Atemtraining für zu Hause

In meinem ersten Beitrag ging es darum, wie wichtig Bewegung für uns Lungenpatienten ist. Hält uns das schmuddelige Dezemberwetter doch mal von der täglichen Dosis frischer Luft ab, können wir unseren Atemwegen auch in den eigenen 4 Wänden etwas Gutes tun.
 | 15.12.2014

Atemübungen sind Teil jeder Trainingseinheit in meinen Lungensportgruppen. Sie helfen uns, beweglich zu bleiben, die Muskulatur zu stärken und den Atmungsapparat bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Das Tolle an vielen Übungen ist, dass wir sie problemlos und ohne Trainingsgerät zu Hause durchführen können. Außerdem lassen sich diese Übungen dem eigenen Leistungsvermögen anpassen, so dass sie sich für jeden Patienten unabhängig vom Schweregrad eignen.

Anleitung: Eine einfache Atemübung

Die folgende Atemübung könnt ihr einsetzen, um eine flache Atmung zu vertiefen. Sie lässt sich jederzeit und sogar mehrmals am Tag durchführen:

  1. Setz dich mit geradem Rücken auf einen Stuhl und lass die Arme seitlich runterhängen. Konzentriere dich auf deine Atmung.
  2. Atme langsam ein und hebe dabei den gestreckten rechten Arm langsam an. Bringen den Arm bis in die Streckung über den Kopf, so dass die Armbewegung einen Halbkreis in der Luft formt. Zähle beim Einatmen die Zeit ab.
  3. Jetzt atme langsam mit der Lippenbremse aus und lasse den Arm dabei in entgegengesetzter Richtung wieder herab. Versuche beim Ausatmen mindestens die gleiche, wenn möglich aber die doppelte Zeit zu erreichen. Wenn du beim Einatmen also bis 4 gezählt hast, versuche jetzt mindestens bis 4, wenn möglich bis 8 zu zählen.

Wiederholungen und Schwierigkeit erhöhen

Je nach Vermögen könnt ihr diese Übung mehrmals mit beiden Armen wiederholen. Beginnend mit 3 mal rechts, 3 mal links, 3 mal abwechselnd und 3 mal mit beiden Armen gleichzeitig. Wer mehr Kondition hat, darf gerne auf 5 Durchgänge erhöhen und dann je nach Vermögen Woche für Woche das Pensum steigern.

Wichtig ist es, die Bewegung der Atmung anzupassen und nicht umgekehrt!

Wer den Schwierigkeitsgrad erhöhen möchte, kann die Übung mit Gewichten in der Hand zusätzlich erschweren, z. B. mit einer gefüllten Wasserflasche aus Plastik (0,5 l, 1,0 l oder 1,5 l ).

Probiert es aus und wenn ihr wollt, teilt eure Erfahrung hier im Blog: Wie viele Durchgänge schafft ihr und wie fühlt ihr euch dabei? Ich freue mich auf eure Eindrücke!

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12 Kommentare
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Gustav Sucher
2 Jahre zuvor

Hallo, mein Vater hat in letzter Zeit starke Atemprobleme. Ist es nicht gut, wenn man erst einmal die Ursache findet? Ich denke, dass bei ihm an der Ernährung liegt. Der Tipp mit dem Joghurt ist wirklich gut. Danke für den tollen Blog!

Jutta
4 Jahre zuvor

Lieber Odon,

es gibt eigentlich keine allzu großen Unterschiede zwischen Flüssig-Sauerstoff und Konzentrator. Bei Sauerstoffgabe sollte man jedoch darauf achten, dass immer sterilisiertes Wasser der Luft beigefügt wird, damit die Schleimhäute nicht allzu sehr austrocknen.

Das vermehrte Nasenlaufen bei Sauerstoffpatienten habe ich schon sehr häufig beobachtet und auch erzählt bekommen (ist auch bei mir so). Dabei gibt es auch große Unterschiede. Bei dem einen läuft die Nase nur ein wenig, bei anderen wie ein Wasserkränchen und bei wieder anderen gar nicht.

Einen Ausschlag von der Nasenbrille allerdings muss man nicht aushalten, denn es gibt verschiedene Ausfertigungen aus PVC, Kraton oder Silicon. Darüber kannst Du Dich im Artikel „Sauerstoffbrillen“ hier auf leichter-atmen.de vorab informieren. Vom Umwickeln rate ich persönlich ab. Vielleicht kann auch ein Apotheker Dir weiterhelfen.

Alles Gute für Dich und Deine Mutter!

Brosch
4 Jahre zuvor

Guten Tag
meine Mutter ist nun seit 1,5 Wochen aus der Lungenklinik wieder nach Hause entlassen worden (nach zuvor 3 Monaten Spitalaufenthalt). Sie hatte bis dahin immer flüssigen Sauerstoff bekommen.

