Atemphysiotherapie

Richtig husten, leichter atmen!

In ihrem Blog zeigt uns Physiotherapeutin Anja Kornblum-Hautkappe wie eine Atemphysiotherapie Lungenpatienten zu mehr Luft verhilft.

Wie Sie Atemnot bei körperlicher Belastung verringern

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen nützliche Verhaltenstipps und Übungen vor, die das Entstehen von Atemnot bei Aktivitäten des täglichen Lebens reduzieren.

Wenn Treppensteigen oder das morgendliche Anziehen eine große Herausforderung darstellen: Bei Patienten mit COPD oder Asthma nimmt das Gefühl von Atemnot unter körperlicher Belastung typischerweise zu.

Raus aus dem Teufelskreis!

Manchmal dauert das Abklingen der Atemnot im Anschluss an eine Belastung um ein Vielfaches länger als die Belastung selbst. Um eben diesem Gefühl zu entgehen, vermeiden viele Betroffene jegliche körperliche Anstrengung – und geraten so in eine Abwärtsspirale aus körperlicher Schonung und sinkender Leistungsfähigkeit mit immer schneller auftretender Atemnot.

Wirken Sie diesem Teufelskreis effektiv entgegen! Dafür stelle ich Ihnen im Folgenden nützliche Verhaltenstipps und Übungen vor, die Ihnen helfen, Atemnot im Alltag zu reduzieren.

1.Planen und portionieren Sie anstrengende Aktivitäten

Wenn Sie anstrengende Bewegungsabläufe schnell durchführen und keine Pausen einlegen, ist eine Überlastung sehr wahrscheinlich.

Dosieren Sie deshalb Ihre Belastung! Durchdenken Sie im Vorfeld Ihre körperliche Aktivität und planen Sie Teilschritte und Pausen fest ein – und nicht erst dann, wenn Sie das Gefühl haben, mit der Luft völlig am Limit zu sein.

Beispiel: Treppen steigen

Treppensteigen

Wenn Sie z. B. über die Treppe in die 2. Etage müssen, planen Sie feste Pausen ein:

  • Dosieren und planen Sie die Pausen so wie es zu Ihrem aktuellen Zustand passt. Das kann heute anders sein als gestern.
  • Bleiben Sie z. B. nach jeder halben Etage geplant stehen und machen Sie 1–2 Zwischenatmungen.
  • Bleiben Sie auch dann stehen, wenn Sie eigentlich das Gefühl haben, noch etwas weiter gehen zu können.
  • Gehen Sie nicht bis an Ihr Luftlimit! Ziel ist es, dass Gefühl von schwerer Luftnot gar nicht erst entstehen zu lassen.

2.Kombinieren Sie körperliche Anstrengung mit PEP-Atmung

Ein Grund für Luftnot bei körperlicher Aktivität ist der Effekt der dynamischen Überblähung:

Bei gesteigerter Atemtätigkeit nimmt die Überblähung in der Lunge vorübergehend zu. Das liegt daran, dass beim Ausatmen mehr Luft in der Lunge verbleibt und Sie weniger frische, sauerstoffhaltige Luft einatmen können. Es entsteht dann das Gefühl, dass Sie nicht durchatmen können oder nicht ausreichend Luft bekommen.

In meinen letzten beiden Artikeln habe ich Ihnen gezeigt wie Sie die sogenannte PEP-Atmung mit der Lippenbremse oder einem angepassten Strohhalmstück durchführen können:

Atemtechnik bei Luftnot: PEP-Atmung und dosierte Lippenbremse

Atemübung: Ausatmen durch einen Strohhalm

Nutzen Sie diese Möglichkeit in Kombination mit körperlicher Aktivität um dynamische Überblähung und Atemnot zu reduzieren.

3. Vermeiden Sie Pressen und Luft anhalten

Bei anstrengenden Tätigkeiten neigt man schnell dazu, die Luft anzuhalten oder zu pressen. Vermeiden Sie das unbedingt! Es steigert die Atemanstrengung unnötig und erzeugt mehr Luftnot.

