Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Leichter atmen mit der Lippenbremse

Im heutigen Beitrag möchte ich Euch die Lippenbremse vorstellen. Als Lungenpatienten sollten wir diese Atemtechnik unbedingt kennen und beherrschen - sie schützt vor Atemnot und verschafft uns mehr Luft, wenn wir uns anstrengen.

Die Lippenbremse ist mit das Erste, was ich den Teilnehmern meiner Lungensportgruppen ans Herz lege. Durch den Einsatz dieser simplen Atemtechnik kann mehr Luft beim Ausatmen entweichen und anschließend auch mehr Luft eingeatmet werden.

Wann wenden wir die Lippenbremse an?

Die Lippenbremse hilft uns in 2 Situationen:

  1. Wenn wir eine Anstrengung vor uns haben.
    Sobald ich mich anstrengen muss, setze ich die Lippenbremse ein: Beim Treppensteigen, beim Großeinkauf oder wenn ich meine tägliche Runde an der frischen Luft drehe - dann hilft mir die Lippenbremse, die Anstrengung zu minimieren und Atemnot zu vermeiden.
  2. Wenn wir Luftnot verspüren.
    Sobald ich eine Beklemmung im Brustkorb fühle und die Luft wegbleibt, setze ich die Lippenbremse ein. Das dosierte Ausatmen verschafft mir in diesen Situationen mehr Luft und hilft mir, die Kontrolle zu behalten und nicht panisch zu werden.

Wie funktioniert die Lippenbremse?

Die Anwendung der Lippenbremse ist ganz einfach:

  1. Zunächst atmen wir langsam und tief durch die Nase ein und zählen dabei bis 4.
  2. Entscheidend ist das Ausatmen: Dafür drücken wir die Lippen sacht aufeinander, so dass ein leichter Widerstand entsteht. Dann atmen wir durch einen kleinen Spalt zwischen den leicht gespitzten Lippen aus und zählen dabei bis 6 (wer kann zählt bis 8).

Indem wir mithilfe der Lippenbremse den Druck in den Atemwegen erhöhen, weiten sich die Bronchien und es kann mehr Luft einströmen. Wichtig ist dabei, die Luft nicht druckvoll herauszupressen, sondern langsam und gleichmäßig entweichen zu lassen, ohne die Backen aufzublähen. Probiert es aus!

richtig falsch falsch

Lippenbremse Bilder

Lippen leicht gespitzt Zu starkes Aufblähen Zu starkes Pressen

© Dr. Oliver Göhl, www.trainingbeicopd.de

Noch ein Lese-Tipp zum Schluss: Im Buch "Training bei COPD" von Dr. Oliver Göhl findet man viele anschauliche Informationen und Anleitungen zu sinnvollen Kraft- und Atemübungen bei COPD - sehr empfehlenswert!

Meine Frage an Euch: Wer kann von Erfahrungen mit der Lippenbremse berichten und was tut ihr gegen Atemnot?

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Kommentare:

Kommentar von Jutta |

Die Nase übernimmt als Teil der oberen Atemwege entscheidende Vorarbeiten:

1. Säubern der eingeatmeten Luft
2. Anfeuchten der eingeatmeten Luft zu 100 %
3. Anwärmen der eingeatmeten Luft auf Körpertemperatur

Dieses sind alles Voraussetzungen, das die unteren Atemwege reibungslos ihre Arbeit machen können.

Kleines Beispiel: Atmet man im Winter kalte Luft durch den offenen Mund ein, ist beim Eintreffen der Luft auf die Bronchien der Atem noch nicht angewärmt genug und die Bronchien verengen sich. Somit kann Luftnot entstehen.

Kommentar von Harry Korts |

Warum ist es dabei so wichtig, durch die Nase einzuatmen?
Bitte um baldige Antwort, danke -
freundliche Grüße,
Harry Korts

Kommentar von Monika |

Hallo Bernd, danke für deine Antwort. Weisst du, mir ist klar, dass es mit der Atmung und der Sauerstoffversorgung schlechter wir. Eigentlich bin ich bei Belastung O2-pflichtig. Es wurde aber in der Klinik festgestellt, dass ich bei O2- Gabe, dass pCO2 nicht abatme. Es wurde dann beschlossen, dass 1l O2 möglich sei. Nur hilft mir dieser 1l bei Belastung überhaupt nicht. Da ich in Ruhe aber noch normale Werte hatte, habe ich sobald ich luftnötig wurde , eine Pause eingelegt. Nun plötzlich im Januar ohne ersichtlichen Grund eine derartige Verschlechterung, dass ich auch in der Wohnung kaum noch 3 Schritte machen konnte, ohne mit dem O2 bis 70% abzusinken. Gemessen mit dem Oximeter. Meine Hausärztin verordnete 40mg Cortison, welches über einen langen Zeitraum bis auf 7mg ausgeschlichen wurde. Nun verordnete mir der LungenDoc Brimica. Hat meine Atemnot wieder verschlimmert. War jetzt, aufgrund dieser Atemnot schon seit Januar nicht mehr beim Lungensport und zum Krafttraining. Es fehlt mir sehr. Ein schönes Wochenende und liebe Grüße von Monik