Seit sie aber nun zuHause ist, hatte sie einen Konzentrator erhalten. Dieser mag ja gut und recht sein….doch von diesem Gerät hat sie nach dem Auswerfen von Schleimm sehr starkes Nasenlaufen (was meiner Meinung nach sicher nicht normal ist).
Weiter hat sie durch diesen Sauerstoffnasenbrille einen Plastik-Silikon Ausschlag und ihre Nase ist immer noch stark entzündet und hatte letzten Samstag sogar sehr stark geblutet…wir waren alle sehr angespannt und sehen wie die Mutter leidet darunter.

Nun kann mir irgendjemand Infos geben über Möglichkeiten den Plastik-Silikon Schlauch eventl mit Stoff zu umwickeln oder was auch immer?
Und ob irgenwie das Nasenlaufen stoppen kann?

Bin für jeden Tipp sehr dankbar!

Lg Odon

Bernd6211
5 Jahre zuvor

Hallo Gretel,
ergänzend sei noch erwähnt, dass es gerichtliche Urteile gibt, dass die Krankenkassen ein mobiles Gerät finanzieren müssen. Kann Dir jetzt leider keine Aktenzeichen dazu geben, weil es mich nicht betroffen hat, aber ist logisch. Bei Belastung braucht der Körper halt mehr Sauerstoff als im Ruhezustand und der Betroffenen muss ja nun mal auch zwangsweise Arztbesuche machen und wenn er eben dazu Sauerstoff braucht…, (lach) Ich denke Krankentransporte mit Sauerstoff sind auf Dauer teurer als das Gerät. Schließlich und endlich hat auch keine Krankenkasse das Recht den Betroffenen „zu Hause anzubinden und ihn somit seiner Freiheit zu berauben“ Jeder Mensch hat das Recht auf freie Entfaltung!!! Steht schon im Grundgesetz!

Hefte Dir hier mal 2 „Links“ an zu deiner Information, bei welcher Firma ihr das Teil dann bestellt, ist ja Eure Sache.

http://www.treppenlift.net/sauerstoffkonzentrator/

Sehr informativer „Link“ über Sauerstoffkonzentratoren für zu Hause
Mein Favorit für unterwegs ist übrigens auch bei mit Bewertungen.

http://www.oxigeno-healthcare.com/Mobile-Sauerstoffkonzentratoren:::14.html

„Link“ über sonstige mobile Sauerstoffkonzentratoren. (nur der Vollständigkeit halber erwähnt) Beachtet bitte, umso leichter, desto besser verwendbar für unterwegs.

Seid alle lieb gegrüßt
Bernd6211

Gretel Klingelhöfer
5 Jahre zuvor

Hallo Bernd,
Versuch macht klug. Im April muß mein Mann zum Lungendoc zur Kontrolle. Mal sehen, was er dazu sagt, wenn wir ihn um eine Verordnung bitten. Aber die Begründung ist super! Danke für die Rückantwort. Ein schönes Osterfest wünscht ebenfalls
Gretel

Bernd6211
5 Jahre zuvor

Hallo Gretel,
vielleicht sollte die verordnung vom Lungen-Doc kommen, der kann es auch besser begründen als der HA. Ich hatte angegeben, dass mir die mobile Sauerstofflasche zu schwer ist und dass ich sie unter 0 Grad sowie über 25 Grad draußen nicht verwenden darf. Hat dann auch geklappt. Flüssigsauerstoff hat ein paar mehr Prozentpunkte mehr als das, was aus aus dem Konzentrator kommt, aber ob das nun so erheblich ist??? Weiß nicht! Einfach mal dran bleiben!
Seid alle lieb gegrüßt und schönes Osterfest
Bernd6211

Ilona
5 Jahre zuvor

Ich habe lange nicht geschrieben. Auch ich wäre fast zu einer studie mit neuen Medikamten oder einem altbewährten. Da ich aber an einer Uni eine Verlaufsstudie mache, hat mich der Konzeren nicht genommen. Ich aheb die 40 Grad im letzten sommer überstanden. Konnte auch ins Schwimmbad da mir meine Freundinen beim tragen helfen, wir haben leider eine Steile treppe zum Freibad.
Ich wünsche uns allen Kraft, mut und Freude an allem was wir tun.
Es geht mir nicht besser in Kapazität und das laufen fällt schwer. Aber ich muss und möchte für alle die mich gern haben nocg ad sein. Ich habe 30 % Lungenvolumen und fliege noch, sogar bis in die USA und war letztes jahr sogar in den Rocky Mountains, war sehr hoch, aber ich konnte trotzdem vieles geniessen.