Versuchen Sie bei Anstrengung stattdessen, möglichst gleichmäßig weiter zu atmen. Das gelingt besser, wenn Sie bewusst eine bestimmte Bewegung mit der Ein- oder Ausatmung verbinden.

Beispiel: Aufstehen vom Stuhl

Atmen Sie durch die Nase kurz ein und stehen Sie während der Ausatmung mit PEP (Lippenbremse oder Strohhalmstück) auf. Halten Sie nicht die Luft an!

Auftstehen

4. Nutzen Sie atemerleichternde Positionen

In den Pausen oder nach der Belastung eignen sich Haltungen, die Ihnen die Atmung erleichtern. Sie helfen Ihnen, Ihre Atmung schneller wieder zu beruhigen und eine evtl. entstandene Luftnot zu reduzieren.

Beispiel: Brustkorb entlasten

Ihren Brustkorb können Sie um das Gewicht des Schultergürtels und der Arme entlasten, indem Sie sich abstützen, z. B. an einem Geländer. Kombinieren Sie diese Haltungen mit der Lippenbremse oder einem angepassten Strohhalmstück.

Atemerleichterung

Zurück

Kommentare:

Kommentar von Rudolf Ofner |

Das schnellere Gehen verursacht Atemnot. Bei Pausen ist es etwas leichter.

Kommentar von Barbara |

Hallo habe COPD gold 4,habe aber weder Husten noch irgendwelchen Schleim,habe den ganzen Tag o2brille und nachts Maske wegen zu hohem Co 2.nur Laufe ich kaum und bin viel mit dem emobile unterwegs.

Kommentar von erika |

was ist bitte co2 narkose

Kommentar von Rudolf Ofner |

Hilfreiche Beiträge sind immer gefragt.

Kommentar von Brigitte |

https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2019/09/30/reha-per-app-kaia-copd-wirksamkeit/

Da gibt es eine neue App.

REHA per App.

Wünsche allen gute Besserung.

Liebe Grüße
Brigitte

Kommentar von Kay |

Hallo Kerstin,

vielen Dank für den Hinweis. Diesbezüglich bin ich leider schon erfolglos untersucht und prophylaktisch auch medikamentiert - leider ohne Erfolg.

beste Grüße

Kay

Kommentar von Kerstin |

Hallo Kay,
eventuell ist es eine Histamin Intoleranz.
Ich habe diese mit dem ständigen Speichel und Schleim auch sehr schlimm gehabt.
Ich weiß jetzt nicht ob ich ein Medikament hier erwähnen darf.
Darum mein Rat google das mal im Net.
Mir hilft es sehr gut,wenn ich daran denke es vor dem histaminhaltigem Essen zu nehmen.Gruß Kerstin

