COPD 3 – Die schwere COPD

Eine COPD 3 wird nach GOLD als „schwere" COPD klassifiziert. Welche Behandlungsmaßnahmen verbessern Ihre Lebensqualität in diesem Stadium?

COPD Stufe 3

Im Stadium COPD 3 nach GOLD verspüren die Betroffenen zunehmend Atemnot bei körperlicher Belastung. Doch auch wenn die Beschwerden Sie zunehmend im Alltag einschränken – im COPD Stadium 3 stehen Ihnen viele Behandlungsoptionen zur Verfügung, die Ihre Lebensqualität verbessern können

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen,

  • welche Symptome typisch für eine COPD GOLD 3 sind,
  • was Sie tun können, um das Fortschreiten der Symptome zu verhindern und
  • welche Themen für Patienten mit schwerer COPD wichtig werden.

Symptome im Stadium COPD GOLD 3

Das folgende Diagramm zeigt Ihnen den Verlauf der COPD-Stadien in Abhängigkeit vom Wert der Lungenfunktion (FEV1):

COPD-Stadien - Verlust der Lungenfunktion

Im Stadium COPD GOLD 3 weicht die Lungenfunktion um mehr als 50 % vom Normalwert ab.

Husten und Auswurf treten bei den meisten Patienten auf. Vielen bereitet vor allem das morgendliche Abhusten Probleme.
Die Betroffenen haben in der Regel bereits bei geringer Anstrengung, z. B. beim Treppensteigen, mit Atembeschwerden zu kämpfen.
Herz-Kreislaufprobleme deuten darauf hin, dass auch andere Organe vom Sauerstoffmangel betroffen sind und sollten unbedingt ärztlich untersucht werden.

Die schwere COPD erfolgreich behandeln

Bei einer chronischen Erkrankung wie der COPD ist Ihre Mitarbeit gefragt! Setzen Sie sich aktiv mit Ihren Behandlungsmöglichkeiten auseinander:

1. Diese Medikamente verschaffen Ihnen Luft

Als Basistherapie erhalten Patienten im GOLD-Stadium COPD 3 ein langwirksames bronchialerweiterndes Medikament zur Inhalation. Je nach Symptomatik kann es sich dabei auch um eine Fixkombination aus zwei verschiedenen Wirkstoffen handeln.

Wenn trotz der Basistherapie mit bronchialerweiternden Mitteln kein stabiler Zustand erreicht wird, kommt eine weitere Wirkstoffgruppe zum Einsatz: inhalative Cortikosteroide (ICS). Diese kortisonhaltigen Medikamente senken das Exazerbationsrisiko. Auch eine asthmatische Komponente oder eine hohe Eosinophilenzahl im Blut sprechen für eine ICS-Gabe.

2. Bleiben Sie aktiv - trotz Atemnot!

Aus Furcht vor Atemnot, die sich besonders bei Belastung einstellt, vermeiden viele Patienten mit schwerer COPD jegliche Anstrengung. Der resultierende Bewegungsmangel führt jedoch zu einem beschleunigten Fortschreiten der Lungenkrankheit. Angemessene Bewegung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Therapie, um die Lungenfunktion zu verbessern und die Symptome zu lindern.

Jedoch sollten Sie im Stadium COPD 3 das Training nicht auf eigene Faust beginnen. In Lungensportgruppen, die sich auf das Training mit Lungenpatienten in ganz Deutschland spezialisiert haben, können Sie unter fachlicher Anleitung wichtige Muskelgruppen aktivieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine mögliche Verschreibung.

Wege zur Physiotherapie bei COPD

3. Beugen Sie Exazerbationen vor

In allen COPD-Stadien ist die Vorbeugung vor akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) wichtig. Die folgenden Maßnahmen stellen gewissermaßen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie dar:

  • Machen Sie eine Rauch-Entwöhnung. Wenn Sie der Zigarette entsagen, erhöht sich Ihre Lebenserwartung im Schnitt um 5–10 Jahre!
  • Meiden Sie grundsätzlich möglichst alle lungenbelastenden Schadstoffe, also z. B. Feinstaub, Industrie- und Verkehrsabgase oder Noxen am Arbeitsplatz.
  • Als Schutzimpfungen empfehlen die Leitlinien eine jährliche Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken.

Exazerbationen bei COPD erkennen und vermeiden

4. Richtig abhusten

Für Patienten mit starker Verschleimung ist es wichtig, dass Sie Ihre Bronchien regelmäßig von Schleim befreien. Dabei helfen Ihnen bestimmte Mittel und Hustentechniken.

Besonders die Anwendung sogenannter PEP-Systeme ist empfehlenswert. Diese Atemtherapiegeräte helfen Ihnen, zähen Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.

Richtig abhusten – Was tun bei verschleimten Bronchien?

Wichtige Themen bei schwerer COPD

Im Stadium COPD 3 nehmen die Atembeschwerden im Leben der Betroffenen immer mehr Raum ein. Bestimmte Fragen treten dabei immer mehr in den Vordergrund:

Wie geht es beruflich weiter?

Hier spielen mehrere Gesichtspunkte eine Rolle. Grundsätzlich ist es aber sehr wünschenswert, dass Sie möglichst lange im Beruf bleiben. Im Idealfall bietet Ihnen Ihre Arbeit Anerkennung, gesellschaftliche Teilhabe und finanzielle Sicherheit.

Was Sie tun können, um Ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten

Wann bekommen Sie eine Erwerbsminderungsrente?

Wenn Sie das Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Rente wegen Erwerbsminderung beantragen.

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente

Der Schwerbehindertenausweis bei COPD

Wenn bei Ihnen ein Grad der Behinderung von 50 Prozent festgestellt wird, bekommen Sie einen Schwerbehindertenausweis. Bei COPD ist dies oftmals ab dem GOLD-Stadium 3 der Fall.

Wie Sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen


Quelle: Vogelmeier, C. (et al.): S2k - Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018; 72: 253–308.

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