Juttas Blog

Hier bloggt COPD-Patientin und Lungentrainerin Jutta. Ihr Leben von der Diagnose COPD bis hin zur Lungentrainerin ist voller praktischer Erfahrungen, die sie im Blog mit uns teilen möchte.

Reha bei COPD – Meine Tipps für eine erfolgreiche Lungenkur

Wer für das kommende Jahr eine Reha plant, sollte jetzt aktiv werden! Hier meine besten Tipps für einen heilsamen Kuraufenthalt.

Eine Rehabilitation bringt uns COPD-Patienten enorm viel! Für Körper und Seele ist der Luftwechsel pure Erholung.

Zudem lernen wir wichtige Dinge über den alltäglichen Umgang mit unserer Erkrankung: In einer Rehaklinik können wir eine Rauchentwöhnung durchführen, an einer Medikamentenschulung oder einer Ernährungsberatung teilnehmen, eine Atem- und Trainingstherapie machen oder Techniken zum Husten- und Schleimlösen lernen.

Diese Chance sollte man als COPD-Patient unbedingt nutzen!

Wege zur Reha – Antrag, Kosten und Zuschüsse

Als chronischer Patient hat man – insofern die Krankheit den Alltag behindert - alle 4 Jahre ein Recht auf Reha. Den Großteil der Kosten übernimmt in diesem Fall z.B. die gesetzliche Krankenkasse oder die Deutsche Rentenversicherung (bei Privatversicherten hängt es vom jeweiligen Vertrag ab).

Ein halbes Jahr sollte man mindestens für das Antragsprozedere einplanen! Einen Antrag stellt man gemeinsam mit dem Hausarzt, der die Notwendigkeit einer Reha fachlich begründen kann. Mögliche Gründe sind z.B. häufige Krankenhausaufenthalte, chronische Beschwerden (z.B. Husten oder Atemnot), Ängste und Depressionen oder eine drohende Einschränkung der Erwerbsfähigkeit.

Nicht selten wird der erste Antrag abgelehnt – in diesem Fall heißt es hartnäckig bleiben! Holen Sie sich die Unterstützung Ihres Arztes oder auch des Sozialverbands VdK und legen Sie einen begründeten Widerspruch ein. In den meisten Fällen wird die Bewilligung der Maßnahme im zweiten Durchlauf erteilt.

Wer öfter als nur alle 4 Jahre eine Reha machen möchte, kann für viele Einzelmaßnahmen bei der Krankenkasse Zuschüsse beantragen. Lassen Sie sich dafür Therapien und Anwendungen wie Bäder, Inhalationen, Klopfmassagen etc. vom Arzt (oder vom Badearzt vor Ort) verschreiben.

Rehakliniken - Wunsch- und Wahlrecht

Liegen ausreichende Gründe für eine Rehamaßnahme vor, darf man ein Wunsch- und Wahlrecht ausüben und selbst eine zertifizierte Einrichtung vorschlagen. Hier ist es empfehlenswert, sich gezielt zu informieren, welche Klinik und welches Klima sich am besten eignen.

Der Grundsatz „Mit Asthma in die Berge, mit COPD ans Meer“ muss nicht für jeden Patienten richtig sein. Grundsätzlich profitieren COPD-Patienten besonders von der aerosol- und salzhaltigen Luft am Meer – jedoch hängt die Frage nach der richtigen Umgebung auch von Begleiterkrankungen, der körperlichen Belastbarkeit und den persönlichen Vorlieben eines Patienten ab.

Reha-Kliniken für COPD-Patienten

Eine Reha ist kein Urlaub!

Natürlich ist auch Erholung ein wichtiger Teil einer Lungenkur. Trotzdem gilt: Nutzen Sie die zahlreichen Angebote vor Ort, um aktiv etwas für die Gesundheit zu tun und mehr über den Umgang mit Ihrer Erkrankung zu erfahren - Geist und Körper werden es Ihnen danken!

Wer hat schon Erfahrungen mit Reha-Maßnahmen gemacht? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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Kommentare:

Kommentar von Jutta |

Liebe Petra,

leider hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Ungefähr 60 – 70 % der Patienten machen beim Inhalieren Fehler. Wenn das Medikament nicht bis in die Lunge kommt, kann es nicht gut wirken. Am einfachsten ist es, wenn du in deine Apotheke oder in die Praxis gehst und den Mitarbeitern dort mal zeigst, wie du die Medikamente einnimmst. Dort kann man dir sofort sagen, bitte ändern sie folgendes oder es geht so und so. Es gibt auch entsprechende Videos im Netz für verschiedene Inhalatoren und Inhalierhilfen, dennoch lade auch ich jährlich einen Apotheker in meine Lungensportgruppen ein, der uns die richtige Anwendung zeigt. Es ist ganz wichtig!

Viel Erfolg und gute Besserung!

Kommentar von Petra Hahn |

Hallo
Ich leide auch unter copd gold4
Dadurch habe ich auch eine rechtherzinfu... zum inhalieren bekomm ich anro pulver foster mit kortison zum sprühen. Als ich das erstemal anoro inhaliert habe , war ich glücklich befreit , als wenn ich nie was gehabt hätte, es hat in strömen geregnet luftfeuchtigkeit war sehr hoch es machte mir nichts aus ich konnte schnell zügig laufen ohne luftnot. Der nächste tag kam ich inhalierte es erneut aber ohne den ersehnten erfolg! Kann man beim inhalieren was falsch machen? Ich ziehe mich auch in mein schneckenhaus zurück nehme ass100 mit absprache des arztes da ich eine ganz schlechte durchblutung habe, hatte ich beim erstenmal mit anoro nicht ! Ich bin am verzweifeln und habe sehr viel angst
Danke fürs lesen.

