Der Corona-Impfstoff: Fragen und Antworten

Am 21. Dezember kam die von vielen seit langem erwartete gute Nachricht: Die europäische Arzneimittel-Agentur hat dem ersten Corona-Impfstoff grünes Licht gegeben. Deutschland steht bereits seit einigen Wochen mit scharrenden Hufen in den Startlöchern und hat eine ausführliche Impfstrategie ausgearbeitet. Doch was bedeutet das jetzt genau für mich als Lungenpatient? Die wichtigsten Fragen im Überblick.


Der Corona-Impfstoff: Fragen und Antworten

Wie funktionieren die Impfstoffe?

Bei den beiden Impfstoffen, die derzeit am meisten diskutiert werden, handelt es sich um einen sogenannte mRNA-Impfstoff. Das bedeutet, dass der Impfstoff Erbinformationen des Coronavirus enthält. Nach Verabreichung sorgt dieser dafür, dass der Körper selbst Virus-Eiweißstoffe bildet, die dann wiederum das Immunsystem aktivieren – und den Menschen dadurch langfristig schützen.

Ist der Impfstoff sicher?

Weltweit wurde mit Hochdruck und über ein Jahr lang an einem Impfstoff geforscht. Neben der EU ist der Impfstoff von der Firma Biontech und Pfizer unter anderem bereits in Kanada, den USA und Großbritannien zugelassen. In all diesen Fällen hat der Impfstoff – wie jeder andere auch – einer kritischen Prüfung durch anerkannte, unabhängige Experten stattgehalten. Das ist wichtig, um auch extrem selten auftretende Nebenwirkungen zu erforschen, um sicherzugehen, dass der Impfstoff wirklich sicher ist. Weil es sich bei der Corona-Pandemie um eine globale Krise handelt, unter deren Auswirkungen viele Millionen Menschen leiden, werden vor allem die behördlichen Vorgänge verkürzt und beschleunigt – doch das bedeutet nicht, dass die Sicherheit dabei auf der Strecke bleibt. Zudem wird auch nach Zulassung weiter beobachtet, welche Nebenwirkungen auftreten – ein normaler Schritt in einem langen Prozess, den jeder Impfstoff durchlaufen muss.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Die bisher aufgetretenen Nebenwirkungen sind die typischen Beschwerden nach einer Impfung gegen Viruserkrankungen. Darunter zählen beispielsweise Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle, manchmal auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeines Unwohlsein. Diese Reaktionen sind unangenehm, zeigen aber auch, dass das Immunsystem sich mit dem Impfstoff auseinandersetzt. In aller Regel klingen sie auch nach wenigen Tagen ab. Nur um langfristige Nebenwirkungen vollständig absehen zu können, wird es noch etwas dauern.

Wie läuft die Impfung ab?

Weil nicht alle Bürger gleichzeitig geimpft werden können, wird eine bundesweit einheitliche Reihenfolge festgelegt. Dabei orientiert man sich an verschiedenen Fakten: Wie alt ist der Patient? Hat er Vorerkrankungen? Arbeitet er in einem Beruf, in dem man leicht mit dem Coronavirus in Kontakt gerät?

Je nachdem, wie man hier eingeordnet wird, soll man früher oder später kontaktiert werden, um einen Termin in den Impfzentren zu vereinbaren. Derzeit geht man davon aus, dass zwei Termine im Abstand von 21 Tagen notwendig sind.

Was kostet mich die Impfung?

Die Impfung ist für alle kostenlos. Die Kosten für den Impfstoff werden von den Bundesländern und den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Wo kann ich mich impfen lassen?

Derzeit werden bundesweit Impfzentren eingerichtet – die genaue Organisation vor Ort ist jedoch Ländersache. Nur in den Zentren kann man den Impfstoff richtig lagern, denn je nach Hersteller braucht es hier Temperaturen von bis zu -70°. Das wäre zu viel Aufwand für eine niedergelassene Haus- oder Facharztpraxis, ebenso wie den Andrang und die Organisation dieser Mammutaufgabe zu meistern. Bewohner von Pflegeheimen können von mobilen Impfteams direkt vor Ort geimpft werden.

Warum schütze ich mit meiner Impfung die Allgemeinheit?

Die Impfung selbst schützt natürlich in erster Linie die geimpfte Person selbst. Allerdings gibt es auch viele Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Diese gilt es zu schützen – und das gelingt am besten durch das Prinzip der “Herdenimmunität”. Je mehr Menschen also geimpft werden, umso leichter lässt sich die Verbreitung des Virus eindämmen.

Was bedeutet das für mich als Lungenpatient?

Lungenpatienten sind nicht zwangsläufig stärker gefährdet, am Coronavirus zu erkranken oder einen schweren Verlauf zu erleben. Das kommt nämlich auf eine Reihe von Faktoren an. Darunter zählen beispielsweise, wie gut der Allgemeinzustand des Patienten ist, welche Art von Atemwegserkrankung er hat und wie gut er mit ihr zurechtkommt. Das gleiche gilt für den Umgang mit der Impfung – ob sein Patient gesund genug dafür ist, kann am besten der Lungenarzt beurteilen, der einen schon länger kennt.

Es sind viele Fragen, die den meisten unter den Nägeln brennen. Letztlich muss und soll jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte. Ein Gespräch mit dem Lungenarzt kann hier möglicherweise bei der Entscheidung helfen – und bei möglichen Bedenken beraten und unterstützen.

Quellen:

– Deutsche Atemwegsliga e.V.: COVID-19-Impfungen. Eine Information für Patient*innen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen. 18.12.2020

Foto: Krakenimages.com / Shutterstock.com, BaLL LunLa / Shutterstock.com

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