Asthma bronchiale – 10 Fakten zur Lungenkrankheit

Was ist Asthma bronchiale? Diese Fakten und Hintergründe klären Sie über das Krankheitsbild und den aktuellen Forschungsstand zur chronischen Lungenkrankheit auf.
| 16.06.2020

Asthma ist eine der häufigsten Volkskrankheiten

Weltweit leiden nach Angaben der WHO ca. 230 Millionen Patienten an Asthma bronchiale. Damit gehört Asthma zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Besonders Kinder sind häufig betroffen: In mindestens 7 von 10 Fällen bricht die Krankheit im Kindesalter aus. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa 10 Prozent aller Kinder und 5 Prozent aller Erwachsenen betroffen.

Asthma ist nicht gleich Asthma

Das Asthma bronchiale ist ein variantenreiches Krankheitsbild, das viele unterschiedliche Erscheinungsformen und Krankheitsverläufe kennt. Grundsätzlich unterscheiden kann man 3 Arten von Asthma:

  1. Allergisches (extrinsisches) Asthma bronchiale

    Beim allergischen Asthma reagieren die Betroffenen allergisch auf bestimmte Allergene wie z.B. Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaare. Der Entstehungszeitraum fällt meist in die Kindheit.

  2. Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma bronchiale

    Beim nicht-allergischen Asthma führt meist eine Infektion der Atemwege im Erwachsenenalter zu einer Asthma-Erkrankung. Die Symptome werden hier durch Infekte oder unspezifische Reize (Anstrengung, Kälte, Schadstoffe) ausgelöst.

  3. Mischformen

    In Reinform kommen die ersten beiden Asthmavarianten nur sehr selten vor. Am häufigsten sind Mischformen, die meist aus einem ursprünglich allergischen Asthma im Kindesalter entstehen und sich im Krankheitsverlauf in Richtung des nicht-allergischen Asthmas entwickeln.

Asthma bronchiale tritt anfallsweise auf

Im Unterschied zu anderen chronischen Lungenkrankheiten wie COPD treten starke Beschwerden bei Asthma-Patienten nur anfallsweise auf.

Ein Asthma-Anfall geht in der Regel mit entzündeten Bronchien, einem Engegefühl in der Brust sowie Husten und Atemnot einher. Zwischen den Anfällen sind Asthmatiker oft vollkommen beschwerdefrei. Vor allem bei länger bestehendem Asthma bronchiale kann es jedoch auch zu einer dauerhaften Verengung der Bronchien kommen.

Asthmatiker haben überempfindliche Bronchien

Das Hauptmerkmal von Asthma ist eine bronchiale Hyperreagibilität. Im Vergleich zu gesunden Menschen reagieren Asthma-Patienten besonders empfindlich auf bestimmte Reize. Wenn sie in Kontakt mit solchen Reizen treten, verkrampfen und entzünden sich ihre Atemwege schnell.

Als Folge tritt häufig direkt heftiger Husten auf, der sich schnell zur Atemnot steigert. Die Schleimhäute schwellen an, die Bronchien ziehen sich zusammen und die Sauerstoffzufuhr ist gestört. Begleitet wird die Atemnot oft von einem pfeifenden oder brummenden Geräusch beim Atmen.

26.06.2020

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Die häufigsten Auslöser von Asthma-Anfällen

Wodurch ein Anfall ausgelöst wird, kann sich von Typ zu Typ unterscheiden. Anhand der Auslöser von asthmatischen Beschwerden lassen sich daher mehrere Asthmaformen unterscheiden:

  • Allergisches Asthma: Allergien z.B. gegen Pollen, Katzenhaare oder bestimmte Lebensmittel stehen häufig am Anfang einer Asthma-Erkrankung.
  • Infektbedingtes Asthma: Entzündungen der Atemwege können Anfälle auslösen bzw. eine Asthma-Erkrankung begünstigen.
  • Berufsbedingtes Asthma: Manche Patienten entwickeln eine Überempfindlichkeit gegen Schadstoffe, denen sie langfristig am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.
  • Belastungsasthma: Körperliche Anstrengung führt (besonders bei Kinder-Asthma) häufig zu asthmatischen Beschwerden.
  • Medikamentenasthma: Viele Asthma-Patienten reagieren empfindlich auf bestimmte Wirkstoffe in Schmerzmitteln, Entzündungshemmern und Betablockern.

