritt in Richtung höherer Lebensqualität und besserer Gesundheit. Der Körper und insbesondere die Lunge werden es einem danken – und einem im Gegenzug mit gesteigerter Fitness, einer höheren Lebenserwartung und einem Leben voller Wohlbefinden belohnen.

Quellen:
– Lungenärzte im Netz: Therapie. Abgerufen via https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/nikotinsucht/therapie/ am 16.12.2021
– Hartmann-Boyce J, Hong B, Livingstone-Banks J, Wheat H, Fanshawe TR. Additional behavioural support as an adjunct to pharmacotherapy for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2019, Issue 6. Art. No.: CD009670. DOI: 10.1002/14651858.CD009670.pub4
– Hartmann-Boyce J, Lancaster T, Stead LF. Print-based self-help interventions for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 6. Art. No.: CD001118. DOI: 10.1002/14651858.CD001118.pub3
– Foto: Fotolia.com

Abonnieren Sie unseren
LEICHTER ATMEN Newsletter

Tipps und Infos für gesunde Atemwege!

  • für alle, die besser atmen wollen
  • kostenlos und bequem per E-Mail
  • kompakt einmal im Monat

Informationen zur Anmeldung erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

FOLGEN SIE UNS:

Teilen Sie diesen Beitrag