Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Für einen offenen Umgang mit der COPD

Viele COPD-Patienten verschwenden viel Energie darauf, ihre Erkrankung vor anderen zu verbergen. Schluss damit!

COPD und Lungenemphysem sind – vor allem mit zunehmendem Fortschreiten - sichtbare Erkrankungen. Das heißt, dass die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium von außen erkennbar wird, z.B. wenn

  • sich auffällige Symptome wie Hustenanfälle mit Auswurf und Atemnot einstellen,
  • die körperliche Leistungsfähigkeit bei Belastungen im Alltag abnimmt
  • oder der Einsatz von Hilfsmitteln wie Sauerstoffbrillen notwendig wird.

Eine körperliche Schwäche zeigt niemand gerne!

Zumal vor Nachbarn, Bekannten und Freunden, die vielleicht auch im Alter noch rüstig jeden Gipfel erklimmen. Wer will schon beim Ausflug mit Freunden der Hemmschuh sein, der alle aufhält? Oder beim Bäcker gefragt werden, warum man neuerdings eine Sauerstoffbrille trägt?

Wer so denkt, dem fallen immer mehr Gründe ein, warum man lieber zu Hause bleibt: Ich will keinem zur Last fallen! Ich muss mich schonen! So kann ich mich doch nicht blicken lassen!

Dieser schleichende Rückzug aus dem gewohnten Leben ist jedoch weder für die Krankheitsbewältigung noch für den Erfolg der Behandlung hilfreich. Ein offener und ehrlicher Umgang mit der COPD ist deshalb die bessere Lösung!

Tipps für einen offenen Umgang mit der COPD

1. Die COPD akzeptieren

Ein offener Umgang mit der COPD - das heißt zunächst einmal, dass wir selbst die Erkrankung akzeptieren und in der Öffentlichkeit nicht verbergen.

Akzeptieren heißt jedoch nicht, sich in sein vermeintliches Schicksal zu ergeben. Im Gegenteil: Wer die neue Situation annimmt, kann den Kampf gegen die Erkrankung aufnehmen.

2. Schluss mit den Ausreden

Gründe, zu Hause zu bleiben, gibt es viele. Die Gründe, weiterhin am Leben teilzuhaben, sind aber vergleichsweise viel bedeutsamer:

  • Die Teilhabe am öffentlichen Leben ist eine wichtige Quelle für unser seelisches Wohlbefinden.
  • Beziehungen zu Freunden und Familie geben uns Kraft und Zuversicht, um die Krankheit zu bewältigen.
  • Aktiv sein und Bewegung wirken dem Fortschreiten der Erkrankung entgegen.

3. Offen über die Krankheit sprechen

Als Betroffener steckt man nicht selten in einer Wahrnehmungsfalle: Während man selbst denkt, den anderen lästig zu sein, ist unser Umfeld meist nur allzu gerne bereit, Rücksicht zu nehmen und auf unsere Bedürfnisse einzugehen.

Dafür gibt es jedoch eine Voraussetzung: Nur wer offen und locker über die Erkrankung spricht, betreibt Aufklärung in eigener Sache und sorgt für Verständnis, Anteilnahme und Rücksicht.

Eine Sauerstoffbrille zum Beispiel ist kein Grund zur Scham, sondern ein hilfreiches Instrument, dass uns zu mehr Kraft und Ausdauer im Alltag verhilft. Wer schlecht sieht, braucht eine Brille und wer zu wenig Luft bekommt, braucht mehr Sauerstoff. Ganz einfach!

Zurück

Kommentare:

Kommentar von Klaus |

Danke Rosi, aber erst muß ich die blöde Klinik mal erreichen!? Mein Arzt hat DO versucht da anzurufen-wird 2x aus der Leitung geworfen. Ich versuche das mehrmals-werde zig mal raus geworfen-DO und FR ! Samstag und Sonntag keine Aufnahmetermine. Fängt schon einmal gut an! Habe jetzt eine Email mit meinen Daten geschickt-mal sehen, ob sich etwas tut. Nur zu Deiner Raucherei-Du mußt wirklich aufhören, mit der Scheiße..ls. Mir hat eine E-Zigarette kurzzeitig geholfen und dann war es vorbei. Heute bin ich ein ganz schlimmer Nichtraucher-hätte ich auch nicht gedacht, so als ehemaliger, langjähriger Raucher. LG Klaus

Kommentar von Rosi l |

Hallo Klaus, ich hoffe, dass dir in der Klinik geholfen werden kann. Es ist für mich schlimm, zu wissen, was diese Krankheit aus einem macht. Ich habe noch Glück, dass ich meinen Alltag bewältigen kann. Wer weiß, wie lange noch.... Alles Gute für dich

Kommentar von Klaus |

Hallo Jutta, auf Deine Antwort (Danke) kann ich Dir sagen, ja ich habe Pflegegrad 2 und zum Teil dementsprechend Hilfe-traurig,das man Probleme hat,einen Pflegedienst zu finden! Pflege-Haushalt etc.-viele sagen,das Sie zZ kein Personal haben!!! Und zur meinem Arzttermin heute, ich komm zur kompletten Untersuchung etc. in die Ruhrlandklink-hoffe einfach auf Hilfe-Ventile-Cois-Lungenvolumen Reduzierung. Wenn alles gut wird,melde ich mich wieder.. LG Klaus