Risikofaktoren

Die Ursachen von Asthma bronchiale sind noch nicht eindeutig geklärt. Grundsätzlich lassen sich jedoch einige Risikofaktoren benennen, die das Entstehen eines Asthmas begünstigen können:

  • Eine genetische Veranlagung für überempfindliche Bronchien (bronchiale Hyperreagibilität)
  • Allergien, die sich belastend auf die Atemwege auswirken (z.B. Heuschnupfen)
  • Häufige Infektionen der Atemwege, die das Atmungssystem zusätzlich belasten und der Entstehung von Asthma förderlich sein können
  • Dauerhafte Belastungen der Atemwege durch das regelmäßige Inhalieren von Schadstoffen, z.B. am Arbeitsplatz oder durch Rauchkonsum
  • Bewegungsmangel und Übergewicht besonders in der Kindheit machen die Entstehung von Asthma wahrscheinlicher

16.06.2020

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Asthma ist heute gut behandelbar

Mit den heutigen Möglichkeiten der Behandlung von Asthma bronchiale sind die meisten Betroffenen weitestgehend beschwerdefrei:

  • Der Erfolg der modernen Asthma-Therapie beruht dabei hauptsächlich auf einer Medikamentengruppe: den inhalativen Kortikosteroiden. Sie wirken entzündungshemmend und krampflösend und kommen ab Asthma-Stufe 2 zum Einsatz.
  • Bronchialerweiternde Medikamente werden ebenfalls inhalativ verabreicht. Sie bewirken eine sofortige Weitung der Bronchien und werden eingesetzt, um Husten und Atemnot im Bedarfsfall schnell zu lindern.

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Sportliche Aktivität stärkt die Lunge

Sportliche Betätigung ist bei Asthma bronchiale nicht nur möglich, sondern wichtiger Bestandteil der Therapie. Regelmäßige Bewegung macht den Körper widerstandsfähiger, indem es die Lungenfunktion und das Immunsystem stärkt, die Herzleistung und die Sauerstoffaufnahme verbessert und die Muskeln trainiert. Insbesondere leichtes Ausdauertraining an der frischen Luft ist Asthma-Patienten zu empfehlen – die Mitnahme des Notfallmedikaments vorausgesetzt.

Die Belastung ist beim Sport natürlich an den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung anzupassen – eine Überbelastung sollte unbedingt vermieden werden.

Asthma muss regelmäßig kontrolliert werden

Die regelmäßige Asthma-Kontrolle mit einem Peak-Flow-Meter ist Teil der Standard-Therapie. Die Messung des Peak-Flows, also des maximalen Luftstroms beim Ausatmen, lässt z.B. Rückschlüsse über die Wirksamkeit der Medikamente sowie die Entwicklung der Erkrankung zu.

Mithilfe des behandelnden Arztes und ergänzenden Lungenfunktionstests kann so die Therapie an den Einzelfall bzw. den individuellen Schweregrad angepasst werden.

Unterscheidung von anderen Lungenkrankheiten wichtig

Um eine optimale Therapie sicherzustellen ist auch die Abgrenzung zu ähnlichen Lungenkrankheiten wichtig. Entscheidend ist dabei eine ausführliche Lungenfunktionsdiagnostik.

Aufgrund der ähnlichen Symptomatik ist vor allem die Unterscheidung von Asthma und COPD wichtig. Beide Lungenkrankheiten gehen mit Husten, Auswurf und Atemnot einher und sind nicht immer leicht voneinander zu trennen.

Zudem existiert eine Mischform beider Erkrankungen, die als Asthma-COPD- Overlap Syndrom (ACOS) bekannt ist. Die Identifikation dieser Patienten ist für die angemessene Behandlung des Syndroms von Bedeutung. Betroffen sind etwa 10 – 20 Prozent aller Asthma- und COPD-Patienten.

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