Leichter atmen an heißen Tagen

Jetzt im Sommer bringen Hitze und schwüle Luft viele von uns COPD’lern an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit. Was können wir dagegen tun?
| 03.07.2015

Wenn die Temperaturen wie letzte Woche über die 30 °C klettern, macht das nicht nur, aber gerade auch uns Lungenpatienten zu schaffen. Unser Körper sendet vermehrte Warnsignale: Die Luft wird knapper, einfache Dinge gehen nicht mehr so leicht von der Hand und wir machen alles etwas langsamer (hier 5 Tipps für die heißen Tage).

Natürlich müssen wir unserem Körper sein Recht zukommen lassen! Alles etwas langsamer anzugehen und häufig die Lippenbremse einzusetzen, ist an hochsommerlichen Tagen also durchaus empfehlenswert. Gleichzeitig können wir aber etwas tun, um unsere Atmung aktiv zu unterstützen bzw. die Luftzufuhr zu verbessern.

Diese Dehnübung verschafft mehr Luft

Bei der sogenannten C-Lagerung formen wir mit unserem Körper im Liegen ein C, so dass sich der Brustkorb dehnt und mehr Luft in unsere Lunge strömt:

  1. Dazu legen wir uns auf den Rücken und strecken den linken Arm über den Kopf nach rechts.
  2. Auch Becken und Beine biegen wir so weit wie möglich nach rechts. Die rechte Hand legen wir auf den linken Rippenansatz.
  3. Jetzt atmen wir ruhig und gleichmäßig in die Seite und spüren wie die Luft in die linke Lungenhälfte einströmt.
  4. Nach 2 bis 5 Minuten gehen wir in die Ausgangslage zurück und wiederholen nach einer kurzen Pause die Übung in der anderen Richtung.

Was tun, wenn das Atmen schwer fällt?

Wenn uns die Hitze zusetzt, kann es passieren, dass wir kurzatmig werden. Jetzt heißt es, Ruhe zu bewahren!

  1. Versuchen Sie, nicht in die Schnellatmung zu kommen.
  2. Atmen Sie stattdessen tief und langsam in den Bauch ein.
  3. Setzen Sie die Lippenbremse ein.
  4. Zählen Sie beim Einatmen bis 4 und atmen Sie möglichst lange aus, optimalerweise bis 8.

Verbessert sich der Zustand nicht, kommt Ihr Notfallspray zum Einsatz. Bitte beachten: Bis die Wirkung eintritt, vergehen in der Regel einige Minuten. Eine wiederholte Anwendung beschleunigt die Wirkung nicht.

Manchmal ist es auch erlaubt, das Notfallspray provisorisch einzusetzen. Zum Beispiel, wenn man eine Anstrengung vor sich hat und man sich nicht fit fühlt. Trotzdem gilt: Das Notfallspray ist für den Notfall (und nicht den Regelfall) gedacht!

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare!

Hier haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen und/oder eine Frage zu stellen. Bitte beachten Sie dabei unsere Richtlinien für Kommentare.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
21 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Monika
2 Jahre zuvor

Die Dehnübungen sind ja interessant und vor allen Dingen nicht schwer. Aber ist es denn auch bei einem Lungenemphysem angebracht? Verbleibt dann nicht zu viel Luft in der Lunge?

Teilen Sie diesen Beitrag