Kommentar von Jose |

Hallo an alle,
Ich bin neu in diesem Blog. Habe seit etwa 1 Jahr die Diagnose COPD und bin auf der Suche nach Erfahrungaustausch zu den Themen Lungensport, Ernährung,...
Nachdem ich innerhalb weniger Monate mehrere Male mit Atemnot in der Klinik gelandet war, habe ich vor mehr als 6 Monaten das Rauchen aufgegeben....und zu meiner großen Überraschung seither nicht bereut und nicht vermisst. Trotzdem kommt manchmal fast überfallartig die Atemnot. Natürlich habe ich meine Notfallmittelchen dabei, aber es hat eine ganze Weike gedauert bis ich gelernt habe die Angst klein zu halten, die bei Atemnot sofort entsteht. Ich versuche mich dann auf etwas schönes zu konzentrieren, dass ich unbedingt noch machen möchte....und das hilft oft fast so schnell wie mein Notfallspray.
Ich wohne in der Nähe von Frankfurt/Main und würde mich sehr über Hinweise, Tipps, Ideen zu den oben genannten Themen freuen.
Unabhängig davon, wünsche ich allen eine stets gut gefüllte Lunge.
Jose

Kommentar von Schneller Elisabeth |

Hallo, Annelen, versuche so wenig Fleisch, Wurst wie möglich zu essen. 1 x pro Woche. Besonders rotes Fleisch ist sehr schwer verdaulich, der Körper braucht dafür sehr viel Energie und die Atmung bei uns COPD-Kranken verbraucht ebenso sehr viel Energie. Ich habe immer sehr gut gegessen und trotzdem abgenommen. Ich war schwach und ständig müde. Seit ich den Fleischkonsum drastisch eingeschränkt habe, nehme ich wieder zu und ich wiege jetzt bei 170 cm Körpergröße 58 kg. Voriges Jahr im August wog ich 49 kg. Also ich bin überzeugt, dass die Ernährung sehr wichtig ist. Ich habe immer sehr gerne Fleisch gegessen, 5 x pro Woche.
Probiert es einfach aus. Hühner- und Putenfleisch ist leichter verdaulich.

Kommentar von Klaus |

Hallo Rosi, mir geht es wirklich nicht gut,aber ich versuche das Beste daraus zu machen.Mit Gold 2 bist Du ja noch kaum betroffen-aber glaube mir-das kommt schneller als Du denkst und dann wirst Du mit dem Rauchen aufhören! Wie gesagt, es muß bei Dir im Kopf klick machen! Kannst es ja mal eine Zeit mit einer E-Zigarette versuchen-bei mir hat es geholfen! Und Dir Annelen, mir geht es im Moment auch so-bist also nicht allein. Versuche es mal mit mehreren,aber dafür kleineren Mahlzeiten! LG Klaus

Kommentar von Rosi |

Hallo Jutta, danke für deine Nachricht. In meinem Umfeld wissen einige über meine Krankheit Bescheid. Sie motivieren mich auch, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich bin noch 8 Stunden pro Tag am arbeiten. Manche Tage geht es mir gut und manche nicht so gut. Ich habe die gute Stufe 2. LG

Kommentar von annelen |

Hallo an alle COPD Erkrankten ,
geht es euch genauso wie mir ? Nach dem Essen muss ich immer schlafen , merke wie meine Kraft aus dem Körper geht , das essen strengt mich unheimlich an, bin 162cm groß und wiege 48 Kilo , kann ohne Rollator nur noch in der Wohnung gehen .
Wüsste gern ob es bei Euch ähnliche Symptome gibt ?

Kommentar von Klaus |

Hallo Jutta, vielen Dank für Deine Antwort. Ich werde das ganz sicher im Auge behalten. Am Donnerstag habe ich einen wichtigen Termin beim Arzt-und werde vielleicht in eine Lungenklinik zur Untersuchung eingewiesen. Wenn es passt, wird eventuell eine Lungenreduzierung bzw Ventile einsetzen bei mir vorgenommen. Falls es bei mir möglich ist. Und zum Rauchen, es muß im Kopf klick machen-das man sehr schwer krank ist-dann sieht die Raucherwelt anders aus! Ich habe ein paar Monate mit einer E-Zigarette die Sucht bekämpft und dann relativ einfach und schnell damit aufgehört. Heute bin ich das, was ich selber nie gemocht habe-ein schrecklicher, ehemaliger Raucher..! LG Klaus

Kommentar von Schneller Elisabeth |

Den Kommentar von Jutta kann ich nur bestätigen. Auch ich habe an einem Kurs für Atemübungen teilgenommen und vorsichtig Kraft- und Ausdauertraining gemacht. War sehr anstrengend, aber es hat schon geholfen. Sollte man halt öfters im Jahr machen oder zumindest zu Hause weitermachen. Das ist allerdings nicht so motivierend wie in der Gruppe von Leidensgenossen. Habe COPD IV und Emphisem, habe sehr starke Einschränkungen beim gehen und tragen. Immer Luftnot, aber mit den Übungen wurde es besser. Muss täglich entblähen, das hilft wirklich. Das Wichtigste ist der RAUCH STOPP! Ich habe dreißig Zigaretten täglich 45 Jahre lang geraucht und konnte, als es mir sehr schlecht ging, aufhören. Es geht, man muss es eisern durchziehen. Wünsche euch Rauchern, dass ihr aufhören könnt - nur das hilft, diese Krankheit zu lindern und vielleicht auch zu stoppen. Liebe Grüße aus Österreich!

Kommentar schreiben:

Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen und/oder eine Frage zu stellen. Bitte beachten Sie dabei unsere Richtlinien für Kommentare.