Die nicht-invasive Beatmungstherapie

Die nicht-invasive Beatmungstherapie (NIV) unterstützt COPD-Patienten bei der Atemarbeit, wenn die Atemmuskulatur chronisch erschöpft ist.

Beatmung

Welchen Patienten hilft eine Heimbeatmung?

Die nicht-invasive Beatmungstherapie (NIV = Non-Invasive Ventilation) wird Patienten mit einem chronisch erhöhten Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut (Hyperkapnie) verschrieben. Meist handelt es sich um COPD-Patienten mit Lungenemphysem.

Die Hyperkapnie ist eine Folge der bei COPD fortschreitenden Atemwegsverengung, die einen steigenden Widerstand beim Ein- und Ausatmen erzeugt. Dieser ansteigende Atemwegswiderstand erfordert einen erhöhten Kraftaufwand beim Atmen und kann im Krankheitsverlauf zu einer chronischen Erschöpfung der Atemmuskeln führen. In der Folge haben die Patienten Probleme, eine ausreichende Menge an Sauerstoff aufzunehmen und Kohlenstoffdioxid abzugeben.

Was bewirkt die nicht-invasive Beatmung?

Eine nicht-invasive Heimbeatmung entlastet die Atemmuskeln und verschafft ihnen eine Erholungsphase. Das Ergebnis ist ein verbesserter Gasaustausch, ein sinkender CO2-Gehalt im Blut, eine verminderte Exazerbationsrate und eine höhere Lebenserwartung. Für die meisten Patienten wird eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität sofort spürbar.

Wie funktioniert die nicht-invasive Beatmung?

Bei einer NIV wird den Patienten mithilfe eines Beatmungsgeräts Atemluft durch einen mechanisch erzeugten Über- oder Unterdruck zugeführt. Diese Druckbeatmung erfolgt über eine abnehmbare Atemmaske idealerweise für mehrere Stunden in der Nacht und kann zu Hause durchgeführt werden.

Sauerstofftherapie und Beatmungstherapie

Eine Beatmungstherapie unterscheidet sich grundsätzlich von einer Langzeit-Sauerstofftherapie. Während eine Sauerstofftherapie darauf abzielt, den Patienten zusätzlichen Sauerstoff zuzuführen, geht es bei einer Beatmungstherapie darum, die erschöpfte Atemmuskulatur mittels Druckbeatmung zu unterstützen. Hauptkriterium für eine Sauerstofftherapie ist ein Sauerstoffmangel im Blut, für eine Beatmungstherapie ist es ein erhöhter CO2-Wert.

Eine neuere Studie von 2017 zeigt, dass Patienten besonders bei der Behandlung von schweren Exazerbationen von einer Kombination beider Therapien profitieren können.

Heimbeatmung

Eine nicht-invasive Beatmung ist sowohl als Notfallmaßnahme bei akutem Atmungsversagen in der Klinik als auch für eine langfristige Beatmungstherapie zu Hause geeignet. Für die Heimbeatmung ist zunächst ein mehrtägiger Aufenthalt in einer fachlichen Einrichtung notwendig. Hier werden Anpassungen der Atemmaske vorgenommen und die Patienten in der Benutzung des Beatmungsgeräts geschult.

Quellen:

T. Köhnlein (et al.): Non-invasive positive pressure ventilation for the treatment of severe stable chronic obstructive pulmonary disease: a prospective, multicentre, randomised, controlled clinical trial. In: Lancet Respiratory Medicine (09/2014), doi: 10.1016/S2213-2600(14)70153-5.

J. Murphy (et al.): Effect of Home Noninvasive Ventilation With Oxygen Therapy vs Oxygen Therapy Alone on Hospital Readmission or Death After an Acute COPD Exacerbation. In: JAMA (Journal of American Medical Association), doi:10.1001/jama.2017.4451.

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