Kommentar von Kay |

Liebe Forumsteilnehmer,

ich muss doch mal eine "dumme" Frage an die Betroffenen stellen:
Ist es normal, ohne auch nur eine Sekunde Pause rund um die Uhr zähen Schleim abzusondern?? Und zwar am Wenigsten aus dem Lungenbereich, sondern hauptsächlich postnasal, sowie aus dem Kehlkopf-Rachenbereich als auch direkt aus dem Mundraum?
Muss vielleicht an dieser Stelle nochmal meine Vorgeschichte erwähnen:
Bin seit jeher Nichtraucher, habe als kaufmännischer Angestellter auch keine Schadstoffe eingeatmet, hatte nur im März 2018 eine Influenza Typ B - seither geht es bergab. Seit Ende April 2018 begann eine übermässige Entwicklung von leicht zähem Speichel - zuerst nur nach den Mahlzeiten - oder nach dem Trinken, dann ständig.
Dies wurde immer mehr - erhielt dann im August 2018 die Diagnose "ACOS". Hatte wohlgemerkt nie asthmatische Beschwerden und auch nie geraucht... Es wurde zudem eine große axiale Hernie festgestellt, allerdings nie operiert, da man keinen Reflux feststellte. Nichtsdestotrotz wäre ein stiller Reflux möglich, durch das 24h-Dauerschleimen ist mir aber eine 24h-ph-metrie unmöglich. Habe es probiert.
Kurzum: Befinde mich in einem "Bermuda-Dreieck" aus Pulmologen, HNO & Gastroenterologen. Habe seither 6 Pulmologen & 6 HNO's aufgesucht (auch stationär & Unikliniken). Die Pulmologen meinten, ich hätte weder Asthma noch COPD (letzter Stand allerdings Frühjahr), es wäre ein HNO-Problem. Die HNO-Ärzte meinen, es wäre ein Problem der unteren Atemwege, sie wüssten auch nicht, was sie tun sollen.
Beide Fachrichtungen meinen, ich solle eine Zwerchfell-OP machen lassen. Die Gastroenterologen sagen wiederum, wenn die Kollegen nicht weiter wüssten, würden die Patienten bei ihnen landen - sie könnten aber ohne ph-metrie- Ergebnis nicht operieren (was aus vorgenannten Gründen aber nicht funktioniert).
Seit Mitte September ist das Elend nun perfekt. Jetzt ist der Schleim auch in der Lunge angekommen. Hatte die ganze Zeit seit März 2018 nicht ein Mal gehustet, geschweige denn mit Auswurf. Habe das Ganze nur mittles Gaumenbewegungen herausgezogen oder es kam von selbst gelaufen. Jetzt huste ich auch Schleim ab. Mein FEV1 ist immer noch über 100%, aber in der Praxis bin ich nicht mehr richtig fit. Habe auch seit der Grippe 2018 immer wieder Schweißattacken und fühle mich grippal.
Im Übrigen habe ich natürlich Unmengen von Cortison-Präparaten und Antihistaminika probiert - ohne den minimalsten Erfolg.
Kurzum: ich schweife ab: ist es bei COPD normal, ohne jegliche Pause aus den kompletten Atemwegen + Mundraum, soviel Schleim zu entwickeln? Benötige 30 Pakete Tempos am Tag. Kann seit einem Jahr nicht mehr arbeiten, aber auch jegliche andere Beschäftigung ist kaum möglich. Kann auch nicht mehr ausser Haus Essen oder Trinken, da es danach noch viel schlimmer ist. Lag im Januar mit einem COPD-Patienten in der Lungenklinik: der hatte deutliche Atemprobleme, meinte aber, das was ich habe, würde er nicht aushalten - er würde sich umbringen. Und da ging es mir noch deutlich besser.
Hat jemand auch ähnliche Probleme?

m.f.G.

Kay

Kommentar von Rudolf Ofner |

Es ist für mich ein guter Tipp.

Kommentar von Dr.h.c. Uwe Zilm |

Ich finde es gut das es tips gibt die kann jeder gebrauchen.Und für die Raucher hört auf.

Kommentar von marianne katharina |

das ist ja schade, ich dachte ein ventil würde auf jeden Fall helfen, haben Sie den entsprechenden Arzt in der Klinik mal gefragt?
Beste Grüße MK

Kommentar von Constantin Siegenthaler |

Vor 4 Wochen wurde bei mir ein Ventil ersetzt, habe jedoch nach wie vor keine
verbesserung. Mein Blutdruck ist zur Zeit 140/78, Puls 103. War 4 Wochen in der
Reha, jedoch ohne Erfolg. Hatte in den letzten Tagen bei der kleinsten Anstrengung
immer wieder Exazerbationen.

Kommentar von Adelheid Wolf |

Die Tips sind sehr hilfreich, danke dafür. Eine Frage habe ich. Ich habe beim Treppensteigen manchmal dass Problem wenn ich die Bauchmuskeln anspanne und husten muss, dass sich etwas „klemmt“. Dass fühlt sich an als wenn man sich innerlich was zwischen die Rippen einklemmt. Gibt es eine Atemtechnik um dass zu „entklemmen“?

Kommentar von KMW |

Die Beiträge sind sehr hilfreich. Bitte mehr davon. Danke

Kommentar schreiben:

Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen und/oder eine Frage zu stellen. Bitte beachten Sie dabei unsere Richtlinien für Kommentare.