Nichtraucher und trotzdem COPD? Das kann die Ursache sein

Dysanapsis nennen Lungenärzte es, wenn Patienten eher kleine Atemwege im Vergleich zur Gesamtlunge haben. Dieser Risikofaktor kann auch bei Nichtrauchern dazu führen, dass sie im Alter an COPD erkranken.

Nichtraucher und trotzdem COPD? Das kann die Ursache sein
Natali_ Mis / Shutterstock.com

COPD = Raucherkrankheit?

COPD​ bekommen nur Raucher ​–​ soweit das Vorurteil. Die Wahrheit liegt nicht allzu fern, denn die COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, zu deutsch: Chronisch-obstruktive Lungenkrankheit) ist typischerweise die ​Folge eines langjährigen Tabakkonsums​. Dieser verursacht zuerst chronische Bronchitis und anschließend eine Beschädigung der Atemwege, was das Atmen zunehmend erschwert. Doch etwa ein Drittel der Betroffenen geben an, in ihrem Leben niemals geraucht zu haben.

Grundlagen werden im Kindesalter gelegt

Lungenspezialisten suchten daher nach weiteren Risikofaktoren. Beispielsweise ist die Vermutung, dass eine ​schlechte Lungenfunktion​ ​schon in jungen Jahren​ zu späteren Atemwegsproblemen führen kann, nicht neu. Bereits im Kindesalter kann eine gestörte Entwicklung der Atemwege Konsequenzen für die Gesundheit als Erwachsener haben.

Kanadische Forscher fanden nun in einer Studie heraus, dass unterdurchschnittlich ​kleine Atemwege im Vergleich zur Größe der gesamten Lunge einen möglichen Risikofaktor für eine spätere Lungenerkrankung ausmachen. Das wäre eine Erklärung, warum auch Nichtraucher im Alter an einer COPD erkranken können.

Das Forscherteam nutzte ​computertomographische Aufnahmen der Lungen von mehr als 6.500 Patientinnen aus den USA und Kanada und vermaß deren Atemwege. Das Ergebnis: Die ​Patienten mit den größeren Atemwegen erkrankten im Verhältnis viel seltener an COPD​ als die mit vergleichsweise kleinen ​–​ sowohl Raucher, als auch Nichtraucher. Die Forscher gehen daher davon aus, dass dies erklären könne, warum ​sogar Tabakverweigerer eine COPD bekommen können​.

So schützen Sie sich vor COPD

Trotz dieser neuen Ergebnisse ist klar ​–​ ​Rauchen​ bleibt mit Abstand der ​Risikofaktor Nummer eins​, wenn es um die Entstehung von COPD geht. Für Raucher gilt daher noch mehr als für Nichtraucher: Eine ​regelmäßige Kontrolle beim Lungenarzt​ ist sehr wichtig, um Atemprobleme zu vermeiden und im Erkrankungsfall frühestmöglich und richtig zu behandeln.

Quellen:
Deutsches Ärzteblatt: COPD: Dysanapsis erklärt, warum auch Nichtraucher erkranken.

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