Harninkontinenz – Jeder 2. COPD-Patient betroffen

Mehr als die Hälfte aller COPD-Patienten leidet unter Harninkontinenz. D.h. sie können den Zeitpunkt des Urinlassens (z.B. bei Belastung) nicht mehr gezielt steuern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Obwohl Inkontinenz gut behandelbar ist, meiden viele der Betroffenen den Gang zum Arzt.

Während in Deutschland ca. 12 % der Bevölkerung unter Harninkontinenz leiden, sind 59 % aller COPD-Patienten betroffen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die in der Fachzeitschrift "Pneumologie" Ende 2013 veröffentlich wurde.

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 400 Patienten zu den Symptomen der Harninkontinenz befragt. Durchgeführt wurde die Studie von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland und der Ruhrlandklinik Westdeutsches Lungenzentrum Universitätsklinikum Essen.

Ursache dieser auffälligen Häufung von Harninkontinenz bei COPD ist wohl der für die Lungenkrankheit typische Husten, der den Druck im Bauchraum erhöht. Kommt eine schwache Beckenbodenmuskulatur hinzu, kann der Urin nicht mehr gehalten werden. 

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass gut 3 Viertel der Betroffenen mit den Beschwerden nicht zum Arzt gehen. Beispielsweise durch spezielle Gymnastikübungen sind die Probleme jedoch oft relativ einfach in den Griff zu bekommen. Der Gang zum Arzt ist bei entsprechenden Beschwerden deshalb sehr empfehlenswert.

Quelle: Köhler, B. et al.: Prävalenz und Symptomschwere von Harninkontinenz (HI) bei Männern und Frauen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). In: Pneumologie 2013, 67

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