Kommentar von Bernd6211 |

Hallo Monika, bin kein Doc, aber Verschlechterungen können immer wieder mal auftreten. meistens wird es auch wieder besser. Erfahrungen mit dem Medikament habe ich leider nicht.. Wünsche allen ein schönes WE

Bernd6211

Kommentar von Monika |

Hallo ich bin Monika, leide seit 20 Jahren an einem Lungenemphysem. Seit mitte Januar ist leider , trotz Reha Sport und Krafttraining, eine Verschlechterung meiner Belastbarkeit eingetreten. Seit gestern bekomme ich Brimica Genuair. Wüsste gerne ob jemand Erfahrung damit hat?

Kommentar von Bernd6211 |

Auch ich werde jetzt unter alle Themen hier einen haken setzen, in der Hoffnung, dass ich dann per Mail über Aktivitäten benachrichtigt werde, da es echt mühsam ist sich durch alle Themen täglich durchzuarbeiten. Liebe Grüße Bernd6211

Kommentar von Waldemar Wenzel |

Hallo,hat jemand Erfahrung mit Brimica Genuair.
Wenn ja, welche.
LG.W.Wenzel

Kommentar von Heike |

Hallo zusammen, ich lese öfter die Newsletter.
Interessant für mich war der Beitrag von Reinhard, der beschreibt, dass er seit Jahren Morphium nimmt.
Meine Hausärztin hat mir empfohlen, dass sie mir um die Atemnot zu senken, Morphin verschreiben will.
Ich bin derzeit nach einem Krankenhausaufenthalt "stabilisiert" entlassen worden. Wegen zu wenig Gewicht und Mobilität ist derzeit eine OP nicht möglich.
Wer hat Erfahrungen mit Morphium?
Danke Heike

Antwort von leichter-atmen-Team

Hallo Heike,

zum Thema Morphin bei COPD ist uns eine Studie aus dem Jahr 2012 bekannt. Die Nachricht dazu sowie den Link zur Studie findest Du hier. Vielleicht ist die Studie für Dich von Interesse.

Alles Gute!
Dein leichter-atmen Team

Kommentar von Reinhard Hopp |

Hallo und guten Abend,ich lese heute erst das zweite Mal diesen Newsletter und bin begeistert.Von der Lippenbremse habe ich erst voriges Jahr bei einem Krankenhausaufenthalt gehört.Dafür habe ich aber eine ganz tolle Entdeckung gemacht.Ich hatte ein Cornet leihweise im KH erhalten und benutze es täglich zu Hause.Ich kann es nur empfehlen,da sich meine Werte beim LF Test gebessert haben.Ich hatte auch keinen stärkeren Anfall von Luftnot mehr,aber mehr Auswurf durch den Cornet.Ich habe nur Bretaris und ein Nothilfespray als ständige Medikamente weil ich noch andere Medizin ( Morphium ) seit Jahren einnehme. Für mich persöhnlich hat dieses RC Cornet eine sehr gute Wirkung gezeigt und ich kann es jedem nur empfehlen.
Alles Gute wünscht euch Reinhard

Kommentar von Norbert |

hallo bin heute das erste auf eure seite und finde eure tips die ihr euch unter ein ander gibt sehr gut ich habe auch copd3 und leider auch tumore in der lunge und muss am montag nechste woche zur op ich hofe selber das alles gut wird es ist schön das ihr euch unterein nander helfen tut ich wünsche euch viel gesundheit macht es wie ich humor ist wenn mann trotzdem lacht gruss norbert

Antwort von Jutta

Hallo Norbert,

ich drücke Dir fest die Daumen, dass Dir mit einer OP im Krankenhaus geholfen werden kann und wünsche Dir Geduld und wenig Schmerzen. Auch ich selbst habe eine große Lungen-OP hinter mir und kann mir vorstellen, was auf Dich zukommt und welche Bedenken und Ängste Du hast. Mir ging es damals auch so.

Geh davon aus, dass Du gute Ärzte hast, die intensiv geschult sind und Dir helfen werden. Gegen Schmerzen kann man sich was geben lassen und nach einer harten Woche wirst Du Deinen Humor auch wieder einsetzen können.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und melde Dich bitte wieder, wenn es Dir besser geht.

Lieben Gruß
Jutta

 



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