Kommentar von Marianne katharina |

wenn möglich selbst zur Kasse gehen und den Fall schildern, manche Hausärzte haben auch keine Luft sich mit den Formularen abzugegen, oder zum Lungenfacharzt gehen
herzliche Grüße K

Kommentar von Eva Witzke |

Mein Mann hat COPD. Grad gold4.Habe heut mit Lungenartzt gesprochen. Um einen Antrag zur Reha zustellen. Mein Mann kann nur ein paar Schritte ohne Sauerstoff laufen.Gewicht verloren und sehr in sich gekehrt. Keine ausser häusliche Aktivitäten. Zum Arzt, nochmal.Er meinte die Kasse lehnt eh ab.

Kommentar von leichter-atmen Team |

Kommentar gelöscht: Richtlinien für Kommentare

Kommentar von Diana |

Liebe Jutta,
vielen Dank für Deine liebe Antwort! Es ist schon lange her aber ich möchte Euch hier etwas schreiben.

Meine Mutter hatte inzwischen eine OP an der Wirbelsäule, sie hatte 5 gebrochene Wirbel. Dabei wurden ihr falsche Medikamente gegeben u.a. auch Blutverdünner vor der OP. Dank meiner umfassenden Pflege und Präsaenz im Khaus hat sie das alles überlebt, auch den akuten Salzmangel, da die täglichen Salztbletten vergessen wurden. Das fand in Bad Berka statt.

Zur COPD;
Ich bin ganz stolz und freue mich sehr, dass wir es geschafft haben, dass sie seit letzten Juli ohne Prednisolon ausgekommen ist trotz ein paar Erkältungen mit Husten... und zwar habe ich ihr wenn es mit ACC600 nicht ausreichend geholfen hat den Manuka Honig 400 gegeben. Täglich 3x je einen Teelöffel. Habe inzwischen das 500gr Glas gekauft. Es kostet fast 80€, aber es ist es uns Wert. Prednisolon macht die Knochen kaput.

Ihre körperliche Stärke ist leider immer noch nicht so, dass sie alleine raus gehen kann und das Gehen ist auch nur begrenzt möglich. Zur Toilette schafft sie es meist alleine.

Da sie auch schon einen Pflegegrad hat weiß ich nicht ob sie überhaupt eine Chance auf eine Reha hat?
Nach der WirbelOP war sie in einer geriatrischen Reha in Rudolstadt und das war nicht von gesundheitlichen Vorteil für sie. Sie war nur alleine in ihrem Zimmer und das Personal .. naja ich möchte es jetzt nicht ausführen.

Gibt es denn eine Reha wo die Kkasse auch eine pflegende Begleitung mit schickt?
Viele liebe Grüße
Diana

Kommentar von Klaus |

Hallo Brigitte, mit der Strohhalm-Therapie meint man, das man mit der Nase einatmen soll und dann über den Strohhalm ausatmen soll. Ist ähnlich der Lippenbremse-aber es hilft tatsächlich! Und zur Reha-die meisten, die mehrmals auf Sylt sind, machen entweder Kur- Urlaub oder bezahlen die Reha aus eigener Tasche. Und außerdem verträgt auch nicht jeder die Nordsee! Gruß und alles Gute Klaus

Kommentar von Brigitte Jung |

Hallo, ich lese bei allen Erläuterungen zu COPD den Hinweis auf die Strohhalmtherapie,(neben der Lippenbremse) aber nirgendwo wird erwähnt, wie die geht. Kann mir da jemand weiterhelfen?

LG Brigitte Jung

Kommentar von Andreas Rudolf |

Auch ich habe auf Sylt (Asklepios) letzten Sommer Patienten getroffen, die mit COPD angeblich das 6. Mal in Folge dort waren.

Vielleicht kann hier mal mit Kompetenz Licht in die Gerüchteküche gebracht werden?

Kommentar von Jutta |

Hallo Siegfried,

es ist sehr schön und toll, dass die Reha an der Nordsee Dir so gut bekommen ist. Im Anschluss an eine Reha hat man ein Abschlussgespräch mit dem Arzt, der dann alles zu Papier bringt und dem Kostenträger und auch dem Patienten übermittelt. Da kann man schon drin lesen, was der Arzt empfohlen hat. Weitere Empfehlungen gibt es nicht.

Im Artikel 'Reha bei COPD' findest Du folgenden Hinweis: Wer als chronischer Patient in der Sozialversicherung versichert ist, hat alle 4 Jahre ein Recht auf Reha, wenn die Symptome den Alltag behindern, die Erwerbsfähigkeit gefährdet ist oder Pflegebedürftigkeit droht.

Wer auch immer Dir gesagt hat, man könnte vor Ablauf dieser Zeit eine Bewilligung erhalten, der hat entweder eine andere Erkrankung (z.B. Krebs) oder wusste das System zu umgehen. Bei den vielen Menschen, die ich kenne, wird in aller Regel sogar beim Erstantrag erst mal eine Ablehnung geschickt und selbst die ganz schwer Erkrankten erhalten nicht vor Ablauf von 4 Jahren eine erneute Genehmigung für einen Reha-Aufenthalt.

Es würde mich sehr wundern, wenn es da Unterschiede geben würde. Vielleicht hältst Du uns diesbezüglich mal auf dem Laufenden, sodass auch andere dann von Deiner Erfahrung profitieren können.

Ich wünsche Dir, dass der Reha-Erfolg noch lange anhält.

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