Gretel Klingelhöfer
5 Jahre zuvor

Hallo Bernd,
auch mein Mann bekam eine Verordnung vom Arzt für einen mobilen Konzentrator, nur die KK spielte hier nicht mit. Es wurde sofort die Genehmigung für flüssig Sauerstoff erteilt, der Konzentrator, den mein Mann schon über 10 Jahre nutzt und bisher ausreichend war, sollte abgeholt werden. Eine Nachfrage des HA brachte auch kein anderes Ergebnis, sodass uns leider nur der Weg für eine private Anschaffung blieb. Das Gerät war in der Zeit, in der mein Mann mit allen Erkältungen und Grippevieren durch unsere Enkel bedacht wurde, leider nicht ausreichend. Im Moment geht es ihm gut und da reicht auch das Gerät. Man muss und kann nicht alles verstehen! Ich wünsche allen ein schönes Osterfest.
Gretel Klingelhöfer

Bernd6211
5 Jahre zuvor

Hallo Gretel Klingelhöfer, habe auch einen mobilen O2 Konzentrator. Inogen G3. wurde mir vom vom Lungen-Doc letztes Jahr verordnet und musste auch nichts bezahlen. Bin sehr zu frieden mit dem Teil, kann es zu Hause laden aber auch im Auto.

Lieben Gruß, Bernd6211

Gretel Klingelhöfer
5 Jahre zuvor

Hallo Frau Roth, bin gerade auf Ihren Kommentar gestoßen. Mein Mann ist seit über 10 Jahren COPD Patient. Zunächst ohne wesentliche Beeinträchtigungen, aber nach einer Herzklappen OP hat sich sein Zustand verschlechtert. Außer dem Befund COPD gibt es auch eine Fibrose. Im Moment ist er durch ständige Erkältungen, die unsere Enkel aus Kiga und Schule mitbringen, ziemlich fertig. Seit dem Befund hat sich die Medikation kaum verändert. Er inhaliert mit Spiriva, Salbutamol, Forair und Alvesco. Außerdem nimmt er 1/2 Ramipril 5 mg, 1 1/2 Torasemid, 2Kapseln Oxycodon, Mucosulvan, 1 Aldactone und Blutverdünner nach Bedarf. Gibt es irgendwelche neuen Medikamente, die eine bessere Wirkung erzielen? Mit Atemgymnastik und Ergometertraining hält er sich nach Tagesform fit. Wir haben uns auch für den Kauf eines mobilen Sauerstoffkonzentrators entschieden, aber der zeigt nur wenig Wirkung, obwohl der stätionäre völlig ausreicht. Vielleicht ist das Billigprodukt doch nicht das richtige für ihn. Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören. Einen schönen Tag wünscht Ihnen Gretel Klingelhöfer

Mag. Ulrike Roth
6 Jahre zuvor

Danke für die Info über fliegen – haben mir einenen Inogen One D 3 gekauft. Funktioniert sehr gut , vorallen beim fliegen, SpO² sinkt bei Flughöhe von 10.000 m auf 77 mit Inogen Stufe 2 tadellos wieder auf 92 zu bringen. Habe 40% Lungenleistung und trainiere jeden Tag . Atemübungen und Ergometer.
Mein Mann ist Arzt AM habe alle neuen Sprays schon ausprobiert , kann sehr viel über Wirkungsweisen und Anwendungen sagen- Neuen sind weit besser in der Wirkung !!! Vielleicht kann ich auch jemanden helfen lg Ulrike

Silvia
6 Jahre zuvor

Hallo Leute
Ich habe diese Woche vom LFA gesagt bekommen dass ich ein Emphysem habe. Dies soll schon seit 2008 vorhanden sein. Allerdingas hat er mir vor zwei Jahren gesagt dass die Werte nicht nach COPD oder einem Emphysem aussehen. Hm, was denn nun. Also wenn ich eure Zeilen so lese, kann ich ja noch richtig froh sein. Ich benutze morgens und abend Spiromax zur Inhalation. Was mich wirklich sehr verwundert, ich kann trotzdem Sport treiben. Beim ersten mal auf dem Crostrainer habe ich vor drei Jahren nur eine Minute ausgehalten. Heute schaffe ich es 30 Minuten und auch auf dem Laufband schaffe ich zügiges Laufen mit wechselnden Steigerungen eine halbe Stunde. Außerdem gehe ich gerne während meines Urlaubs in den Bergen wandern. Ich kann zwar nicht den Berg hochrennen wie die gesundenen Wanderer , aber dies ist auch nicht mein Ziel. Mein Ziel ist alles, aber auch alles dafür zu tun dass ich weiterhin so fit bleiben kann. Auch wenn mich die Diagnose, dass das Emphysem seit 2008 sich verschlechter hat, umgehauben hat. Leider habe ich ständig entzündete Bronchien. Und dies schon seit Jahren. Das schafft natürlich, hält mich aber nicht von dem Willen ab weiter zu trainieren. Habe auch gerade zwei Mal eine Lungenentzündung gehabt. Aber jetzt habe ich eine Pneumokokken Impfung hinter mir und hoffe dass es das letzte Mal war. Was mich wundert, ich glaube, ich habe keine COPD vorher gehabt. Weil ich die Atemnot nur durch das allergische Asthma kenne. Ich habe auch nicht den beschriebenen allmorgentlichen bräunlichen Auswurf. Nur hin und wieder gelblich bis weiß. Komisch.
Ich wünsche euch auf jeden Fall ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen etwas für euch zu tun. Glaubt einfach an euch und eure Kraft. Ihr werde weiter kommen.
Nette Grüße
Silvia

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