Der Behindertenausweis bei COPD

Ein Schwerbehindertenausweis bringt einige Vorteile und Vergünstigungen mit sich. Wann Sie als COPD-Patient Anspruch auf einen Ausweis haben und wie Sie ihn erfolgreich beantragen, erfahren Sie hier.

Antrag für einen Schwerbehindertenausweis

Ein Schwerbehindertenausweis ist mit verschiedenen finanziellen Erleichterungen und bestimmten Sonderrechten verbunden. Die Erleichterungen sollen die durch die Behinderung entstandenen Benachteiligungen ausgleichen.

Rechte von Menschen mit Schwerbehindertenausweis:

  • Abhängig vom Grad der Behinderung bringt der Schwerbehindertenausweis steuerliche Erleichterungen mit sich. So reduziert sich z. B. die Kfz-Steuer für Patienten mit Gehbehinderung (wird mit einem „G“ auf dem Ausweis gekennzeichnet).
  • Schwerbehinderte Menschen können gegen eine jährliche Eigenbeteiligung von 80 Euro öffentliche Nahverkehrsmittel wie Bus und Bahn unentgeltlich nutzen. Sie erhalten auf Antrag eine Wertmarke, die zusammen mit dem Schwerbehindertenausweis als Nachweis der Freifahrtberechtigung dient.
  • Außerdem genießen Schwerbehinderte im Beruf besonderen Kündigungsschutz und einige Sonderrechte wie z. B. eine zusätzliche Woche bezahlten Urlaub oder Anspruch auf einen Behindertenpauschalbetrag.

Hinweis: COPD-Patienten haben nur in Ausnahmefällen Anspruch auf einen Parkausweis für Behinderte. Das notwendige Kürzel "ag" (außergewöhnlich gehbehindert) auf dem Ausweis wird in der Regel nur Personen zugestanden, die dauerhaft „aus medizinischer Notwendigkeit auf die Verwendung eines Rollstuhls angewiesen sind.“ (Neuntes Sozialgesetzbuch, SGB IX, § 229)

Wer bekommt einen Behindertenausweis bei COPD?

Einen Schwerbehindertenausweis bekommen Sie in Deutschland und Österreich, wenn Sie nach dem Sozialgesetzbuch als schwer behindert gelten. Das ist dann der Fall, wenn Sie einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 Prozent haben. Vorausgesetzt wird zudem, dass Sie einen Wohnsitz im Land haben und hier berufstätig sind.

In der Regel trifft das auf Patienten im COPD-Stadium III zu. Allerdings ist ein fortgeschrittenes Stadium der COPD für sich genommen noch kein ausreichender Grund, der Ihnen einen Schwerbehindertenausweis garantiert. Entscheidend für einen hohen Grad der Behinderung ist nämlich nicht die Diagnose von bestimmten Krankheitsbildern, sondern immer die Summe Ihrer funktionalen Beeinträchtigungen im Alltag.

Das bedeutet auch, dass ein Patient mit einer leichten COPD, der unter weiteren Erkrankungen oder Einschränkungen leidet, die ihn im Alltag behindern, in der Summe Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis haben kann.

Wie beantrage ich einen Behindertenausweis?

Zuständig für die Bearbeitung eines Antrags auf Festsellung des Grades der Behinderung sind die Versorgungsämter (Amt für Soziales). Hier bekommen Sie ein Formular, dass Sie ausgefüllt beim Amt einreichen.

Das für Sie zuständige Amt können Sie z. B. in Ihrer Kreis- oder Stadtverwaltung erfragen. In den meisten Bundesländern können Sie das Antragsformular auch online herunterladen.

Eine hilfreiche Anleitung bietet das Portal www.einfach-teilhaben.de.

Schwerbehindertenausweis richtig beantragen – So geht's

  1. Besprechen Sie sich unbedingt vorab mit Ihrem Hausarzt, damit er auf mögliche Nachfragen durch das Versorgungsamt vorbereitet ist. Bitten Sie ihn, zusätzlich zur Diagnose ein Schreiben über Ihre allgemeine Verfassung sowie Ihre konkreten Beschwerden und Einschränkungen aufzusetzen.
  2. Die Entscheidung über Ihren Antrag trifft ein Sachbearbeiter nach Aktenlage. Ob diese Entscheidung in Ihrem Sinne ausfällt, hängt also maßgeblich von einem übersichtlichen, verständlichen und gut formuliertem Antrag ab.
  3. Versetzen Sie sich in den Sachbearbeiter. Dieser kennt weder Ihre persönliche Situation noch Ihre Krankheitsgeschichte. Klären Sie ihn also möglichst genau über Ihre Beschwerden auf und führen Sie ihm vor Augen, wie sich diese auf Ihren Alltag auswirken.
  4. Leiden Sie neben einer COPD noch an weiteren Erkrankungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen, geben Sie diese unbedingt an. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Berechnung des GdB.
  5. Geben Sie im Antrag alle Ihre behandelnden Ärzte und Therapeuten an und legen Sie alle aussagekräftigen ärztlichen Atteste und Laborwerte bei.
  6. Holen Sie sich Hilfe beim Ausfüllen des Antrags! Besonders im Fall einer Ablehnung kann es sinnvoll sein, mit professioneller Unterstützung Widerspruch gegen die Entscheidung des Amtes einzulegen. Beratung bieten hierbei besonders Sozialverbände wie der VdK oder der Sozialverband Deutschland an. Aber auch Sozialstationen von Krankenhäusern und Rehakliniken können Sie beim Beantragen eines Schwerbehindertenausweises unterstützen.

Muss ich berufliche Benachteiligung befürchten?

Aus Angst vor Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt scheuen viele Menschen, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen – zu Unrecht. Wegen des besonderen Schutzes für Behinderte wird eine Kündigung eher unwahrscheinlicher.

Außerdem haben Sie als Schwerbehinderter innerhalb eines bestehenden Arbeitsverhältnisses ein einklagbares Recht auf eine behindertengerechte Beschäftigung, also z. B. auf eine Versetzung oder eine Umschulung, insofern sie eine gerechtere Beschäftigung bedeuten würde.

Bei Bewerbungen schützt Sie zudem ein Diskriminierungsverbot, das im Falle der Diskriminierung einen Schadensersatzanspruch für Sie vorsieht. In einigen Bereichen werden behinderte Menschen sogar bevorzugt, wie etwa in Bewerbungsverfahren für den öffentlichen Dienst.

Rente bei COPD

Falls Ihr Leistungsvermögen durch die COPD-Erkrankung eingeschränkt ist, dann gibt es die Möglichkeit, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

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