Die nicht-invasive Beatmungstherapie

Im klinischen Alltag setzt sich bei akuter Atemnot immer mehr der Einsatz der nicht-invasiven Beatmungstherapie (NIV) durch. Zu Recht: Neue Studien belegen die Vorteile der NIV in punkto Effektivität und Kosten.

Beatmung

Viele Patienten der COPD im fortgeschritten Stadium leiden unter einer chronischen Erschöpfung der Atem- und der Atemhilfsmuskulatur, so dass sie phasenweise maschinell bei der Atmung unterstützt werden müssen. Wenn die Atemmuskulatur nämlich permanent in Anspruch genommen wird, entstehen keine Entlastungsphasen, die eine Regeneration erlauben würde.

Wie bei einem übertrainierten Leistungssportler kommt es dann irgendwann zu einem Absinken der Leistungskurve, so dass die Atempumpe ihre Arbeit nur noch auf Sparflamme verrichten kann. Die ohnehin strapazierte Atmung wird nun nicht mehr ausreichend entlastet, was neben einem sinkenden Sauerstoffgehalt eine Kohlenstoffdioxiderhöhung im Blut zur Folge hat, eine sogenannte Hyperkapnie. Die NIV sorgt hier für eine Entlastung der erschöpften Atempumpe, die sich nun erholen und im Anschluss ihre Arbeit für einen begrenzten Zeitraum wieder ohne Unterstützung verrichten kann.

Sauerstofftherapie und Beatmungstherapie

Auch die Sauerstofftherapie hilft der Atemhilfsmuskulatur, weil sie nun nicht mehr so viel Atemarbeit verrichten muss, um mehr Sauerstoff zu tanken. Im Vergleich zur NIV ist der Effekt jedoch weitaus weniger nachhaltig: 1 Stunde NIV entlastet die Muskulatur so sehr wie 10 Stunden Sauerstoffbeatmung. Im Unterschied zur Sauerstofftherapie kommt die NIV daher eher in weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien zum Einsatz, vor allem wenn Patienten auch im Ruhezustand unter Atemnot leiden. Außerdem wird die NIV auch immer häufiger in der Notfallmedizin bei Patienten, die mit akuten Exazerbationen ins Krankenhaus eingeliefert werden, angewendet.

Wie funktioniert die nicht-invasive Beatmung?

Bei der NIV werden die Patienten mittels einer druckdichten Atemmaske bei der Atmung mechanisch unterstützt, ohne dass eine Intubation, also die invasive Einführung eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre notwendig wird. Der Vorteil dieser Methode gegenüber einer Intubation ist, dass die Patienten in der Lage sind unter relativ normalen Umständen zu sprechen und zu essen.

Was bewirkt die NIV?

Neuere Studien weisen eine hohe Erfolgsquote bzw. eine niedrigere Mortalität der NIV gegenüber der invasiven Beatmung durch Intubation aus. Demnach reduziert eine NIV die Komplikationsrate (d.h. das Infektionsrisiko sinkt deutlich), verbessert die Blutgaswerte, erhöht die 6-min-Wegstrecke um durchschnittlich 40% und die Lebenserwartung steigt. Für die meisten Patienten wird eine deutliche Verbesserung ihres Befindens sofort spürbar.

Heimbeatmung

Nicht-invasive Beatmung ist sowohl als Kurzzeitmaßnahme bei akutem Atmungsversagen als auch für die langfristige Heimbeatmung zu Hause geeignet. Für die Heimbeatmung ist jedoch zunächst ein mehrtägiger Aufenthalt in einer fachlichen Einrichtung notwendig. Hier werden Anpassungen der Atemmaske vorgenommen und die Patienten in der Benutzung des Beatmungsgeräts geschult.

COPD - Die 10 wichtigsten Fakten

Was ist COPD? Diese Fakten und Hintergründe zur chronisch obstruktiven Lungenkrankheit sollte jeder Patient kennen.

mehr

Welche Behandlung hilft bei COPD?

In jedem COPD-Stadium stehen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um eine Besserung zu bewirken. Alle Maßnahmen auf einen Blick.

mehr

Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weiterlesen …